Gewerbeverein Trillfingen geht optimistisch in die Zukunft

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Mit einem Gottesdienst in der Wendelinskapelle begann am Montagmorgen traditionell der Jahrtag des Gewerbevereins Trillfingen.  Foto: 

Trillfingen ist bekannt für eine Reihe von Traditionen, die seit Generationen gepflegt werden. Der Schäferjahrtag, der vor kurzem in seiner 240. Auflage gefeiert wurde, ist ein Beispiel dafür, der Jahrtag des Gewerbevereins Trillfingen, der immer am ersten Montag im November begangen wird, ein weiteres.

Mit einer Messe zu Ehren der verstorbenen Vereinsmitglieder in der  Wendelinskapelle, zelebriert von Pfarrer Dieter Mayer und an der Orgel begleitet von Karl Müller, wurde der Jahrtag begonnen. Die Hauptversammlung fand anschließend im Trillfinger Schützenhaus statt.

Der neue Vorsitzende Oliver Kurz begrüßte dort etwa zwei Dutzend der aktuell 40 Mitglieder des Gewerbevereins. Man habe drei neue Mitglieder gewonnen. In Vertretung von Kassier Simon Fecht verlas Markus Amann den Kassenbericht. Der Verein verzeichne mehr Ausgaben als Einnahmen. So kamen 550 Euro an Mitgliederbeiträgen  und 230 Euro an Spenden auf das Vereinskonto. Dem stünden aber etwa 1200 Euro an Ausgaben gegenüber. Mit einem neuen Anwesenheits- und Spendenbuch sollen künftig weitere Einnahmen generiert werden. Eine Erhöhung des Jahresbeitrages von derzeit 22,50 Euro wurde auf Wunsch der Mitglieder vertagt, weil aus der letzten Gewerbeschau zusammen mit dem Handels- und Gewerbeverein Haigerloch noch ein Guthaben von über 5000 Euro bestehe. Über die Zukunft der gemeinsamen Gewerbeschauen wurde am Montag kein Wort verloren.

Schriftführer Martin Beuter blickte in seinem Bericht zurück auf den Gewerbejahrtag 2015 mit Vorstandswechsel: Vorsitzender Franz Heim hatte sein Amt nach zehn Jahren in jüngere Hände übergeben. Auch weitere Vorstandsämter konnten mit jüngeren Mitgliedern neu besetzt werden. War bei der Zusammenkunft 2015 die Schließung der Sparkassenfiliale in Trillfingen ein zentrales Thema, wurde am Montag über die Schließung der Volksbankfilianle im Ort gesprochen. „Das tut einem im Herzen weh“, stellte Ortsvorsteher Hermann Heim in seinem Grußwort fest. Aber es würden „Gespräche laufen“, eine Unterschriftenaktion sei geplant. „Wir sind guten Mutes dass wenigstens ein Geldautomat im Ort installiert wird, so Heim. Als Vertreter der Volksbank Hohenzollern-Balingen erklärte Martin Schäfer, dass vor allem die  Niedrigzinspolitik und das veränderte Zahlungsverhalten der Bankkunden ursächlich für die Neustrukturierung des Filialnetzes seien.

Bürgermeister Dr. Heinrich Götz führte die Entlastung des Vorstandes herbei. Wie zuvor der Ortsvorsteher lobte Götz den Gewerbeverein für seine junge Führungsmannschaft und die Aufrechterhaltung von Traditionen. „Gewerbe im Ort ist wichtig“, betonte Götz. Die Stadt Haigerloch könne alle Schularten und -abschlüsse anbieten. „Damit können wir das Potenzial vor Ort nutzen, auch was künftige Fachkräfte angeht.“

Abschließend sprach Rainer Neth von der Handwerkskammer  Reutlingen den Altmeisterdank aus an den Ehrenvorsitzenden des Gewerbevereins, Heinz Haber, sowie an Rudolf Siedler, Jakob Schneiker und Josef Pfeffer.

Nach dem Mittagessen und bester Bewirtung im Trillfinger Schützenhaus machten sich die Gewerbevereinsmitglieder mit Partnerinnen auf zum traditionellen Ausflug, der diesmal zur Firma Hoffmann Blechbearbeitung und Pulverbeschichtung in Sickingen führte.

Der Ausblick von Rainer Neth, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Reutlingen, fiel positiv aus. Im Kammerbezirk, zu dem die Landkreise Zollernalbkreis, Tübingen, Reutlingen, Sigmaringen und Freudenstadt zählen, sind in etwa 13­­ 700 Betrieben rund 76 000 Mitarbeiter, davon zirka 5000 Auszubildende, beschäftigt. Das Umsatzvolumen beträgt rund 8,6 Milliarden Euro. „Das sind stolze Zahlen“, so Neth. Handwerk und Mittelstand stellten weiterhin die „Wirtschaftskraft von nebenan“, wie es in der seit acht Jahren erfolgreich geführten Imagekampagne heißt. Zwei Drittel der Betriebe im Kammerbezirk sind „zufrieden“ und blicken auch optimistisch auf das kommende Jahr, 40 Prozent verzeichnen weiter steigende Auftragszahlen.

Die Ausbildungszahlen sind laut Neth erstmals seit drei Jahren wieder rückläufig (minus zwei Prozent), im Kreis Freudenstadt sogar mit minus 18 Prozent. Aber im Zollern­albkreis ist mit plus fünf Prozent ein Gegentrend zu verzeichnen. Derzeit sind in 170 Betrieben noch insgesamt 327 Lehrstellen unbesetzt, im Zollernalbkreis 45 Lehrstellen in 34 Betrieben. In Baden-Württemberg absolvieren aktuell etwa 170 Flüchtlinge eine Ausbildung, immerhin 47 davon im Bezirk der HK Reutlingen. spa

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