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Bei der HzL fahren fast alle Züge

Zumindest bis gestern Abend hat der bundesweite Streik der Lokomotivführer bei den privaten Eisenbahngesellschaften die Hohenzollerische Landesbahn nur punktuell getroffen Zugausfälle drohen auch heute.

ERNST KLETT | 0 Meinungen

Als Bahnkunde muss man noch bis zum frühen Samstagmorgen Vorsicht walten lassen: Der Zug, den man sonst Werktag für Werktag nimmt, könnte ein Totalausfall werden. Es ist Streikzeit. Insgesamt 75 der privat betriebenen Züge seien am Donnerstag nicht gefahren, teilt die Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer (GDL) mit.

Die Hohenzollerische Landesbahn hat zu dieser Zahl allerdings nur ein ganz kleines Stück beigetragen. Die beiden Zollern-Alb-Bahnen zwischen Tübingen und Sigmaringen und Hechingen und Gammertingen waren am Donnerstag nach Angaben der HzL überhaupt nicht betroffen. Alles lief nach dem üblichen Fahrplan ab. Es kann freilich noch anders kommen: Die Streikandrohung der Gewerkschaft erstreckt sich über zwei Tage - von Donnerstag um 3 Uhr bis zum morgigen Samstag um 2 Uhr.

Laut HzL-Sprecher Bernhard Weckerle haben am Donnerstagmorgen vier Lokomotivführer ihren Dienst nicht angetreten. Weil das Unternehmen aber vorbereitet gewesen sei, habe man die Streikenden durch andere Mitarbeiter ersetzen können. Lediglich im Bereich Münsingen sei ein Pendelzug nach Ulm ausgefallen und durch Busse ersetzt worden. Beim Ringzug, den die Landesbahn auf der Baar betreibt, sind nach Landesbahn-Angaben drei Züge ausgefallen. Alles in allem seien die Auswirkungen des Streiks bei der Landesbahn aber nicht so gravierend gewesen, wie es sich die Gewerkschaft wohl erhofft habe, sagte Bernhard Weckerle noch am Donnerstagvormittag.

Da hatte der HzL-Eisenbahnexperte allerdings schon vor dem Schichtwechsel gewarnt: Der Nachmittag könne weitere Ausfälle bringen. Und tatsächlich hat die Landesbahn dann für den Ringzug im Raum Rottweil, Donaueschingen und Trossingen sieben Zugausfälle vermeldet. Vier Mal gab es dabei keinen Busersatz, zwei Mal war dieser noch unklar. Während beim Seehäsle am Bodensee keine Ausfälle angekündigt waren, war im Verkehrsgebiet Zollern-Alb-Bahn eine Abendverbindung von Sigmaringen nach Gammertingen gestrichen. Der Ersatz war vorgesehen durch Bus oder Linientaxi.

Für die HzL-Führung ist der Streik "nicht nachvollziehbar". Die Tarifverträge für die Lokführer seien bei weitem nicht so weit von denen der Deutschen Bahn entfernt, erklärt Bernhard Weckerle - der den Streik als Muskelspiele der Lokführer-Gewerkschaft bezeichnet. Wie berichtet, fordert die GDL die Anpassung der Rahmentarifverträge von DB und privaten Eisenbahngesellschaften.

Die Fronten zwischen der Gewerkschaft und den Arbeitgebern haben sich am Donnerstag verhärtet. Bei sechs der 22 Privatbahnen ist eine viertägige Aussperrung der Streikenden angekündigt worden.

Die HzL will auch am heutigen Freitag den Streik weitgehend egalisieren können. Ob das komplett gelingt oder nicht, wird den Bahnkunden auf der Homepage des Unternehmens oder per telefonischem Auskunftsdienst mitgeteilt.

Info Aktuelle Informationen über Zugausfälle gibt es im Internet unter www.hzl-online.de. Oder über das Infotelefon 07471/180644 für die Zollern-Alb-Bahn. Es ist auch heute wieder ab 5 Uhr besetzt.

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