Stettener Ortschaftsrat stimmt für Ansiedlung eines Drogeriemarktes

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Anstelle des früheren Tankstellengebäudes und der Kfz-Werkstatt (rechts) soll neben der bereits bestehenden OMV-Tankstelle und dem Lidl-Markt an der stark befahrenen B 463 in Stetten ein Drogeriemarkt entstehen, den der Regionalverband Neckar-Alb durch eine vom Gemeinderat geforderte Bebauungsplanänderung verhindern will. Foto: Wilfried Selinka  Foto: 

Bereits in seiner nicht öffentlichen Sitzung am 13. September hat sich der Ortschaftsrat Stetten einstimmig für einen Dogeriefachmarkt neben Lidl und OMV-Tankstelle an der B 463 ausgesprochen. Das wurde nun in der öffentlichen Sitzung am Dienstagabend bekräftigt und dazu von allen Mitgliedern eine entsprechende Stellungnahme an die Stadtverwaltung und sämtliche Gemeinderäte unterschrieben. Das gleiche Schreiben hat bereits der Regionalverband Neckar-Alb erhalten. Das deshalb, weil sich der Hai­gerlocher Gemeinderat am nächsten Dienstag auf Hinweis des Regionalverbandes mit einer Änderung des Bebauungsplanes „Obere Auchtert“ befassen soll, die die Ansiedlung eines solchen Drogeriemarktes verhindern würde.

Grundsätzlich befürwortet der Regionalverband zwar die Ansiedlung eines Drogeriemarktes in der Gesamtstadt Haigerloch. Er wünscht sich allerdings eine „integrierte innerstädtische Lage“, lässt aber offen, wo diese sein soll. Der Ortschaftsrat Stetten argumentiert in seiner Stellungnahme damit, dass es eine solche weder in der Kernstadt Haigerloch noch in den beiden nächstgrößeren Stadtteilen Gruol und Stetten gibt. Vielmehr gehe es darum, so die Stettener Räte, an welchem Standort eine derartige Ansiedlung von möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern gut erreichbar ist, denn Stetten und Owingen zählen rund 30 Prozent der Haigerloch Einwohnerzahl und könnten den Markt teilweise fußläufig oder per Fahrrad erreichen.

Festgestellt wird vom Ortschaftsrat, dass im derzeit rechtsverbindlichen Bebauungsplan von 2009 für das Gewerbegebiet „Obere­ Auchtert“ keine planungsrechtlichen Einschränkungen für die Art der Gewerbe vorgenommen wurde. Deshalb wurde für den Lidl-Markt, da eine Einzelfallregelung unzulässig gewesen wäre, auch die OMV-Tankstelle und die dazugehörenden Gebäude und Grundstücke mit aufgenommen worden. Die Räte verweisen zudem darauf, dass der Regionalverband 2009 bei der Planaufstellung für die „Obere Auchtert“ um eine Stellungnahme gebeten wurde, er sich aber dazu nicht geäußert hatte. Deshalb sei für die Grundstückseigentümerin Maria Nordwig davon auszugehen, dass dieses Gelände nach wie vor gewerblich genutzt werden könne.

Auf dem geplanten Standort befinden sich zur Zeit ein altes Tankenstellengebäude und eine frühere Kfz-Werkstatt, die in den letzten Jahren an einen Autohandel vermietet war. Dieses stark sanierungbedürftige Gebäude will die Eigentümerin abreißen, um hier Platz für den beantragten Drogeriemarkt zu schaffen. „Somit handelt es sich nicht um eine Ansiedlung auf der grünen Wiese, sondern um die weitere wirtschaftliche Nutzung einer bereits bestehenden Gewerbefläche“, so die Argumentation der Stettener Räte.

Aus all diesen Gründen macht sich der Ortschaftsrat Stetten für den Standdort „Obere Auchtert“ neben dem bereits bestehenden Lidl-Markt und der OMV-Tankstelle stark und verweist ergänzend auf das Marktgutachten von Imakomm aus dem Jahr 2014, das für Haigerloch einen Drogeriemarkt für notwendig hält, da der Bereich Gesundheit und Körperpflege für die Gesamtstadt als „unterdurchschnittlich“ bezeichnet wird.

Ein ÖPNV-Anschluss befindet sich in nächster Nähe und ist durch einen separaten Fußweg mit dem Gewerbegebiet verbunden. Darüber hinaus würde sich für die Verkehrsachse bei einer weiteren Ansiedlung und täglich 13 000 bis 14 000 passiernden Fahrzeugen ein positiver Nutzen ergeben. Ein weiteres Argument des Ortschaftsrates: Die vorgesehene Fläche am äußeren Rand der Ortschaft Stetten wird seit vielen Jahrzehnten gewerblich genutzt, da die topografische Lage der Gemeinde am Hang des Eyachtales keine größeren ebenen Flächen bietet. Durch die Neuansiedlung würde sich  keine zusätzliche Belastung des Kulturgutes Boden ergeben.

Walter Stocker verwies ergänzend darauf hin, dass im zum Abbruch stehenden Gebäude immer schon der Einzelhandel angesiedelt gewesen sei. Der stellvertretende Ortsvorsteher Karl-Heinz Schneider verwies darauf, dass er die Stadtverwaltung in der Pflicht sehe, genauso die Zustimmung zum beabsichtigten Bauvorhaben zu erteilen, wie dies bei der Ansiedlung des Lidl-Marktes und dem Neubau der OMV-Tankstelle der Fall war.

Belästigung Die Gerüche aus dem Versatz­bergwerk waren auch in der jüngsten Sitzung des Stettener Ortschaftsrates wieder ein Thema. Unter anderem  Armin Bauer von der Bürgerinitiative bestätigte, dass Mitbürger in Stetten vermehrt die Geruchsbelästigungen aus dem Bergwerk schlimmer als vor einem Jahr wahrnehmen.

Aussprache Ortsvorsteher Konrad Wiget teilte in diesem Zusammenhang mit, dass der „Runde Tisch Salz- und Versatzbergwerk“ am Montag, 7. November, wieder tagt. Des Weiteren informierte das ­Gemeindeoberhaupt, dass Bergwerksdirektor Werner Boehm zur nächsten Ortschaftsratssitzung eingeladen werden soll, um einen Sachstandsbericht zu geben. se

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