Helmut Gabeli mit Landesehrennadel Baden-Württemberg ausgezeichnet

In der ehemaligen Synagoge wurde mit der Verleihung der Landesehrennadel an Helmut Gabeli dessen Verdienste um die Aufarbeitung der jüdischen Geschichte Haigerlochs und in der Gedenkstättenarbeit gewürdigt.

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Helmut Gabeli (2. v. r.) nahm, zusammen mit Ehefrau Brigitte Gabeli,  die  Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg entgegen. Bürgermeister Heinrich Götz, Trillfingens Ortsvorsteher Hermann Heim, und Klaus Schubert, Vorsitzender des Synagogenvereins (v. l.), gratulierten.  Foto: 

Eine große Festgesellschaft gab am Sonntag  in Haigerloch einem Mann die Ehre, der sich in über 25 Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit große Verdienste um die Geschichte der jüdischen Gemeinde Haigerlochs und in der Erinnerungs- und Gedenkstättenarbeit erworben hat: Helmut Gabeli wurde  für dieses, sein Lebenswerk mit der Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet.

An der Feierstunde in der ehemaligen Synagoge nahmen Weggefährten des Geehrten, Mitglieder des Haigerlocher Synagogenvereins, des Gedenkstättenverbundes Gäu-Neckar-Alb, Bürgermeister Heinrich Götz, Altbürgermeister Roland Trojan, Pfarrer Dieter Mayer und Trillfingens Ortsvorsteher Hermann Heim teil. Der Festakt wurde musikalisch umrahmt von der Klarinettistin Sarah Schumayer.

Klaus Schubert, Vorsitzender des Vereins Gesprächskreis Ehemalige Synagoge, blickte zurück auf über 25 Jahre des Engagements vieler Menschen, Einrichtungen und Institutionen für die Erinnerung an die jüdische Geschichte Haigerlochs. Nach einem „vorsichtigen Aufbruch“ Ende der  80er-Jahre sei es in den 90er-Jahren  um die Anerkennung des geschichtlichen Erbes gegangen und schließlich – mit dem Schritt ins neue Jahrtausend – um die Etablierung der ehemaligen Synagoge als Begegnungsstätte und Ort der Dauerausstellung „Spurensicherung: Jüdisches Leben in Hohenzollern“. „Diese Epoche hat Helmut Gabeli maßgeblich mit stetigem Einsatz, großer Arbeitsleistung und Aufgeschlossenheit mitgetragen und geformt und dafür danken wir ihm voller Respekt“, so Schubert.

Bürgermeister Heinrich Götz erinnerte in seiner Laudatio an den Zustand der Synagoge  in den 70er-Jahren. Dass das Gebetshaus als Spar-Markt  genutzt wurde, habe Gabeli  immer als „unwürdig und respektlos“ gehalten. Vor diesem Hintergrund habe sich 1988, zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht, eine Bürgerinitiative gegründete, die mit 200 000 Mark eines großzügigen Spenders und weiteren 50 000 Mark das Gebäude kaufte. Die Initiative habe einiges an Überzeugungsarbeit leisten müssen, um auch die Einwohner Haigerlochs für das Projekt zu gewinnen. Ein Meilenstein sei  2004 die Einrichtung der vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg konzipierten Dauerausstellung in der Synagoge gewesen.

Gabeli hat schon unzählige Gruppen und Einzelbesucher durch das ehemals jüdische Wohnviertel Haag und die ehemaligen Synagoge geführt und begleitet. Rund 400 Führungen mit Schulklassen und Erwachsenen dürften es gewesen sein. Vielen, insbesondere jüdischen  Gästen ist der Trillfinger ein unersetzlicher Ansprechpartner und Fachmann, etwa wenn es um das Auffinden von Häusern und Gräbern jüdischer Familien geht. Gabeli stellte Kontakte zu Zeitzeugen her und leistet seit Jahrzehnten kontinuierliche Forschungs- und Publikationsarbeit. Bis in die USA ist er ein gefragter Referent.

 Bürgermeister Götz sprach von einem „Lebenswerk der Aufarbeitung der jüdischen Geschichte“ und überreichte an den Jährigen die Ehrennadel und die von Ministerpräsident Winfried Kretschmann unterzeichnete  Urkunde.  Für Brigitte Gabeli  gab es Blumen. Auch Trillfingens Ortsvorsteher Hermann Heim gratulierte Helmut Gabeli. Trillfingen sei  stolz  auf  ihn.

Der Geehrte selbst stellte fest, dass er „nur das getan“ habe, „was im Bereich der Erinnerungs- und Denkstättenarbeit üblich war“. Als er vor 48 Jahren als Jurist nach Haigerloch gekommen sei, habe er sich die  jüdische Geschichte der Stadt im Selbststudium nach und nach erarbeitet.  „Ich bin der Beschenkte“, stellte Gabeli fest. Durch seine Tätigkeit habe er viele freundschaftliche Kontakte knüpfen und in der Gedenkstättenarbeit auf Stadt-, Regions- und Landesebene viel Neues erfahren dürfen. Abschließend dankte Helmut Gabeli seiner Ehefrau Brigitte für die Unterstützung und namentlich auch dem ehemaligen Bürgermeister Roland  Trojan, der sich nach anfänglichem Zögern für die Ziele des Synagogenvereins stark gemacht habe.

Dem offiziellen Festakt schloss sich  ein Stehempfang an.

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