Frenetischer Applaus für „Elias“-Aufführung in Trillfingen

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Mit dem Oratorium „Elias“ glänzten in der St.-Valentinkirche in Trillfingen rund 150 Akteure.  Foto: 

Festliche Chor- und Orchesterklänge in der brechend vollbesetzten Pfarrkirche St. Valentin in Trillfingen: Rund 150 Akteure hatten sich in der Kirche zur Aufführung des Oratoriums „Elias, nach Worten des alten Testaments“ von Felix Mendelssohn Bartholdy versammelt.

Fast zehn Jahre hat Mendelssohn an seinem „Elias“ gearbeitet und, je näher er dem Ende kam, desto mehr daran gebastelt und getüftelt. Und über ein Jahr haben der Chor Vox Humana, der Elias-Projektchor, der Vokalis-Jugendchor Schramberg, der Jugendchor Bildechingen und der Chor „Takt“ Mühringen unter Leitung von Peter Straub zusammen mit dem Orchester „arsT instrumental“ unter der Gesamtleitung von Mike Krell gefeilt und geprobt, um gemeinsam mit den Solisten Andreas Reibenspiess aus Trossingen als Elias, Claudia Hebermann (Sopran), Sandra Heinz (Alt), Marcus Elsäßer (Tenor) und den Kindern Eleni Bouikidiou und Henrik Nagel ein großartiges, sehr komplexes Gesamtbild zu schaffen und packende musikalische Bilder von Feuer, Regen und Gotteserscheinung eindrucksvoll zu interpretieren.

Dass der „Elias“ eher eine geistliche Oper voller „Hits“ und mit viel Tonmalerei ist, als ein „normales“ Oratorium wurde bei dieser Aufführung wunderbar deutlich. Die an vielen Stellen äußerst feinsinnige musikalische Leistung aller Beteiligten stellt ein hohes interpretatorisches Potential unter Beweis. Mit untrüglichem Gespür für die kompakte Dramatik und die suggestiven Klangbilder Mendelsohns wurden die großen Szenen (‚Baal, erhöre uns!‘, die Regenverkündigung, ‚Und der Herr ging vorüber‘) und auch die in geheimnisvoll-schauriges E-Dur gekleidete Gotteserscheinung auf dem Berg Horeb in variantenreichen Schattierungen ausgestaltet. Dabei griffen Chor, Ensemble und Orchester stets perfekt ineinander.

Mit feinem Pinsel, sehr überzeugend, ohne frömmlerische Sentimentalität und Oberflächlichkeit gestalteten die Vokalsolisten ihre Partien-Aussage. Allen voran die unter die Haut gehende kräftige Stimme von Andreas Reibenspiess. Mit baritonaler Macht präferierte er die unnachgiebige, herrische Seite des Gotteseiferers und ließ die resignativen Anzeichen (im zweiten Oratorienteil) nie zu enttäuschter Rührseligkeit verkommen. Auch Marcus Elsäßer – vielleicht etwas volumenschwach, die Sopranistin Claudia Habermann und die Altistin Sandra Heinz mit ihrem auffallend dunklen Timbre trafen durchaus den von Mendelssohn gewünschten Ton dieses so farbenreichen, szenisch konzipierten Oratoriums.

Als Engel beeindruckten die klaren, glockenreinen Stimmen der jugendlichen Sänger der Spezialensembles aus Schramberg und Bildechingen mit Henrik Nagel und Eleni Bouikidiou als Solisten. Nicht zuletzt verdienen die dynamisch hellwachen, nicht nur im Baals-Gemetzel gewaltig zupackenden Choristen durchweg höchstes Lob. Mit stupender Präzision und ergreifender Klangwucht, aber auch mit voller Konzentration auf die teils langen und weichen Melodielinien sorgten sie für ein fesselndes, spannendes Hörerlebnis, für das sich das Publikum mit frenetischem Beifall bedankte.

Jahre hat Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) an seinem Oratorium über die Geschichte des Propheten Elias gearbeitet, bevor das Werk 1846 uraufgeführt wurde.

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