"Ich zähle schon die Tage"
Hechingen. Schüler genießen ihre Sommerferien. Auch Arbeitnehmer freuen sich auf ein paar Wochen Urlaub im Jahr. Doch was ist von der Forderung nach Urlaubsverkürzung zu halten? Die HZ hörte sich um.
Für Rosy Beck ist der Urlaub leider schon zu Ende. Sie genoss zehn wundervolle Tage am Bodensee und schwärmt von einem rundum gelungenen Urlaub. "Das Wetter war toll und die Atmosphäre auch, es war einfach nur schön". Für die 51 -Jährige war es kein Problem nach dem Urlaub wieder in den Alltag zurückzukehren. Rosy Beck wirkt erholt und sehr zufrieden.
Von den Forderungen des Unternehmerverbandes der mittelständischen Wirtschaft, die Ferien von Arbeitnehmern deutlich zu kürzen, hat sie schon gehört. Sie selbst würde eine solche Urlaubsreform nicht betreffen, da ihr Mann selbstständig ist und sowieso viel arbeite. Für ihre Söhne hingegen würde es ihr leidtun. Die Owingerin kann sich durchaus vorstellen, dass eine Kürzung der Urlaubstage auch Auswirkungen auf den Tourismus haben könnte. Dann kämen vielleicht noch weniger Leute nach Süddeutschland, vermutet sie. Man würde wahrscheinlich mehr Kurzurlaube buchen und sich auf den Flugverkehr spezialisieren, um schneller vor Ort zu sein.
Auch eine Rentnerin aus Hechingen hält nichts von einer Urlaubsverkürzung. Schließlich werde viel von Arbeitnehmern verlangt und die Anforderungen steigen ständig. Dass die Kürzung eine Auswirkung auf den Tourismus haben könnte, glaubt sie eher nicht. Ihrer Meinung nach würden die meisten Leute ja sowieso nicht wochenlang verreisen. Sie selbst genoss dieses Jahr ihren Urlaub in Norwegen. Nach zehn sehr schönen Tagen freute sie sich auch wieder auf Daheim.
Die 15-jährige Schülerin Kim Renner dagegen hätte noch gerne eine Woche Ferien zusätzlich. Nach drei Wochen Urlaub und einer Woche Praktikum sei die Zeit zu Hause doch sehr kurz gewesen. Obwohl sie das lange Ausschlafen vermissen wird, freut sie sich auf das neue Schuljahr. Die Realschülerin aus Rottenburg ist schon auf ihre neuen Lehrer gespannt. Das Schullandheim wird wohl einer der Höhepunkte in diesem Schuljahr für sie sein.
Melanie Betz , die im ersten Lehrjahr ihrer Ausbildung bei der Firma Ridi in Jungingen ist, fände eine allgemeine Urlaubsverkürzung nicht gut. Dennoch kann sich die 17-Jährige durchaus vorstellen, dass es eine positive Wirkung auf die Wirtschaft haben könnte. Kürzere Schulferien dagegen hält sie für wenig sinnvoll. Die Ferien seien gut, schließlich wären die Schultage durchaus lang und anstrengend. Melanie ist mit ihren sechs freien Wochen jedenfalls zufrieden. Es sei toll über den Sommer hinweg so lange frei zu haben. Ihr schönstes Ferienerlebnis war ein Ausflug mit ihrem Freund in den Europapark Rust. Jetzt, am Ende der Urlaubszeit, sehnt sie sich manchmal nach noch mehr freien Tagen.
Freie Tage hatte die 19-jährige Amelie Kugler diesen Sommer sehr viele. Seit dem 26. Juni, da feierte sie ihren Abiball, ist sie aus der Schule draußen. Sie hat ihre lange Freizeit dafür genutzt, um zu arbeiten und an einer Freizeit als Betreuerin teilzunehmen. Zudem gönnte sie sich ein paar schöne Tage auf Ibiza. "Der Urlaub war echt schön, vor allem weil man den ganzen Abistress einmal hinter sich lassen konnte", schwärmt sie. Außerdem war es wärmer als hier. Für sie hat das Ende der Sommerferien keine spezielle Bedeutung, da sie erst im Oktober wieder mit Lernen beginnen wird.
