Haigerloch hat Angebote für Erddeponie

Wird die Haigerlocher Erddeponie "Grund" in Stetten doch noch zu einer Goldgrube. Dem Ortschaftsrat Stetten lagen jetzt jedenfalls drei interessante Pachtangebote auf dem Tisch.

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Aus der Erddeponie "Grund" in Stetten könnte doch noch eine Goldgrube werden. Drei Interessenten, darunter der Landkreis, wollen die Deponie pachten.  Foto: 

In der Sitzung des Ortschaftsrates Stetten überraschte Bürgermeister Heinrich Götz mit der Nachricht, dass es drei Interessenten für die Erddeponie gibt: Da ist zunächst der Landkreis Zollernalb, der auf dem Gelände eine zweite Kreismülldeponie einrichten würde, wozu die Erddeponie aber für höher belastete Stoffe neu klassifiziert werden müsste (von DK -0,5 auf DK 0 bis DK 1). Der Landkreis würde die Deponie, die noch etwa eine Million Kubikmeter Restvolumen hat, rund 20 Jahre lang betreiben und jährlich mit rund 40 000 Kubikmetern verfüllen. Der Kreis würde 2016 in die Planung einsteigen. Auf dem Gelände würde auch ein Wertstoffzentrum eingerichtet, das sechs Tage in der Woche geöffnet hat, und wo auch Grüngut und Rasenschnitt angenommen würden.

Die Planungen werden im Kreistag und am Dienstag im Haigerlocher Gemeinderat vorgestellt.

Über einen Pachtpreis gab es bislang noch keine Informationen. Angesprochen wurde aber die Entwässerung, da das Sickerwasser der Deponie bisher im Freispiegelgefälle Richtung Hart und Rangendingen abfließt. Deshalb müsste die Deponie an eine Sammelkläranlage angeschlossen werden.

Ebenso liegen der Stadt zwei Angebote von Privatfirmen vor. Diese würden auf der Deponie der Klasse DK -0,5 wie bisher völlig unbelastetes Material (Z0) einbauen. Die Pächter würden alle Genehmigungen selbst einholen. Die Anlieferung von unbelastetem Erdaushub aus dem Stadtgebiet zu den ortsüblichen Bedingungen soll weiter gewährleistet bleiben. Der Pachtzeitraum würde in beiden Fällen fünf Jahre betragen. Die Anlieferung des Materials mit Lastwagen würde pro Tag zwischen 6.30 bis 19.30 Uhr rund 80 Fahrzeuge bedeuten. Nach Pachtende würde die Deponie rekultiviert und bepflanzt an die Stadt zurückgeben. Interessant ist die finanzielle Seite: Einer der Interessenten bietet 2,5 Millionen Euro Pacht, der andere sogar 7,5 Millionen Euro. Ergänzend wies Bürgermeister Götz darauf hin, dass eine - bei den Privatfirmen - relativ schnelle Verfüllung des Restvolumens der Deponie "Grund" vor dem Hintergrund zu sehen sei, dass im Jahr 2020 die Neuverpachtung des Steinbruchs in Weildorf anstehe. Dort könnte sich die Stadt ein Volumen für unbelasteteten Erdaushub zusichern lassen.

Ratsmitglied Walter Stocker stellte zunächst fest, dass durch den Gipsbruch "ein Loch in der Landschaft entstanden ist, das dort nicht hingehört und wieder verfüllt werden muss". Wichtig sei, herauszustreichen, dass durch die beiden Privatanbieter nur kontrolliert unbelastetes Material angeliefert werden würde. Auch die Ortschaftsräte Matthias Deppert und Karl-Heinz Schneider begrüßten die Verhandlungen um die Verpachtung der Deponie als "Schritt in die richtige Richtung".

Einst ein Gipsbruch

Stuttgart 21 Die zwölf Hektar große Deponie "Grund" auf Markung Stetten war einst der Gipsbruch Dietterle, ist aber seit Jahren im Besitz der Stadt. Ein Teilbereich des Geländes wird mit unbelastetem Erdaushub verfüllt und als Grüngutablagerungsstätte genutzt. Seit über vier Jahren wird im Gemeinderat Haigerloch diskutiert, ob nicht ein Teil der Deponie zum Einbau von unbelastetem Material, beispielsweise Erdaushub von Stuttgart 21, gewinnbringend verpachtet werden könnte.

SE

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