GEBET · AN DER PFORTE DER Weiler KIRCHE: Vaterunser in Stein gehauen

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Als die Weiler Kirche in Owingen erbaut wurde, konnte kaum jemand lesen oder schreiben. Doch beim Beten wussten sich die Menschen zu helfen.

Dass man beim Gottesdienst das Vaterunser braucht, wusste 1152, als die Weiler Kirche eingeweiht wurde, jeder. Doch der genaue Wortlaut? Als Hilfe für die damaligen Gläubigen haben die Erbauer ein Vaterunser in Stein gehauen, gleich links am Eingang der Weiler Kirche. Dieses berührte man beim Eintreten mit der linken Hand (vom Herzen), mit der rechten öffnete man die damals einflügelige Tür.

Dieses Vaterunser sieht so aus: Aus einem dreigestaffelten Himmel wächst eine Ranke nach unten und symbolisiert die himmlischen Belange:

Geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe.

Dies ist der Urgrund allen christlichenGlaubens.

Nach einem kleinen Abstand folgt:

Gib uns unser täglich Brot.

(es geht um Lebenssicherung)

Vergib uns unsere Schuld wie wir

vergeben unseren Schuldigern.

(sonst gelingt keine Beziehung,

weder zu Gott noch zu Menschen)

Führe uns nicht in Versuchung.

(besser: führe uns aus der Versuchung)

Erlöse uns von dem Bösen.

Der anschließende Lobpreis denn dein ist das Reich ist nicht Wortlaut Jesu, sondern Gemeindebildung und zielt auf den auferstandenen Christus.

Als es später Schulen gab, die Menschen schreiben und lesen lernten, wurde dieser Ritus verboten. So steht man heute an der Weilerkirche vor einem einmaligen Zeugnis mittelalterlicher Religionsausübung.

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