Haigerlocher Gymnasiasten schwitzen für Wasser

Kilometer um Kilometer für den guten Zweck: Über 400 Schüler des Gymnasiums Haigerloch beteiligten sich am Mittwoch am großenSpendenlauf.

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    Über 400 Schüler des Haigerlocher Gymnasiums beteiligten sich am Spendenlauf zu gunsten eines Trinkwasser-Projektes in Ostafrika. Foto: 
  • Die Schülerinnen und Schüler der Kursstufe 1b waren für die Organisation des Spendenlaufs verantwortlich. 2/2
    Die Schülerinnen und Schüler der Kursstufe 1b waren für die Organisation des Spendenlaufs verantwortlich. Foto: 
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Punkt 9.30 Uhr  war am Mittwoch Anpfiff zum großen Spendenlauf des Haigerlocher Gymnasiums. 411 Schüler aus allen Klassenstufen waren registriert. Die Kursstufe 1b mit Klassenlehrer Stefan Albiez hatte die Organisation inne. Es war der erste Spendenlauf nach einigen Jahren Pause – und damit ein großes Ereignis für die ganze Schule.

Nach dem Startsignal rannten  die Schüler Kilometer um Kilometer auf einer exakt abgesteckten Strecke rund um die Witthauhalle. Jeder erlaufene Kilometer bringt bares Geld, das der deutschen Organisation Ped-World gespendet wird. Die Organisation versorgt Gemeinden in Ostafrika mit Nebelnetzen – einer innovativen Möglichkeit, die wasserarmen Dörfer mit Trinkwasser zu versorgen (siehe Info-Kasten).

Gesponsert wurden die Schüler  von Angehörigen und anderen Privatpersonen sowie von Firmen aus der Region, die von den Organisatoren des Spendenlaufes im Vorfeld angeworben worden waren. Stefan Albiez lobt den „riesengroßen Einsatz“ seiner Schülerinnen und Schüler „sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der  Sponsorensuche“.

Doch nicht nur Geld sollte bei dem Spendenlauf gesammelt werden. Rund um den Lauf – vor allem über die Mittagszeit und zum Abschluss am Nachmittag – wurde ein attraktives Programm angeboten. So trat die Akrobatik-AG auf und der Schulchor  hatte eigens für den Tag afrikanische Lieder einstudiert, die in der Mittagspause dargeboten wurden. Zum Ausklang sorgte die Schulband für Stimmung. Einige Gäste fanden sich auf dem Schulgelände ein, um bei Kaffee und Kuchen, Würstchen vom Grill und erfrischenden Getränken dabei zu sein und ebenfalls einen Beitrag  zum Spendenbetrag zu leisten.

Mit dem Spendenlauf stellten die Schüler erneut unter Beweis, dass  sie bereit sind, etwas zu leisten, sich anzustrengen und zu schwitzen, um so anderen helfen  zu können. Gerade beim Ped-World-Projekt kommt eine zusätzliche Bedeutung hinzu: Mit dem Lauf  am Mittwoch trugen die Haigerlocher Gymnasiasten mit dazu bei, dass  Kinder der betroffenen Orte in Afrika sehr oft sehr weit laufen müssen – zum Teil vier Stunden täglich –, um in schweren Kanistern trinkbares Wasser herbei zu schaffen. Dies soll auch das Logo ausdrücken: „Wir schwitzen, um Wasser zu erhalten!“

Das Gymnasium Haigerloch hat schon Erfahrungen mit Spendenläufen gesammelt. Die Bereitschaft der Schüler, sich anzustrengen hat schon verschiedene Projekte unterstützt. In jedem Lauf konnten etwa 5000 Runden gesammelt werden – ob es diese Mal wieder so viele werden? Insgesamt hofft die Schule auf eine Spendensumme jenseits der 10000 Euro; damit könnten zwei Netze gebaut werden, die ein Dorf auf Jahre mit frischem Trinkwasser versorgen würden.

Die Sponsoren waren: Imnauer Mineralquellen als Hauptsponsor, Albfood, Alfinanz, Bäckerei Bisinger, Bürkle Schreibwaren, Edbauer & Dormeyer, Edeka Sinz, Fahrschule Benno Alex, Fristo Getränkemarkt, Gastschloss Haigerloch, Holzbau Siedler, Hurm & Sinn, Jugend- und Kulturverein Empfingen, Klostermühle Heiligenzimmern, Markus’ Fahrschule, Obere Apotheke, Physiotherapie Haizmann, Schwenk GmbH, Sidler Omnibusreisen, Sixt Autovermietung, Sparkasse Zollernalb, Tierarzt Waiblinger, Theben AG  sowie Wyland & Kohle.

Was ist Ped-World?

Ped-World Die deutsche Organisation Ped-World versorgt Dörfer in Ostafrika mit Trinkwasser-Systemen. Diese Dörfer liegen  in sehr regenarmen Gebieten – wie vor allem im Bergland von Tanzania. Die wenigen Brunnen, die es gibt, liegen zum Teil Stunden von den Orten entfernt.

Vor allem die Mädchen sind traditionell für das Wasserholen zuständig. Von der rein körperlichen Anstrengung abgesehen, ist es diesen Kindern zeitlich dann nicht möglich, die Schule zu besuchen.

 

Nebelnetze Die gemeinnützige Organisation hat nun schon einige Erfahrung gesammelt, wie  „Nebelnetze“ eingesetzt werden können: Obwohl es wenig regnet, ziehen in den Nächten Nebelfelder über die Berge. Deren Feuchtigkeit schlägt sich an den Netzen nieder, Tropfen bilden sich, gleiten die Netze hinab und sammeln sich in großen Tanks. Dieses Verfahren reicht aus, um mit wenigen Netzen eine ganze Gemeinde zu versorgen. Die Kinder sind damit entlastet und können nun endlich die Schule besuchen. Das Trinkwasser-Projekt von Ped-World wird von einigen namhaften Organisationen anerkannt, nicht zuletzt vom Staatsministeriums Baden-Württemberg.

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