Grandios und wunderschön
Burg Hohenzollern. Touristen aus aller Welt besuchen den Stammsitz der Hohenzollern. Auf dem Zoller erwartet die Besucher ein vielfältiges Angebot. Nicht nur die Gäste, sondern auch Angestellte erleben viel auf der Burg.
"Diesen Sommer läuft es gut auf der Burg", erklärt Burgführer Dirk Hörrmann. Im Schnitt kommen um die 250 000 bis 300 000 Gäste jährlich. Um die Burg Hohenzollern noch attraktiver für einen Besuch zu machen, gibt es jedes Jahr einen Veranstaltungskalender. Viele Ideen stammen von der Leiterin des Burgbetriebs, Dr. Anja Hoppe.
Besonders gut kommt das Kinderferienprogramm an, das auch fast immer ausgebucht ist. Die "Sternschnuppennächte", ganz neu dieses Jahr, kamen vor allem in der zweiten Nacht mit rund 1000 Besuchern hervorragend an. Auch das Königin-Luise-Wochenende stieß auf Interesse.
Die Burgverwaltung und ihre Mitarbeiter bieten den Besuchern jedes Jahr ein vielfältiges Angebot. Der Weihnachtsmarkt, der zu Martina Webers persönlichen Highlights zählt, "ist Pflichtprogramm", sagt die Burgshop-Angestellte. Die "Sternschnuppennächte" empfand sie als " grandios, friedlich und wunderschön".
Martina Weber ist zusätzlich für die Dekoration der einzelnen Veranstaltungen zuständig. Oft bekommt sie die Themen sehr kurzfristig mitgeteilt und muss dann sehr spontan planen und organisieren. Auch Besichtigungen werden auf der Burg Hohenzollern angeboten. Dabei können sich Touristen aus aller Welt auf Führungen in ihrer Heimatsprache freuen. Egal ob auf Chinesisch oder Englisch, Spanisch oder Russisch - einem jeden Gast wird die Geschichte der Hohenzollern mit Hingabe vermittelt. Deshalb ist es wichtig, dass man als Burgführer mindestens ein bis zwei Fremdsprachen beherrscht. Das Interesse an der Historie ist ebenfalls eine wichtige Voraussetzung. Deshalb werden angehende Burgführer einer "Miniausbildung" unterzogen. "Sie bekommen das Rüstzeug vermittelt, um dann in einer Führung bestehen zu können", erläutert Dirk Hörrmann. Reisegruppen besuchen den Stammsitz der Hohenzollern normalerweise mit nicht mehr als 50 Personen, ab und an jedoch melden sich auch Firmen mit mehreren 100 Gästen an. Langweilig wird die Arbeit auf und für die Burg also nicht. Beispiel gefällig? Erst neulich beschwerte sich ein Besucher, weil er im Regen nass geworden war. Nun ja: Selbst ein Burgführer hat keinen Einfluss auf das Wetter. Für eine andere Überraschung gut war mal ein Kunde im Burgshop, der mit einem 500 Euro-Schein bezahlen wollte.
Apropos Shop: Neben Martina Weber sind dort als Aushilfskräfte Rebecca Münzel und Julia Beck tätig. Dabei können sie nicht nur ihr Talent fürs Verkaufen unter Beweis stellen, sondern auch zeigen, was sie sprachlich draufhaben. Schließlich vergeht kein Tag, an dem die beiden Frauen nicht auch mal ihre Englischkenntnisse bemühen müssen.
Der Hausherr Georg Friedrich Prinz von Preußen hat natürlich gleichfalls ein Mitspracherecht, was die Arbeit im Burgshop betrifft. So mag er, weiß Martina Weber, keine kleinen Katapulte, folglich werden auch keine verkauft.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Hauses ist die Burgschenke. Dort können es sich die Gäste gut schmecken lassen. Gekochtes Ochsenfilet mit Schnittlauchsoße, Preiselbeeren und Bratkartoffeln kommt diesen Sommer besonders gut an.
Zurück zu den Gästen aus dem In- und Ausland. Ein Blick auf den Parkplatz genügt und verrät: auch Touristen aus den Niederlanden und Großbritannien machen gerne einen Abstecher auf die Burg. Droben angekommen, hört man dann einen Italiener diskutieren und ein paar Meter weiter kommt man mit einer Frau aus Dänemark ins Gespräch: " I am very excited about the tour", freut sich Randi Hansen auf ihre Führung. Begleitet wird sie von zwei deutschen Freundinnen, die die Burg Hohenzollern ein "historisches Erlebnis" nennen. Auch wenn es in Dänemark ähnliche Burgen gibt, findet die 27-Jährige den Zoller "beautiful", also wunderschön.
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Autor: NADINE HILLENBRAND | 02.09.2010
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Schlange stehen für die nächste Führung: in der Urlaubszeit keine Seltenheit.
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