Dass sie nach diesem Sommer allerdings nicht mehr auf das Gymnasium gehen wird, findet sie schon irgendwie komisch. Außerdem sei es schade, dass sie nur noch selten andere Abiturienten ihres Jahrgangs sähe. Zur Zeit ist die 19-Jährige fast jedes Wochenende in München, um ihre neue Wohnung einzurichten. Nach den vielen freien Wochen, zähle sie allerdings schon die Tage, bis es wieder losgehe, meint sie. Auf das Studium zur Realschullehrerin freut sie sich schon sehr, allerdings hat sie auch etwas Angst davor, da ja ein ganz neuer Lebensabschnitt beginnen wird. Die nächsten zwei Wochen wird die 19-Jährige noch einmal damit verbringen zu arbeiten, bevor sie ihre letzten Tage in Hechingen so richtig genießen wird.
So lange Ferien wie dieses Jahr müsse sie natürlich nicht immer haben, gibt sie zu. Einer Urlaubsverkürzung für Arbeitnehmer steht sie aber negativ gegenüber. Sie findet, dass sechs Wochen Ferien einfach nicht viel sind, wenn man diese auf das gesamte Jahr verteilen muss. Weniger Wochen sollten es halt nicht sein.
Sarah Stauss kommt aus Weilheim und besucht kommendes Schuljahr die siebte Klasse. Sie findet es nicht schlimm, dass die Schule bald wieder beginnt. Genau wie Kim Renner freut sie sich auf die vielen neuen Lehrer, die sie dieses Jahr unterrichten werden. Ihre Ferien hat sie sehr genossen. "Die ganze freie Zeit war einfach schön." Längere Ferien braucht sie dennoch nicht. Sarah Stauss findet sechs Wochen perfekt.
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar
Autor: NADINE HILLENBRAND | 03.09.2010
| Artikel twittern |
|
|
MEISTGELESENE ARTIKEL
Türsteherpoltik in Crailsheim in der Kritik
Daheim Geburtstag zu feiern ist ganz schön, aber zum Schluss mit der ganzen Clique noch in die Diskothek zu gehen, hat auch was. Also machte das kürzlich auch die ältere Tochter des Crailsheimer Bürgermeisters Herbert Holl so.... mehr
Neu-Ulmer Bordell-Chefin wehrt sich gegen Vorwürfe
Neu-Ulm Der in einem Neu-Ulmer Bordell aufgefundene Tote wird nicht obduziert. Die Polizei ist sicher: Der 36-Jährige starb durch einen autoerotischen Unfall. Derweil hat sich die Bordellchefin zu Wort gemeldet.... mehr
Inferno in der Hechinger Altstadt
Hechingen Der größte Altstadtbrand der jüngeren Hechinger Geschichte tobte gestern Abend in der Markt- und Schlossstraße. Dramatische Rettungsszenen spielten sich ab. Neun Menschen wurden verletzt.... mehr
Hechinger Brandruinen qualmen noch
Am Tag nach dem Großbrand in der Hechinger Altstadt qualmt es immer noch aus den Brandruinen. Feuerwehrleute sind auch 20 Stunden nach Ausbruch des Feuers noch mit Löscharbeiten beschäftigt.... mehr
Haussklave erhängt sich bei Sex-Spiel in Neu-Ulmer Bordell
Neu-Ulm Ein 36-jähriger Hausbediensteter hat sich am Montag im Neu-Ulmer Bordell „Lili M.“ bei einem Sex-Experiment offenbar zu Tode stranguliert.... mehr

ZURÜCK


