Kirche steht vor großen Aufgaben

Mit einem Neujahrsempfang für die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde gab es am Abend des Neujahrstages in Haigerloch eine Premiere. Die Idee stammte von den Ehrenamtlichen.

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Beim ersten Neujahrsempfang der evangelischen Kirchengemeinde Haigerloch freute sich Pfarrerin Dorothee Kommer (zweite von links) über sehr viel ehrenamtliches Engagement in ihrer Gemeinde.  Foto: 

Der traditionelle Neujahrsgottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde wurde in diesem Jahr nicht wie gewohnt morgens, sondern erst am frühen Abend gefeiert. Der Grund: Aus den Reihen der Kirchenmitglieder wurde vorgeschlagen, sich nach dem Gottesdienst zu einem Neujahrsempfang im Gemeindehaus zu treffen. Auch waren es Ehrenamtliche, die Häppchen, Sekt und weitere Getränke vorbereitet hatten, um auf ein auf gutes und von Gott geführtes neues Jahr anzustoßen.

In einem Gespräch mit der HZ zeigte sich Pfarrerin Dr. Dorothee Kommer, die seit knapp zwei Jahren in Haigerloch im Amt ist, mit der vielseitigen Arbeit zahlreicher Ehrenamtlichen in der Gemeinde sehr zufrieden. "Ich freue mich über das rege Gemeindeleben in Haigerloch. Vor allem unsere musikalische Bandbreite ist sehr groß und reicht vom Kirchenchor über den Posaunenchor bis hin zum Gospelchor und darüber hinaus zur interessanten Musikprojekten", sagte sie. Gerade die Aufführung von Teilen des Musicals "Friede auf Erden", bei dem Kinder, Jugendliche und Erwachsene unter der Leitung von Simone Hönisch in einer bis zum Rand gefüllten Abendmahlskirche zusammenwirkten, sei ein "Zeugnis gelebten Glaubens" gewesen. Ein Ausdruck der guten Gemeinschaft sei auch das gemeinsame freitägliche "Essen in der Herbst- und Winterzeit" im Gemeindehaus.

Dankbar zeigt sich die Pfarrerin mit dem Blick auf das abgelaufene Jahr auch darüber, dass mit Sarah Stoll zusammen mit den Kirchengemeinden Rangendingen und Hechingen erstmals eine Jugendreferentin angestellt wurde, die bereits sehr viel bewegt habe, darunter die Gründung eines Jugendkreises, der sich 14-täglich trifft.

Das Flüchtlingsthema werde in den kommenden Jahren in der Gemeinde eine große Rolle spielen, stellte die Pfarrerin weiter fest. Eine Gruppe Jugendlicher habe jetzt die Erstaufnahmestelle in Meßstetten besucht und Kontakte zur Caritas geknüpft. Auch werde der Gottesdienst am Sonntag, 24. Januar, unter dem Thema "Flüchtlinge" stehen. "Ich kann eine große Hilfsbereitschaft in unserer Gemeinde feststellen, was die Flüchtlingssituation betrifft", so Dorothee Kommer.

Ein großes Thema im neuen Jahr werde auch die Sanierung des Glockenturms der Abendmahlskirche sein. Bereits 2015 seien die Schäden aufgenommen, kleinere Reparaturen erledigt und der Efeu von der Fassade entfernt worden. Im Frühjahr werde der Turm wieder eingerüstet und mit der Sanierung begonnen. Dass der Turm sehr eng ist, erschwere die Arbeiten. Zur Stabilisierung werde ein Stahlträger eingezogen. Das Turmdach werde neu gedeckt, wofür die Kirchengemeinde Schieferziegel favorisieren würde, das Denkmalamt aber schwarz glasierte Biberschwanzziegel empfiehlt, zumal man solche auf dem Dachboden der Kirche gefunden habe. "Das ganze Kirchendach neu zu decken, liegt finanziell nicht drin", erklärt Pfarrerin Kommer. Die Sanierung des Glockenturms wird um die 120 000 Euro kosten. Die Kirchengemeinde hat bereits 36 000 Euro in der Rücklage und muss nun weitere 35 000 Euro aus Spenden aufbringen. Den Rest steuern der Kirchenbezirk und Landeskirche bei. Pfarrerin Dr. Dorothee Kommer hofft, "dass die Glocken im Turm spätestens zum Erntedankfest 2016 wieder läuten".

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