Hunde zeigen Spaziergang im Feilbachtal Vergiftungserscheinungen

Nach einem Spaziergang im Feilbachtal kämpfte Labrador Apollo zwei Tage um sein Leben. Auch andere Hunde zeigten Vergiftungserscheinungen. Nun ruft Apollos Herrchen per Aushang zur "Rücksicht" auf.

SAMIRA EISELE |

"Ein Magen auf vier Beinen" sei sein Labrador, erklärt Stefan Mayer. Wie viele Hunde dieser Rasse ist sein Apollo nicht unbedingt wählerisch, was das Futter angeht. Doch was Mayer jetzt mit seinem hungrigen Vierbeiner erlebt hat, schockte den Hundebesitzer sehr. Am 21. Oktober hat der Labrador bei einem frühmorgendlichen Spaziergang im Feilbachtal in Hechingen in einem Gebüsch mal wieder etwas gefressen. Zu Hause gab es das normale Futter und dann das böse Erwachen: Apollo erbrach sich und bekam kurz darauf starke Muskelkrämpfe.

Mayer fuhr sofort mit ihm zum Tierarzt, der ihn direkt weiter in die Tierklinik nach Reutlingen schickte. Dort wurde Apollo an den Tropf gehängt, bekam den Magen gespült und Behandlungen mit Kohletabletten. Die Überlebenschancen: 50 Prozent.

Erst am nächsten Mittag kam für Mayer und seine Familie die Entwarnung - Apollo hat es überlebt. Doch er war nicht der einzige Betroffene: Mittlerweile weiß Mayer von drei weiteren Vergiftungsfällen bei Hunden, die auf seiner Gassistrecke unterwegs sind. Und alle waren im gleichen Gebüsch zugange. Eine Hündin hatte es ebenso schlimm erwischt wie den Labrador, weitere Hunde hatten mildere Symptome.

Was die Tiere dort gefressen haben, weiß niemand so genau. "Rattengift schließen wir eigentlich aus, da soll es länger dauern, bis es den Tieren schlecht geht", meint Mayer. Es könnten auch verdorbene Lebensmittel oder Müll gewesen sein. Auf jeden Fall etwas, was da nicht hingehört - davon ist Stefan Mayer überzeugt. Im Erbrochenen von Apollo fanden die Mitarbeiter der Tierklinik Fleisch- und Pilzreste. Weitere Untersuchungen waren daran aber nicht möglich, denn dafür bräuchte es frische Proben von dem, was der Hund gefressen hat. In der Tierklinik Hüttig in Reutlingen, in der auch Apollo behandelt wurde, kennt man Vergiftungsfälle bei Hunden: "Das kommt immer wieder vor. Letztes Jahr zum Beispiel hatten wir in Pfullingen fünf oder sechs schwere Vergiftungen und den Verdacht auf ausgelegte Köder", erzählt Claudio Ciccarelli, der in der Verwaltung der Klinik arbeitet. Eine auffällige Häufung von Fällen aus Hechingen konnte die Klinik aber noch nicht beobachten. Damit Hundebesitzer und mögliche Verursacher gewarnt sind, hat Stefan Mayer Aushänge an Bäumen festgemacht. Die Botschaft: Fußgänger, Anwohner und Kleingartenbesitzer sollen keinen Unrat oder Essensreste in die Büsche werfen, weil Hunde sich daran vergiften könnten. Der Vorwurf, jemand könnte absichtlich giftige Köder ausgelegt haben, wird in den Aushängen nicht formuliert. Wohl aber die Warnung: "Die zuständigen Behörden wurden informiert".

In der Nähe des Gebüschs, in dem Apollo und auch die anderen Hunde die giftige Ration gefressen hatten, ist eine Kleingartensiedlung, und es kommt laut Stefan Mayer vor, dass Essensreste von dort "über den Zaun wandern". Auch wenn er niemanden verdächtigen will, ist für den Hundebesitzer eines klar: "Wenn jemand ein Problem mit einem Hund hat, muss er das mit dem Halter ausmachen."

Weil nicht nachweisbar ist, dass jemand absichtlich etwas Giftiges ausgelegt hat, nahm die Polizei keine Anzeige gegen Unbekannt entgegen. Allerdingshaben die Beamten dem Hundebesitzer zugesagt, ab und zu an besagtem Gebüsch vorbeizugehen.

Polizeisprecher Peter Mehler versteht, dass die Tierhalter besorgt um ihre Lieblinge sind. Immer wieder gehe die Polizei ähnlichen Fällen nach. Besonders gut hat er noch die Vielzahl der Schreckensmeldungen im vergangenen Jahr im Raum Albstadt in Erinnerung. Allerdings: Alle möglichen Köder, die bei der Polizei damals abgegeben worden und daraufhin im Labor untersucht worden seien, "waren durchweg negativ", das heißt, nirgendwo fand sich tatsächlich eine Spur von Gift.

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