Stille im Glockenspielhäusle

Es wird still werden im bekannten Glockenspielhäusle in Haigerloch. Nach einem erfüllten Leben ist seine Bewohnerin, die Kunstpädagogin Rose Palla-Planck, im Alter von 92 Jahren gestorben.

|

In dem Häuschen "Am Steigle 1" in Haigerloch fand Rose Palla-Planck über 27 Jahre eine glückliche Heimat, ließ gerne Einheimische wie Besucher teilhaben an ihrer Kunst, an ihren strahlenden Engelsbildern oder am Werken mit Ton. "Die Freude am Gestalten. Sich selbst finden im Malen und anderen eine Freude bereiten" - das war das Lebenselexier der Kunstpädagogin und Künstlerin. Das Alter empfand sie als Geschenk und sie konnte mit 92 Jahren geistig rege auf ein erfülltes Leben voller Kreativität zurückblicken.

Geboren wurde die Verstorbene am 12. Juni 1923 in Nussdorf bei Vaihingen/Enz in eine Pfarrersfamilie. Ihre Eltern Ida und Oskar Planck haben vor 57 Jahren als erstes Leiterpaar in der Begegnungsstätte auf dem Kirchberg bei Sulz Pionierarbeit geleistet.

Nach drei Semestern auf der Kunstakademie Stuttgart war Rose Planck mit Freude musisch-pädagogische Lehrerin, unter anderem in der berühmten Urspring-Schule. Immer wieder gab es Ausstellungen von Arbeiten ihrer Schüler aus den Fächern Biologie, Geschichte, Erdkunde, Zeichnen, Werken und Religion. Zwei angebotene Dozentenstellen lehnte die begabte Pädagogin ab, weil sie lieber "an der Basis" arbeiten wollte.

Die letzten 16 Berufsjahre war die Verstorbene im Internat im Diasporahaus in Bietenhausen tätig. Dabei wuchs dort die Brücke zu den Jugendlichen über Kunst und Religion. Jungen, fleißigen Menschen gab sie zudem Anregungen in Kunstschrift, im Weben, Knüpfen, für Leder-Applikationen und Metall-Reliefs, in der Gestaltung von Handpuppen, im Tonen oder auch bei der Herstellung von Strohintarsien.

Rose Palla-Plancks Plastiken, Reliefs, Bilder und Portraits, allen voran ihre tiefgründigen, gelb und orange strahlenden Engelbilder auf Seide, wurden auf Landesebene ausgestellt, so in Ludwigsburg oder im evangelischen Studienzentrum Birkach. Ihre Arbeiten gelten als "religiöse Meditations-Anregung in moderner Zeit". Heute hängen ihre Engelbilder als Drucke in über 900 Häusern und ihre getonten Okarina-Vögel, die sie mit Touristen im und vor dem Glockenspielhäusle oder in Workshops bei Freizeiten und Ferienspielen gestaltet hat, klingen ebenfalls in zahllosen Häusern. Auch Prominente aus der Kulturszene, wie Hera Lind, Ruth Maria Kubitschek oder auch Gotthilf Fischer, waren Gäste in ihrer Galerie und haben Werke von Rose Palla-Planck erworben.

Ihr ganzes Leben hat Rose Palla-Planck ihre Gedanken und Empfindungen zu Papier gebracht. Sie brauchte "die befreiende Kraft des Malens zum Sichtbarmachen von Gedanken sowie zur Rückfindung in die Herzensmitte und zur Lebensharmonie". Ihren Ruhestand empfand sie mit Dankbarkeit als ihren "allerbesten Lebensabschnitt".

Um die Verstorbene trauern nicht nur ihre drei Kinder, zwei Töchter und ein Sohn mit ihren Familien, sondern auch ein großer Bekanntenkreis. Die Beerdigung findet am Samstag, 19. September, um 10.30 Uhr, auf dem Friedhof in Haigerloch statt.

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Das „Leuchtturmprojekt“ Ärztehaus ist jetzt offiziell auf dem Weg

Bei der Grundsteinlegung mit über 200 Gästen herrschte Freude und Befriedigung darüber, dass das Projekt nun auf den Weg gebracht ist. Eine Zeitkapsel soll das große Ereignis festhalten. weiter lesen