„Die zwölf Geschworenen“ in der Stadthalle Museum

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Um die Frage „Schuldig oder nicht schuldig“ kreisen die Diskussionen im Stück „Die zwölf Geschworenen“. Das Stück spielt an einem heißen, schwülen Sommertag, an dem der letzte Tag eines schwerwiegenden und an sich eindeutigen Mordprozesses mit schier erdrückender Beweislast stattfindet: Ein 17-Jähriger aus einem heruntergekommenen Viertel hat im Streit seinen Vater mit einem Springmesser erstochen.

Die Anklage präsentierte zwei glaubhafte Zeugen. Beide haben den Jugendlichen bei der Tat beobachtet und ihn kurz darauf wegrennen sehen. Reginald Roses Stück „Die zwölf Geschworenen“ setzt mit dem Ende der Verhandlung ein, als sich die Geschworenen zur Beratung zurückziehen.

Die Theaterbesucher lernen zwölf New Yorker Männer und Frauen völlig unterschiedlichen Charakters und Temperaments kennen, deren einzige Gemeinsamkeit es ist, bestimmt worden zu sein, in diesem Mordprozess einen einstimmigen Schiedsspruch zu fällen. In einem engen, von der Außenwelt abgeschlossenen Raum beraten sie darüber. Da der Fall eindeutig ist, wird mit einem raschen Ende der Sitzung gerechnet. Elf der Geschworenen sind sich sofort einig: Der Angeklagte ist schuldig. Einer jedoch stellt sich gegen die Mehrheit: Er hat einen „begründeten Zweifel“ und plädiert deshalb für nicht schuldig. Die Entscheidung über Leben und Tod eines Menschen ist ihm mindestens eine faire Diskussion wert. Das Unverständnis der Mitgeschworenen ist groß. Sie versuchen, den Zweifler mit mehr oder weniger stichhaltigen Argumenten von ihrem Schuldspruch zu überzeugen. Detailgenau werden noch einmal die Zeugenaussagen besprochen, die Tatwaffe erneut betrachtet, ebenso wie der Tatort-Plan und das Motiv. Plötzlich, nach genauer Analyse, scheinen die Beweise keineswegs mehr eindeutig. Die hitzigen Gemüter stoßen aufeinander, Streitigkeiten bestimmen die Diskussion. Nach und nach wird die Mauer der schnellen Schlussfolgerungen brüchig. Wie hoch ist das Risiko, einen Unschuldigen hinrichten zu lassen?

Info Karten für das Stück „Die zwölf Geschworenen“ gibt es im Bürger- und Tourismusbüro (07471/940-211), bei der Buchhandlung Teresa Welte (07471/4259), bei Steinemer Musik & Mehr (07471/2627), bei der Hohenzollerischen Zeitung (07471/93150) und am Donnerstag, 27. Oktober, an der Abendkasse in der Stadthalle Museum.

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