Der Tanz mit der Kamera

Hechingen.  Unter dem Titel "singen, tanzen, fotografieren" zeigt die Düsseldorfer Künstlerin Birgit Huebner seit Sonntag collagierte Bilder und Videoaufnahmen von Performances im Weißen Häusle.

1966 in Bonn geboren, absolvierte Birgit Huebner von 1989 bis 1993 ein Kunststudium an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Professor Alfonso Hüppi. Sie erhielt ein Studienstipendium, ein Projektstipendium und war Förderpreisträgerin Kunstpreis der Stadt Düsseldorf. In den Jahren 2000 bis 2009 nahm sie Lehraufträge für Bildhauerei, Installation, Kunstvermittlung und Performance in Düsseldorf, Wuppertal und Koblenz wahr.

"Würde ich nicht selber seit 15 Jahren tanzen, hätte ich dieses Thema wohl kaum gewählt", gestand die Künstlerin im Einführungsgespräch mit Hans-Jürgen Kleiner, dem Vorsitzenden des Hechinger Kunstvereins. So hält sie mit der Kamera die Tanzbewegungen des Ausdruckstanzes fest. Beispiel in ihrer Videoaufzeichnung sind die "Acht elementare Antriebsaktionen" ihres Tanzlehrers Wolf Werner Wolf. Zu diesen Antriebselementen gehören unter anderen "drücken, gleiten, flattern, stoßen, peitschen". Es sind Bewegungen, die aus dem Körper initiiert sind, eine Form von Freiheit vermitteln und mit den Tanzbewegungen der Gesellschaftstänze kaum etwas zu tun haben.

Weitere Performances sind die "Winterreise" und "Vokalreport". "Hier versuche ich das Absurde, Töne mit der Kamera festzuhalten". So wie eine Skulptur einen Raum einnimmt, nimmt auch die Stimme ein Volumen ein. Dabei sind die Aufnahmen symbolisch gemeint, lässt sich doch ein Ton mit der Kamera nicht einfangen. Neben der darstellenden Kunstform widmet sie sich der bildnerischen. Häufig sind es Fotografien, die durch Collagen, Drucke und Montagen erweitert werden. Geöffnete Münder, Gesichtsmasken, Menschen in Bewegungsposen. Dabei spielt sie mitunter bewusst mit Unschärfe und erzielt dadurch eine besondere Wahrnehmung. "Portrait und Wahrnehmung sind immer wieder auftauchende Grundthemen", lässt sich die Düsseldorfer Künstlerin vernehmen, die die Verknüpfung von bildender und darstellender Kunst, von verbaler und nicht-verbaler Verständigung herstellt.

Sein ausdruckstarkes und eindrucksvolles Können unter Beweis stellte der bekannte Violinvirtuose Jochen Brusch. Mit Werken von Bach und Paganini umrahmte er die Vernissage und begeisterte die zahlreichen Gäste.


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Autor: BERND ULLRICH | 09.03.2010

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