Zeichnungen reichen nicht aus
Jungingen. So ein paar Zeichnungen, fand Axel Pick, seien keine angemessene Entscheidungsgrundlage für ein so großes Projekt. Das meinte auch der Rest des Junginger Rates, und deshalb wurde der Ridi-Anbau vertagt.
Ridi will expandieren. Wie berichtet, hat das Unternehmen eine Bauvoranfrage bei der Gemeinde eingereicht. Im Gässle soll auf insgesamt sechs Grundstücken ein Ausstellungs- und Schulungsgebäude errichtet werden. Unten sollen Leuchten ausgestellt werden, und oben wird geschult und produziert. 22 auf 40 Meter hat der geplante Gebäudekörper als Grundfläche. Zur Hauptstraße hin wird er neun Meter hoch sein und hinten soll er 16 Meter Höhe erreichen.
Diese Dimensionen haben die Anwohner auf den Plan gerufen. Schon vor der Gemeinderatssitzung am Freitagnachmittag hatten sie Einspruch erhoben. Weil für dieses Gebiet kein Bebauungsplan ausgewiesen ist, gilt, dass nur genehmigt werden darf, was in die Umgebung passt. Dass ein solch großes Gebäude in das Gässle passt, bezweifeln die Anlieger. Sie bemängeln die "dominierende und erdrückende" Wirkung und hegen die Befürchtung, dass das große Gebäude, das im Überschwemmungsbereich der Starzel gebaut werden soll, bei einem starken Regen einen Wasserstau verursachen könnte.
Dabei geht es den Anliegern nicht darum, das Gebäude zu verhindern. Man will weiterhin die gute Nachbarschaft zum Unternehmen gepflegt wissen. Aber ein paar Nummern kleiner und weiter zurückgesetzt von den Wohnhäusern würde man sich das Ganze schon wünschen. Die Vermutung der Anlieger, dass der Verkehr im Gässle unzumutbar ansteigt, konnte Bürgermeister Harry Frick ausräumen. Die Firma Ridi habe Interesse daran, dass jeder Werksverkehr die Pforte passiere, der Verkehr würde also vom Werk hinten kommen. Gestern waren fünf Anlieger in die Sitzung gekommen, um ihren Bedenken Ausdruck geben zu können.
Der Gemeinderat hat bei dieser Bauvoranfrage keine Entscheidungsbefugnis, kann aber sein Einvernehmen geben, wenn er das denn vertreten kann. Am Freitagnachmittag konnten die Räte das nicht. "Ich finde, dass diese paar Zeichnungen keine Entscheidungsgrundlage sind", befand Axel Pick, als Harry Frick die Pläne vorstellte. "So ein paar Bäume kann man ja auf den Plan malen", argumentierte Pick. Aber auf den Plänen des Hochregallagers, das er damals ja unterstützt habe, seien ebenfalls viele schöne Bäume gemalt gewesen. Von denen würde man aber heute nichts sehen.
Auch die übrigen Räte wollten erst noch weitere Informationen haben. Beispielsweise über die Beschattung der umliegenden Grundstücke und die Hochwassergefahr. Harry Frick betonte, dass man eine Erweiterung Ridis grundsätzlich begrüße, wollte aber zur Sache selbst nichts sagen. Seinem Vorschlag, die Bauvoranfrage zuerst vom Städteplaner und Sanierungsbeauftragten der Gemeinde, Göran Schmidt, anschauen zu lassen, wurde vom Rat akzeptiert. Der Planer soll bis zur nächsten Gemeinderatssitzung am 1. März eine Stellungnahme abgeben. Dann will der Rat entscheiden, ob er das Einvernehmen zum Bauvorhaben erteilt. Genehmigt werden muss das Vorhaben dann vom Baurechtsamt der Stadt Hechingen.
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Autor: TANJA MARQUARDT | 04.02.2012
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Bürgermeister Harry Frick stellte im Gemeinderat die Pläne zur Ridi-Vergrößerung vor. Foto: Tanja Marquardt
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