Grünes Licht für Fasnet in der Altstadt

Hechingen.  Tag zwei nach dem Großbrand: Die Abbrucharbeiten werden noch die ganze Woche andauern. Die Kriminalpolizei ist weiterhin vor Ort. Obwohl kaum noch etwas zu finden ist, gibt es erste Ermittlungsansätze.

Die Löscharbeiten am Brandort in der Hechinger Schloßstraße wurden am Dienstagabend eingestellt. Maik Bulach, Einsatzleiter der Feuerwehr Hechingen, berichtete gestern in einer Pressekonferenz, dass zu diesem Zeitpunkt die Gefahr am Gebäude Marktplatz 2 (Hof-Apotheke) und am Brandobjekt Marktstraße 1 gebannt gewesen sei und es keine weitere Brandausbreitung gab. Nach dem Großeinsatz sei es ihm auch darauf angekommen, die Einsatzkräfte zu schonen. Bulach versicherte, dass alle Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr auch nach dem Großbrand einsatzklar seien, obwohl es enorme Schäden am Material, wie beispielsweise an den Schläuchen, und an den Schutzausrüstungen gab.

Gestern früh gingen die Abbrucharbeiten an dem völlig zerstörten Altbaukomplex weiter. Die Abbruchfirma Hipp hat bereits mehrere Container Schutt abgetragen. Die verkohlten Holzbalken werden sofort entsorgt, der Rest muss erst sortiert werden. Zwei Feuerwehrleute kontrollierten auch weiterhin die Arbeiten, da es immer noch Brandnester geben könnte. Außerdem sicherten die Einsatzkräfte persönliche Gegenstände der evakuierten Bewohner, sofern diese in den Trümmern überhaupt noch zu finden waren. Die Einsturzgefahr sei aber behoben, sagte Bulach. Die Abbrucharbeiten werden noch mindestens diese Woche andauern.

Auch die Balinger Kriminalpolizei ist weiterhin vor Ort, um Spuren zu sichern. Dies brauche aber seine Zeit, da die Trümmer nur sukzessive abgetragen werden könnten. "Wir bleiben vor Ort", sagte Polizeisprecher Peter Mehler. "Es sieht aber nicht danach aus, dass wir was finden." Die Ermittlungen seien in einem frühen Stadium: "Wir haben aber Ermittlungsansätze." Mehr könnte man aber noch nicht sagen, um die Ermittlungsarbeiten nicht zu behindern.

Ein Problem könnte noch ein Wasserrohrbruch unter den Trümmern sein, der in der Schloßstraße durch den enormen Wasserverbrauch bei den Löscharbeiten entstanden ist. Genaueres weiß man erst, wenn man an die Infrastruktur des abgebrannten Hauses rankommt.

Schon gestern waren die Schloß- und die Marktstraße soweit eisfrei, dass man zu Fuß gehen konnte. Einige Läden und Lokale blieben jedoch geschlossen. "Die Situation für die Händler ist schlimm", sagte die Geschäftsfrau Monika Belser. Die Kunden kämen nicht durch. Für Fahrzeuge bleibt die Straße vom Modegeschäft Point bis zur Kreuzung Marktplatz/Schloßstraße weiterhin gesperrt.

Der Wochenmarkt musste gestern ausfallen, da der Marktplatz noch vereist war. Daniela Klug, Inhaberin des Tabak-Ladens am Marktplatz, hatte trotzdem wieder offen: "Wir dachten, wir machen heute mal wieder auf normal." Und auch die Kundschaft kam wie gewöhnlich. Am Dienstag war der Laden noch geschlossen, denn es konnten keine Zeitungen angeliefert werden. "Es war für mich auch emotional so, dass ich das Geschäft zugelassen habe", sagte Daniela Klug.

Nächste Woche ist wieder wie üblich Wochenmarkt auf dem Marktplatz. Und auch für die Fasnet gibt es grünes Licht: "Der Umzug kann laufen", sagte Maik Bulach. Bis dahin sei alles geräumt.

Bürgermeisterin Dorothea Bachmann lobte die Arbeit der über 300 Einsatzkräfte beim Großbrand: "Alles hat reibungslos funktioniert."


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Autor: JUDITH MIDINET | 09.02.2012

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