Windräder im Dreiländereck: Haigerlocher planen Bürgerinitiative „Gegenwind“

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  • Eine von den Initiatoren der Bürgerinitiative „Gegenwind Haigerloch“ montierte Visualisierung der Windräder vom Missionshaus und vom Schloss Haigerloch aus gesehen. 1/3
    Eine von den Initiatoren der Bürgerinitiative „Gegenwind Haigerloch“ montierte Visualisierung der Windräder vom Missionshaus und vom Schloss Haigerloch aus gesehen. Foto: 
  • Fast bedrohlich wirken die Windräder vor der Dorfkulisse Stettens. Die Visualisierung, die Kritiker der Windkraftpläne für das „Dreiländereck“ der HZ zur Verfügung gestellt haben, soll den künftigen Blick von der Stettener  Bildgasse aus erahnen lassen. 2/3
    Fast bedrohlich wirken die Windräder vor der Dorfkulisse Stettens. Die Visualisierung, die Kritiker der Windkraftpläne für das „Dreiländereck“ der HZ zur Verfügung gestellt haben, soll den künftigen Blick von der Stettener Bildgasse aus erahnen lassen. Foto: 
  • Auf der Homepage des Regionalverbandes sind alle Informationen über die Windkraft-Vorranggebiete jetzt abrufbar. Auch hier finden sich Visualisierungen, wie hier „Ansichtspunkt: Gewerbegebiet Grosselfingen“. 3/3
    Auf der Homepage des Regionalverbandes sind alle Informationen über die Windkraft-Vorranggebiete jetzt abrufbar. Auch hier finden sich Visualisierungen, wie hier „Ansichtspunkt: Gewerbegebiet Grosselfingen“. Foto: 
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In Haigerloch steht eine Bürgerinitiative kurz vor der Gründung. „Gegenwind“ soll sie heißen und die Pläne des Regionalverbandes Neckar-Alb, im sogenannten „Dreiländereck“ zwischen Grosselfingen, Rangendingen und Haigerloch ein Vorranggebiet für Windkraft auszuweisen, vereiteln oder zumindest kritisch hinterfragen.

Vor wenigen Wochen hat der Regionalverband Neckar-Alb seine konkretisierten Windkraftpläne im „Dreiländereck“ im Rahmen einer Informationsveranstaltung in Haigerloch vorgestellt (wir berichteten). Vorgesehen ist die Festlegung eines Windvorranggebietes auf Gemarkung von Grosselfingen, Haigerloch und Rangendingen, auf dem bis zu 15 zirka 230 Meter hohe Windindustrieanlagen gebaut werden können (Nabenhöhe: 141 Meter; plus: Rotoren).

Kritiker dieser Pläne monieren, dass der Regionalverband mit dem „Dreiländereck“ eine „raumbedeutsame und landschaftssensible Stelle“ zum Windkraft-Vorranggebiet ausweisen wolle.

Vor dem Hintergrund dieser Windkraftpläne haben besorgte Bürger aus Haigerloch und Umgebung in den vergangenen Wochen die Vorbereitungen für die Gründung einer Bürgerinitiative getroffen. Die Initiative ist gegen „die sich abzeichnenden schwerwiegenden Beeinträchtigungen zu Lasten von Menschen, Tieren, Landschaft und Natur“ gerichtet. Ziel der Initiative ist es, die Umsetzung dieser Windkraftpläne zu verhindern. Die Kritiker führen als Argument ins Feld, dass die ausgewählte Region „recht windschwach“ sei. Wörtlich heißt es in einer Mitteilung an die HZ: „Die durchweg windarme Region ist völlig ungeeignet für einen dauerhaft wirtschaftlichen Windkraft-Betrieb. Fehlinvestitionen sind programmiert.“ Das Fazit lautet: „Die Zerstörung der Kulturlandschaft und von Rückzugsräumen für Mensch und Tier muss verhindert werden.“

Die „Beeinträchtigungen für Mensch und Natur für die Region“ seien bei der Veranstaltung des Regionalverbands Neckar-Alb  in Haigerloch „nicht oder nur oberflächlich gestreift“ worden. Dies veranlasse die noch zu gründende Bürgerinitiative dazu, eine weitere Informationsveranstaltung durchzuführen. Die soll bereits am Mittwoch, 8. März, stattfinden. Veranstaltungsort ist das Gasthaus „Waldhorn“ in der  Bahnhofstraße 16 in Hart. Beginn ist um 19 Uhr. Alle interessierten Bürger aus Haigerloch, Grosselfingen und Rangendingen sind dazu eingeladen.

Als Referenten konnten Walter Müller, Mitglied im Landesverband baden-württembergischer Bürgerinitiativen gegen Windkraft in Natur- und Kulturlandschafen, Karlsruhe, und Hansjörg Jung aus Herrenberg, ehrenamtlicher Berater von Bürgerinitiativen an Windkraft-Standorten, gewonnen werden.

Im Anschluss an die Vorträge stehen Veranstalter und Referenten den Bürgern für Fragen zur Verfügung.

Der Plan, eine Bürgerinitiative „Gegenwind in Haigerloch“ zu gründen, sei gefasst worden, nachdem aus vielen Haigerlocher Ortsteilen, vor allem aus Stetten und Hart, bedenkliche und vor allem unzufriedene Stimmen über die Infoveranstaltung des Regionalverbandes laut geworden seien. Die Initiatoren der Bürgerinitiative  werden namentlich noch nicht genannt. Das Führungsteam müsse erst noch gebildet und offiziell benannt werden. Den Initiatoren gehe es „nicht um Personen und Posten, sondern um Inhalte“.

Acht Vorranggebiete für Windkraft hat der Regionalverband Neckar-Alb nach eingehenden Untersuchungen festgelegt: sieben im Landkreis Reutlingen, keins im Landkreis Tübingen, eins im Zollernalbkreis – und das liegt im sogenannten „Dreiländereck“ zwischen Grosselfingen, Haigerloch und Rangendingen („Hohwacht“). Die Vorranggebiete umfassen 519 Hektar und bieten Platz für rund 50 Windkraftanlagen.

Der „Dreiländereck“-Standort hat eine Fläche von 114 Hektar. Maximal zehn bis 15 Windräder könnten dort laut Regionalverband stehen. Die Windhöffigkeit soll dort bei 5,75 bis 6,25 Metern pro Sekunde liegen.

Seit 1. März ist der Teilregionalplan Windkraft einsehbar (unter anderem im Internet unter www.rvna.de sowie in der Geschäftssteölle des Regionalverbandes in Mössingen und im Landratsamt des Zollernalbkreises).

Bis zum 31. Mai hat jedermann Gelegenheit, Stellung zu den Planungen zu nehmen. spa

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