Mitten drin in Biotopen

Kritik an den geplanten Pumpspeicherwerken kommt vom Nabu. Die Hechinger Gruppe hat Bedenken und Fragen hinsichtlich des bisherigen Auswahlverfahrens wie auch der beiden Talbeckenstandorte.

SWP |

Beim jüngsten Monatstreffen der Hechinger Nabu-Gruppe wurden die aktuellen Meldungen über die Planung von Windkraftanlagen und Pumpspeicherkraftwerken im Raum Hechingen diskutiert. Einig waren sich die Anwesenden darin, dem Bau von Windkraftanlagen und Speicherbecken grundsätzlich offen gegenüber zu stehen. Standorte dürften jedoch nicht mit der Brechstange festgelegt werden. "Nachdem die zunehmende Gewinnung von Biosprit und Biogas bereits fatale Auswirkungen auf Landschaft und Artenvielfalt zeitigt, müssen Standorte für Windkraft und Speicherseen im Hinblick auf ihre Umweltverträglichkeit mit Sorgfalt geprüft und ausgewählt werden", war laut Nabu-Vorsitzendem Gert Rominger die allgemeine Auffassung.

Begrüßt wurde, dass - jedenfalls nach gegenwärtiger Kenntnis - der Albtrauf von Windrädern verschont bleiben soll. Hingegen wurden von den meisten Teilnehmern Bedenken geäußert gegen die in der Presse mitgeteilten Talspeicherbecken-Standorte Schlatt/Beuren und Boll. Deren Aufnahme in den Regionalplan als raumordnerisches Ziel ist vom Hechinger Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung zugestimmt worden. Bei beiden Standorten jedoch, so unterstreicht der Nabu handle es sich um höchst wertvolle Landschaftsbereiche mit FFH-Gebieten und weiteren geschützten Biotopen. Besonders kritische Beachtung fand beim Nabu die Planung des Talbeckens im Heiligenbachtal, das in unmittelbarer Nähe zum überregional bedeutsamen Naturschutzgebiet "Beurener Heide" gebaut würde.

Es wurde die Frage gestellt, weshalb von 39 untersuchten Standorten nach interner Entscheidung nur fünf in das vom Regionalverband vorgesehene öffentliche Verfahren aufgenommen werden, und dabei alle Standorte im Zollernalbkreis wieder weggefallen sind bis auf die beiden naturschutzfachlich wertvollen Hechinger Standorte im Heiligenbach- und im Schamental.

Die Form der bisherigen Beratungen und Entscheidungen im Regionalverband, Landratsamt und Gemeinderat gaben den Naturschützern zudem Anlass für die Forderung, das gesamte Bewertungs- und Auswahlverfahren transparent zu gestalten. Die von der Stadt angekündigten ausführlichen Informationen zu den Hechinger Standorten sollten nicht nur dem Gemeinderat und den Ortschaftsräten zukommen, sondern einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Wirtschaftliche Interessen der Stadt dürfen laut Nabu auf keinen Fall entscheidend für die Standortentscheidung sein.

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