Heiligenzimmerner Brüder überqueren die Alpen zu Fuß

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Der selbstständige Bäckermeister Wilfried Bisinger (rechts) hat mit seinem Bruder Holger die Alpen zu Fuß überquert.  Foto: 

Der selbstständige Bäckermeister Wilfried Bisinger hat im Sommer seine Bäckerei in Gruol aufgegeben und sich danach einige Träume erfüllt. Einer davon war die Überquerung der Alpen zu Fuß, was er vor kurzem mit seinem Bruder Holger in die Realität umsetzte. In sechs Tagen sind die beiden Bergfans über den Europaweg Nummer 5 von Oberstdorf in das Dorf Tirol bei Meran in Südtirol gewandert. Dabei haben sie rund 9000 Höhenmeter erklommen und 150 Kilometer zurückgelegt.

Für Wilfried Bisinger hat die Tour eigentlich schon in Heiligenzimmern begonnen, da er von dort in zwei Tagen mit dem Mountainbike (ohne Motor) bis nach Oberstdorf geradelt ist. Bei der Bergtour hatten die beiden Brüder täglich sechs bis acht Stunden reine Wanderzeit zu bewältigen mit einem zehn Kilogramm schweren Rucksack auf dem Buckel. Doch die Strapazen lohnten sich, da sie stets bei Kai­serwetter, sprich blauem wolkenlosem Himmel, wanderten.

„Das war Motivation genug, mich zu quälen. Wenn man vom Tal auf den Berg kommt und die sagenhafte Fernsicht genießen kann, ist das gigantisch,“ schwärmt Bisinger. Da war es fast schon Nebensache, dass er bei seinen alten Bergschuhen die Sohlen durchlief und nach dem Kauf von neuen erst mal richtig schmerzhafte Blasen an den Füßen hatte.

Das Highlight und zugleich die Mammuttour war für die Bisingers die Route von Tieflehen über die Braunschweiger Hütte nach Sölden. Dabei mussten sie einen Aufstieg von 1400 Meter bewältigen und der Abstieg mit 1600 Metern forderte auch seinen Tribut. „Da war ich platt“, meinte Bisinger, obwohl er sich gut auf den Marsch vorbereitet hatte mit Moutainbiketouren und anstrengenden Dauerläufen. „Die Strapazen wurden aber mit einem herrlichen Blick auf die Gletscher im Pitztal belohnt. Das war phänomenal,“sagt Wilfried Bisinger.

Verführerisch sei die Tour auch gewesen, da vom Gletscher Busse ins Tal gefahren seien. Diesen Vorzug haben sich die beiden Tourengeher aber verkniffen. Im Gegenteil, sie haben die Tagesrouten des E 5 oft noch verlängert und sind anspruchsvollere Routen gegangen. Dies nicht nur, um die geführten Gruppen zu umgehen, sondern auch um ein noch intensiveres Bergerlebnis in Ruhe zu haben. Dabei entdeckten sie in der Seescharte bei Zams die selten zu Gesicht zu bekommenden Steinböcke und das gleich zehn an der Zahl.

„Mein Hauptmotiv war das Naturerlebnis, Stress abzubauen und zur Ruhe zu kommen. Und dies wurde alles erfüllt“, resümiert Bisinger und hat schon weitere Bergtouren im Kopf.

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