Am Auseliga: Alte stehen Hexen-Täuflingen Pate

Hechingen.  In exakt einer Woche wird Bürgermeisterin Dorothea Bachmann bereits wieder ihres Amtes enthoben. Weil die Narren die Macht übernehmen.

Die große Hechinger Narrenschar steht in den Startlöchern: Der Auseliga Dautschteg ist nah. An diesem 16. Februar ist morgens Schülerbefreiung und mittags Kinderball, ehe sich die Fasnetsaktivisten - und hoffentlich auch viele Schaulustige - vor dem Rathaus versammeln, um selbiges zu stürmen. Damit einher geht traditionell das Absetzen des Stadtoberhaupts. Bereits wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt also hat Hechingens neue Bürgermeisterin Dorothea Bachmann schon nichts mehr zu melden - bis Aschermittwoch. Anders als in früheren Jahren wollen die Zoller-Hexen und Narrhallesen (beziehungsweise die Alten) die Chefin der Zollernstadt gemeinsam aus dem Sitz der Verwaltung komplimentieren. Das Sagen haben wird die Ideengeberin und Ober-Alte Paula Strobel, ihr zur Seite stehen Hexen-Meister Jochen Grau und Narrhalla-Zunftmeister Thorsten Keller. Gemeinsam - und damit ebenfalls neu - gestaltet wird heuer auch die Hexentaufe: Jeder der 17 Täuflinge bekommt eine Hechinger Alte an die Seite.

Hintergrund: "Wir Hechinger sind eine große Narrengemeinschaft - das wollen wir auch vor großem Publikum dokumentieren", sagt Jochen Grau. Von selbst versteht es sich da, dass auch die anderen städtischen Narrengruppierungen, vornehmlich musizierenderweise, bei der Machtübernahme zugegen sein werden - sichtbar gemacht wird die Vielfalt der Hechinger Fasnetsfiguren nächsten Donnerstag erstmals auch durch ihre Präsenz in den (beleuchteten) Fenstern des Rathauses.

Am Abend dann, ab 20 Uhr (Einlass ist bereits ab 19 Uhr), laden die Zoller-Hexen wieder zum Altweiberball in die Stadthalle. Jede "echte" Alte hat freien Eintritt, zusätzlich darf sie sich auf ein Gläschen Sekt freuen. Musikalisch begleitet wird das närrische Spektakel von der Columbia-Dance-Band. Durch das Programm führen werden Jochen Grau und Roland Klug, Vorstand des Fördervereins Zunftstube. Auf der Bühne gestalten werden es die Original Hechinger Lumpenmusik, die Scampolos, die Junioren- und die große Tanzgarde des SV Weilheim, die Schnorchel-Huaschter, die Tanzgruppe "InMotion" des TSV Stein, das Männerballett des TSV Stetten/Hechingen und die Hudelgai-Bätscher.

Darüber hinaus werden die Zoller-Hexen an diesem Abend einen ersten Spendenscheck über 500 Euro an den Kindergarten An der Breite übergeben (und einen zweiten in gleicher Höhe beim freitäglichen Hexenball). Mit dem Geld will der Kindergarten die Anschaffung eines Kletter- und Krabbelturms finanzieren. Aufgestellt sein wird außerdem ein Spendenkässchen - weitere größere Zuwendungen für die gute Sache sind bereits zuverlässig in Aussicht gestellt worden. Parallel zum Altweiberball öffnen die Zoller-Hexen auch ihre Zunftstube.

Am Fasnetsfreitag schließt sich der Hexenball der Zoller-Hexen im "Museum" an. Auch er beginnt um 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr), auch hier spielt die Columbia-Dance-Band zum Tanz auf und wieder wird die Spendenkasse für den Kindergarten An der Breite aufgestellt sein.

Das Bühnenprogramm gestalten neben den Gastgebern selbst die Guggenmusik Zulutt aus Ebersweier, die Juniorentanzgarde des SV Weilheim, die "Dance Factory" des TSV Stein, die Melchinger Burghexen, die Schnorchel-Huaschter, die "MarLon-Dance-Company", die Gruppe "Mixed Emotions" aus Boll, die Reckstein-Hexen aus Gauselfingen, die Stoanemer Sadbolla, der Fanfarenzug Gammertingen, die Flotten Hosen aus Stein, die Hudelgai-Bätscher und die Gugguba Hch.

Natürlich sind bei beiden Bällen die Bars im Foyer und im Konstantinsaal geöffnet.

Am Fasnetssamstag folgt in der Kernstadt der Preisball der Narrhalla, am Montag treiben die Lumpen ihr Unwesen und am Dienstag klingt die Fünfte Jahreszeit ab 13.30 Uhr mit dem großen Umzug und ab 20 Uhr mit dem Pestmännleverbrennen auf dem Schlossplatz aus.

Dem Fasnetsumzug voraus geht am Vormittag der Zunftmeisterempfang im "Museum" - und das letztmals. Nächstes Jahr wird zu selbigem auf die Burg Hohenzollern eingeladen!


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Autor: SABINE HEGELE | 09.02.2012

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