Was ein Friedhof alles bieten sollte

Hechingen.  Auf dem Weilheimer Friedhof sollte es längst ein Feld für Rasengräber geben. Aber die Stadt bremst. Da könnte nämlich was ins Rollen kommen.

Wie so vieles ist auch die erste Rate für die Erweiterung des Weilheimer Friedhofes dem Rotstift zum Opfer gefallen. Die 20 000 Euro, die im diesjährigen Haushaltsplan eingestellt waren, sind gestrichen. Das wollte Ortsvorsteherin Ingrid Riester so nicht stehen lassen. Es könne doch nicht sein, sagte sie am Donnerstag bei der Haushaltsverabschiedung, dass man Weilheimer auswärts beerdigen müsse, wenn ein Rasengrab gewünscht werde. Schon seit 2004 liege der Antrag des Weilheimer Ortschaftsrates auf Ausweisung eines Rasengrabfeldes der Verwaltung vor.

Aber die Stadt bremst diese Entwicklung auf den Friedhöfen bewusst ab. "Wir bringen uns in Zugzwang", warnte Bürgermeister Jürgen Weber vor einer Bevorzugung Weilheims. Den anderen Hechinger Stadtteilen stünde dann dieselbe Ausstattung zu. "Da käme was ins Rollen", sagt Weber voraus.

Zurück auf den Investitionsplan gerutscht ist das Weilheimer Anliegen nicht. Riesters Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt. Aber es soll jetzt geprüft werden, wie die Situation und der Bedarf auf den Friedhöfen in den Stadtteilen aussehen.

In der Diskussion tauchte die Frage auf, wie viel Auswahl ein Friedhof bieten sollte. Die Bestattungsformen werden vielfältiger. Muss jeder Gottesacker für alle Eventualitäten gerüstet sein? Stadtrat Josef Mayer (CDU) meint: Nein. "Aber es ist wichtig, dass alle Stadtteile gleich behandelt werden."

In Hechingen gibt es Rasengräber - und zwar auf dem Friedhof Heiligkreuz. So ein Rasengrab wünschen Hinterbliebene vor allem dann, wenn - aus den unterschiedlichsten Gründen - die regelmäßige Grabpflege nicht gewährleistet werden kann. Das wiederum ist meistens dann der Fall, wenn die Angehörigen nicht in der Nähe wohnen. "Wenn für einen Grabbesuch eine Anreise nötig ist, ist es doch eher unerheblich, welcher Friedhof angesteuert wird", argumentiert Mayer.


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Autor: ANDREA SPATZAL | 13.03.2010

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