Getragen vom wunderbaren Klang

In der ganzen Stadt feierten die katholischen Christen die Karfreitags- und Ostergottesdienste auf festliche Weise, wunderbar umrahmt vom Gesang der jeweiligen Kirchenchöre.

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Feuer und Licht in der Dunkelheit versinnbildlichen Hoffnung und Auferstehung. Foto: Wilfried Selinka

Ostern 2013 erinnerte mit Kälte eher an Weihnachten als an ein Frühlingsfest. Doch in den Kirchen überwog dann doch die Freude über den Auferstandenen und die Wärme des Osterlichts.

Die schlichte Karfreitagsliturgie in der Schlosskirche bekam ihre besondere Auszeichnung durch die Lesung der Passionsgeschichte nach Johannes. Sie wurde unterbrochen durch gesungene Werke aus der Feder von Johann Sebastian Bach, so der Choral "Jesu deine Passion" zu Beginn sowie "O Traurigkeit" am Schluss. Das Arioso "Betrachte meine Seel" aus Bachs Johannes-Passion für Bass und Orgel, bearbeitet von Hans Konstanzer, sang Werner Rupprecht.

Ergänzt wurde die Liturgie durch den Kirchenchor unter der Leitung von Hans Konstanzer mit Werken italienischer Meister, so unter anderem mit dem "O bone Jesu" von Marco Antonio Ingegneri, "Popule meus" von Tommaso Ludovico da Vittoria und "Stabat mater" von Giovanni Maria Nanino.

Zelebrant am Altar bei der Kreuzverehrung war Pater Josef Beck vom Missionshaus der Weißen Väter, der in seiner Predigt davon sprach, dass der Schrei von Jesu Christi am Kreuz mit "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen" auch der Schrei der Unterdrückten, Hungernden und Gepeinigten in der Welt ist.

Am Beginn der Auferstehungsfeier am Karsamstag stand in der "Nacht des Lichtes, der Nacht des auferstandenen Christus und der Nacht des neuen Lebens" vor der Schlosskirche das Entzünden der Osterkerze am geweihten Osterfeuer wiederum durch Pater Josef Beck unterstützt von Diakon Peter Hipp. In feierlichem Zug trug man die Osterkerze in den dunklen Kirchenraum. Diakon Hipp stimmte dazu das "Lumen Christi - Sehet das Licht Christi - Dank sei Gott" an. Die anschließenden Lesungen aus dem Alten Testament kündeten vom Erlösungswerk Gottes an seinem Volk. Eingebunden in die Messfeier war die Weihe des Taufwassers, die Erneuerung des Taufgelübdes der Gemeinde.

Die Predigt Pater Josef Becks am Ostermorgen stand unter der Aussage "Karfreitag ist Ostern - Ostern ist Karfreitag". Der Prediger wollte damit zu verstehen geben, dass ohne die Leidensgeschichte an Karfreitag, es keinen Auferstandenen an Ostern geben könne. Der Pater stellte außerdem die Fragen: "Wo ist Gott?, Warum haben die Menschen der heutigen Zeit ihn verlassen?". In vielen Herzen, so der Prediger, sei Gott gestorben, an den Rand des Lebens getreten, werde verspottet und verlacht, weil er nicht ihren Wünschen entspreche. Die Folge davon seien die vielen Kirchenaustritte.

Diese Menschen, fuhr der Pater fort, hätten den Sinn von Karfreitag und Ostern nicht verstanden, denn der Auferstandene trete jedem Menschen mit seiner Liebe entgegen. In vielen Bildern des Evangeliums spreche Christus vom neuen Leben, seiner Zusage von Liebe, Freude, Trost und Friede.

In den Osterjubel stimmte wiederum der katholische Kirchenchor mit ein. Dirigent Hans Konstanzer hatte als besondere Festtagsgabe zusammen mit dem Chor die "Missa brevis in d" von Wolfgang Amadeus Mozart für Chor und Orchester vorbereitet.

Der zwölfjährige Mozart wollte nicht nur den liturgischen und barocken Raum mit prunkvoller Musik ausfüllen, sondern in der Musik auch den Geist der Liturgie ausdrücken. So finden sich in dem Werk starke Ausdrucksgegensätze. Die Komposition wurde in allen ihren Teilen dargeboten und war von klaren und hellen Stimmen getragen.

Weitere musikalische Werke bei diesem Gottesdienst stammten von Michael Haydn "Das Grab ist leer" für Chor und Instrumente aus dem Salzburger Kirchengesangbuch von 1790. Außerdem "O du mein Trost" von Johann Wolfgang Franck, gesungen von Werner Rupprecht und begleitet vom Orchester.

Zusammen mit dem Kirchenchor musizierten Mitglieder des Balinger Kammerorchesters. Die Gemeinde sang die bekannten Osterlieder, während Hans Konstanzer an der Orgel zu Beginn der Messe die "Toccata in F" von Dietrich Buxtehude und am Schluss der Messe von Johann Caspar Ferdinand Fischer das "Christ ist erstanden" mächtig erklingen ließ

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