"Black Devils" dabei?

Vier Männer stehen wegen gefährlicher und vorsätzlicher Körperverletzung vor dem Amtsgericht. Sie sollen auf einen Wirt in Metzingen eingeprügelt haben. Die Vier geben sich ahnungslos.

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Einlasskontrollen vor dem Gerichtssaal.

Zwei Metzinger, ein Engstinger und ein Reutlinger im Alter zwischen 37 und 48 Jahren müssen sich vor dem Amtsgericht Bad Urach verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vorsätzliche Körperverletzung in Tateinheit mit Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung vor. Im Dezember 2013 sollen sie einen Metzinger Wirt verprügelt, getreten und schwer verletzt haben. Einer der Angeklagten soll zudem einen weiteren Mann, der dem Gastwirt zu Hilfe eilen wollte, ebenfalls schwer verletzt haben.

So jedenfalls lautet die Anklageschrift. So gut wie keine Angaben machten die Angeklagten zu den Vorwürfen. Einer sagte gar nichts dazu, der zweite ließ von seiner Anwältin eine Erklärung verlesen, er sei bei der Tat gar nicht vor Ort gewesen, der dritte machte ebenfalls keine Angaben und der vierte sagte, er wisse gar nicht, wieso er eigentlich vor Gericht sei. Außerdem bestritt er, Mitglied der "Black Devils", so der Name einer Metzinger Rockergruppe, zu sein.

Ob die "Black Devils MC Metzingen" hier tatsächlich eine Rolle spielen, muss der Prozessverlauf noch zeigen. Jedenfalls finden erhebliche Sicherheitskontrollen am Eingang des Amtsgerichts statt. Eine Gefährdungslage bestehe aber nicht, heißt es von Gerichtsseite.

Das Gericht sieht sich einer Vielzahl an Aussagen gegenüber. Den Anfang machten die in der Tatnacht im Dezember 2013 diensthabenden Polizisten des Polizeireviers Metzingen, die allerdings den Tatort erst erreichten, als die Angeklagten den Ort des Geschehens bereits verlassen hatten. Die Zeugenaussagen anderer Gäste, der Bedienung und des Wirts wurden aufgenommen, bevor die Polizeibeamten wieder abrückten, nur um kurz darauf wieder an den selben Ort gerufen zu werden. Die mutmaßlichen Täter waren zurückgekommen, um ein vergessenes Handy zu holen. Da inzwischen die Tür zum Lokal geschlossen war, versuchten sie sich Zutritt über die Terrasse verschaffen, wo sie auf den Wirt trafen. Einer der Angeklagten, so der Wirt, habe mit einem Fahrrad ausgeholt, um es ihm über den Schädel zu ziehen. Im letzten Moment habe dies durch die Polizei verhindert werden können.

Was vorher geschehen sein soll, schilderte der Wirt so: Er selbst sei an diesem Abend zunächst nicht anwesend gewesen und von einem Gast per Handy über drohende Randale informiert worden. Als er den Gastraum betreten habe, habe ihn ein anwesender Rocker so provoziert, dass es zu handgreiflichen Auseinandersetzungen gekommen sei. Um sich zu verteidigen, habe er einen der Angreifer in den Schwitzkasten genommen, beide seien zu Boden gegangen. Die anderen, so der Wirt, hätten nach seinem Kopf getreten und versucht, ihren Kumpel zu befreien. Bevor die inzwischen alarmierten Polizei erschienen seien, hätten sich die vier verzogen. Der Wirt war sich sicher, einen der Angeklagten wiederzuerkennen.

Rund 90 Minuten später sei es dann zum erneuten Zusammentreffen auf der Terrasse gekommen. Auch auf mehrmaliges Nachfragen von Staatsanwaltschaft und den vier Verteidiger wurde nicht klar, wer genau getreten und geschlagen haben soll.

Den größten körperlichen Schaden, eine Platzwunde am Kopf, die genäht werden musste, erlitt ein Stammgast, den seine Freundin telefonisch zu Hilfe gerufen hatte. Als der Mann eintraf, habe er den Eindruck gehabt, dass die "Black Devils" Ärger machen würden. Einer, so der Zeuge, habe mit einem Barhocker den Wirt ausschalten wollen. Als er selbst, so der Zeuge, nach dem Barhocker gegriffen habe, um das zu verhindern, sei er von hinten gestoßen worden. Beim Sturz verletzte er sich dann am Kopf. Vor Gericht sagte er aus, einer der Angeklagten sei derjenige gewesen, der mit dem Barhocker auf ihn losgegangen sei. Seine Freundin betonte, dass drei der Angeklagten die Kluft der "Black Devils" getragen hätten.

Wenig hilfreich war die Aussage der Bedienung, die sich an fast nichts mehr erinnerte oder sich nicht mehr erinnern wollte. Jedenfalls hatte sie damals bei der Polizei recht konkrete Angaben gemacht. Vor Gericht konnte sie diese jedenfalls nicht mehr wiederholen.

Der Prozess wird am 12. März fortgesetzt.

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