Was ein einzelnes Cello alles kann

Mit einem Solo-Konzert begeisterte der Cellist Felix Thiedemann in der Haigerlocher Abendmahlskirche sein Publikum.

|

Das Konzert in der Haigerlocher Abendmahlskirche war ein Benefizkonzert zugunsten der Turmrenovierung der Kirche. Dabei erklangen Cello-Werke der Barock-Komponisten Johann Sebastian Bach oder Georg Philipp Telemann.

Thiedemann zeigte sich in der Abendmahlskirche engagiert und überzeugte einerseits in den ruhigeren Momenten und bei den getrageneren Passagen, virtuos und filigran. Andererseits ging er an entsprechenden Stellen auch engagiert und fordernd zu Werke.

Zwischen den Stücken erfuhr sein Publikum unter anderem, dass es sich bei Thiedemanns Cello um einen Nachbau eines Instruments handelt, wie es um 1720 herum üblich war. Das Cello, so der Musiker weiter, sei erst seit 1680 ein solistisches Instrument. Auch erklärte er die Besonderheiten der Stücke und erläuterte, dass die Epoche des Barock von der so genannten Polyphonie (Mehrstimmigkeit) und dem Gegeneinander der Stimmen dominiert war.

Thiedemann spielte drei Suiten von Bach, die nicht nur zur damaligen Zeit, sondern auch heute noch einige der bedeutendsten Stücke der Celloliteratur darstellen. Die schönste davon ist vermutlich die "Suite Nr. 2 in d-moll" mit ihrem ruhigen Präludium. Weiter fallen bei dem langsamen Satz die wundervollen musikalischen Verzierungen auf. Zumindest war das am Sonntag bei Thiedemann so.

Das bedeutete aber nicht, dass der Künstler bei seinem Konzert in der Abendmahlskirche bei den anderen Werken weniger Sorgfalt walten ließ.

Auch mit der "Suite 1 in G-Dur" und der "Suite 3 in C-Dur" wusste er zu gefallen. Und die "Fantasie Nr. 10 in G-Dur" von Telemann sowie die beiden Capricen (Nr. 6 in e-moll und Nr. 4 in d-moll) von Dall'Abacco bot er auf ebenfalls eindrückliche Weise dar.

Das Publikum lauschte dem Konzert beinahe andächtig, spendete aber zwischen den Stücken und am Schluss lang anhaltenden Beifall.

So kam Thiedemann um eine Zugabe nicht herum. Das fiel ihm freilich leicht, der Protagonist zeigte sich angetan vom guten Besuch und ebenso von der exzellenten Akustik der Kirche.

Die Kirchengemeinderatsvorsitzende Margarete Braun gratulierte dem Künstler zu seiner Darbietung und betonte, sie habe nicht gedacht, dass eine einzige Person im Stande sei, "ein so tolles Konzert zu spielen". So überreichte sie dem Cellisten wahrhaft beeindruckt einen Blumenstrauß. Auch über die eingegangenen Spenden zugunsten der Kirchturmrenovation zeigte sie sich hochzufrieden.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Unbekannter rempelt Kassiererin an und greift in Kasse

Am Montag gegen 15.20 Uhr hat ein bisher unbekannter Täter bei einem Getränkehändler in der Hofgartenstraße in die Registrierkasse gegriffen. weiter lesen