Platz für die Kleinsten

Stein.  Klettern, hüpfen, Hände waschen, Mittagsschlaf halten. Wuselig geht es in der neuen Krippengruppe im städtischen Kindergarten Stein zu. Zum Start wurden dort diese Woche drei Kinder aufgenommen.

Bis spätestens Oktober wird die Gruppe mit zehn Kleinkindern im Alter von ein bis drei Jahren voll sein. Die Kinder kommen schrittweise, gilt es doch die ganz Kleinen erst einmal an den Kind zu gewöhnen. Da ist es nicht schlecht, wenn die Schwester oder die Mama hilft, in der neuen Umgebung Fuß zu fassen. Dabei müssen sich auch die Erzieherinnen umstellen. Wickeln und Mittagsschläfchen standen bisher nicht auf dem Programm, ebenso die in diesem Zusammenhang erhöhten Ansprüche an die Hygiene. "Für uns kein Problem", betont Gruppenleiterin Birgit Noethling, "bei der Ausbildung zur Erzieherin sind alle Altersgruppen Lerngegenstand". Und außerdem, betont die Erzieherin, hätten sie und ihre Kollegin Ulrike Widmann auch noch eine weiter Qualifikation, sie seien beide selbst Mütter! Unterstützt werden die Erzieherinnen durch die Anerkennungspraktikantin Jasmin Fechner.

Eine Fortbildung hat den Erzieherinnen trotzdem geholfen, um sich in die aktuellen Vorgaben der Einrichtung einer Krippengruppe einzuarbeiten. Neben dem Gruppenraum braucht es ein Bade- und Wickelzimmer, ein Schlafzimmer und einen "Intensivraum". Letzterer dient dazu, dass sich einzelne Kinder und Erzieherinnen auch einmal zurückziehen können, wenn es Probleme geben sollte. Die neuen Räume wurde unter Zuhilfenahme der ehemaligen Leiterinnenwohnung ausgebaut und eingerichtet. Und zwar in Kleinkindgröße, das heißt die Stühlchen und Tischchen sind noch einmal kleiner als diejenigen in den Regelgruppen. Insgesamt 105 000 Euro wurden in die Räumlichkeiten investiert, davon bezahlt das Land 20 000 Euro, den Rest finanziert die Stadt.

Die Einrichtung der Räume ist qualitätsvoll. Dies ist wichtig, denn die Möbel müssen geeignet sein, das pädagogische Konzept umzusetzen, das die Steiner Pädagoginnen ihrer Arbeit zugrunde legen. Sie orientieren sich an den Ideen der Bewegungs- und Kleinkindpädagogin Emmi Pickler, die zu einer "autonomen Bewegungsentwicklung" führen sollen, über freies Spiel, Sprache und Sprechen - die Kinder sollen optimale Entwicklungsmöglichkeiten haben.

Mit der Einrichtung der Krippengruppe hat sich das Betreuungsangebot in Stein jetzt grundlegend geändert. Anstatt dreier Regelgruppen wie früher existieren jetzt eine Regelgruppe, eine Regelgruppe mit verlängerten Öffnungszeiten und die Krippengruppe, letztere haben jeweils von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr geöffnet. Auch in die zwei Regelgruppen könnten insgesamt vier Kinder im Alter zwischen zwei und drei Jahren aufgenommen werden, aber, so betont die Leiterin Irene Sauter: "Wir sind ausgelastet, auch mit Kindern über drei Jahren."

Über das aktuelle differenzierte Angebot, die Nachfrage und deren Entwicklung wird die Verwaltung in der kommenden Sitzungsrunde des Gemeinderats informieren.

Info Informationen über das Kinderbetreuungsangebot in Hechingen gibt es beim städtischen Sachgebiet Kinder- und Jugendlichenbetreuung, Rainer Püttbach, Telefonnummer 07471/940 206, oder bei Christa Edele, Telefon 07471/940 169.


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Autor: THOMAS JAUCH | 09.09.2010

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