Zollernalb-Sigmaringen: CDU trotz Einbußen stärkste Kraft

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Auch wenn das Direktmandat gesichert ist: Die ersten Hochrechnungen sorgten am Sonntagabend bei CDU-Kandidat Thomas Bareiß, seiner Frau Andrea Verpoorten (3. v. l.) und anderen Gästen auf der Wahlparty in Hartheim für durchaus gemischte Gefühle.  Foto: 

Von den knapp 8000 Wählerinnen und Wählern in Haigerloch gingen am Sonntag 75,92 Prozent zur Wahl. Eine Wahlbeteilung von über 78 Prozent hatten Bittelbronn, Bad Imnau und Weildorf zu verzeichnen. Etwa 100 Erst- sowie Zweitstimmen waren ungültig. Im Wahlkreis Zollerbalb-Sigmaringen gab es 183 202 Wahlberechtigte; 76,2 Prozent davon gingen am Sonntag an die Wahlurnen.

Die CDU verzeichnete auch im Wahlkreis 295 Zollernalb-Sigmaringen deutliche Einbußen, holte bei den Erststimmen 45 Prozent (2013: 60,7) und bei den Zweitstimmen 38 Prozent (52,8). Damit holte Thomas Bareiß für die CDU unangefochten wieder das Direktmandat. Haigerloch liegt mit 48,5 (Erststimmen) und 39,6 (Zweitstimmen) leicht über dem Bundestrend. Die meisten Stimmen holte Bareiß in Bittelbronn und Bad Imnau, die wenigsten in Gruol.

Talwärts zeigen auch die Werte bei der SPD. Verzeichneten die Sozialdemokraten auf der Zollernalb 2013 noch 18,2 Prozent bei den Erst- und 17,2 Prozent bei den Zweitstimmen, liegen die Anteile jetzt bei nur noch 14,4 und 14,1 Prozent. In Haigerloch gaben nur 11,6 Prozent der Wähler der Kandidatin Stella Kirgiane-Efremidou ihre Stimme, 11,3 Prozent der SPD als Partei. Die SPD konnte vor allem in Owingen und der Haigerlocher Kernstadt punkten. Das schlechteste Ergebnis fuhren die Sozialdemokraten in Bittelbronn ein.

Die Grünen konnten deutlich zulegen, nachdem sie sich 2013 im Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen mit 2,4 (Erststimmen) und 5,6 (Zweitstimmen) Prozent zufrieden geben mussten. Diesmal freute sich Kandidat Erwin Feucht über satte 12,7 Prozent und überrundete damit das Grünen-Ergebnis im wahlkreis mit 11,5 Prozent. In der Kernstadt und bei den Briefwählern grasten die Grünen ab, während es in Hart für grüne Politik nur knapp über 6 Prozent gab.

Die FDP hat auch auf der Zollernalb zugelegt, bleib aber deutlich unter dem Bundestrend. Auf Stimmenanteile von 8,3 (Erststimmen) und 8,4 (Zweitstimmen) Prozent vor vier Jahren, folgten jetzt für Kandidat Dirk Mrotzeck 9,3 Prozent und für die Freidemokraten 13,4 Prozent der Zweitstimmen. Die Haigerlocher legten mit 9,2 (Erststimmen) und 14,2 (Zweitstimmen) noch eins drauf. Vor allem Stetten, Trillfingen, Weildorf und die Briefwähler brachten der FDP Erststimmen, Haigerloch, Hart, Stetten und Weildorf sind die Spitzenreiter bei den Zweistimmen.

Auch beim Höhenflug der AfD machen der Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen und Haigerloch keine Ausnahmen. Aus dem Stand bekam die rechtsgerichtete Partei 13,6 Prozent, bei den Erst- und 13,7 Prozent bei den Zeitstimmen. In Haigerloch liegen die Werte noch darüber: 14,59 Prozent holte Kandidat Hans-Peter Hörner, 13,97 Prozent die Partei an Zweitstimmen. Starke AfD-Ergebnisse über 15 Prozent finden sich in Bittelbronn, Gruol, Stetten, Weildorf und bei den Briefwählern. Hart verzeichnet sogar 21 Prozent. Bei den Zweistimmen für die AfD führen Hart, Gruol, Stetten und Weildorf.

Die Linken, im Wahlkreis bei 4,6 (Erststimmen) und 5,0 (Zweitstimmen) Prozent, konnten in Haigerloch gar nicht landen. Das Ergebnis für Kandidat Claudio Wellington liegt bei nur 0,3 Prozent, übrigens gleichauf mit dem Wert der MLPD. Immerhin kamen 5 Prozent an Zweitstimmen für die Linken zusammen, vor allem in Bad Imnau, Bittelbronn und Haigerloch.

Unter „Sonstige“ tut sich auf der Zollernalb nicht viel. Aber immerhin knapp 4,8 Prozent der Zweitstimmen gingen an die „Exoten“.

Kirgiane: Stark in der Opposition

Feierlaune will bei der SPD-Wahlparty im Ebinger Brauhaus nicht so recht aufkommen. Auch SPD-Kandidatin Stella Kirgiane-Efremidou kann und will ihre Enttäuschung über das Abschneiden der Sozialdemokraten nicht verhehlen. „Der Bundestrend hat vor meinem Wahlkreis nicht Halt gemacht“, kommentiert sie das Ergebnis. Das Resultat ihres intensiven Wahlkampfes sei „ernüchternd“, aber: „Demokratie muss man ertragen können“, sagt die Gastronomin aus Weinheim. Die Sozialdemokraten müssten jetzt „das Beste aus der Opposition machen und ihr Profil schärfen.“

Mrotzeck: Melden uns zurück

Jubel bei der FDP-Wahlparty in der Balinger Stadthalle. Die FDP hat nach dem Wahldebakel 2013 die 13-Prozent-Marke überschritten. FDP-Kandidat Dirk Mrotzeck freut sich sehr über sein Abschneiden mit 9,3 Prozent. „Wir sind zurück“, sagt er.  Die Freidemokraten hätten die „vier Jahre im bundespolitischen Urlaub“ genutzt, um sich zu erneuern. „Das war ein harter Prozess“, so Mrotzeck. Für die nächsten vier Jahre hält er eine Jamaika-Koalition für das Beste, eine Große Koalition wolle doch keiner mehr – „nicht mal die CDU und die SPD“.

Feucht: Hauptsache mitregieren

Die Grünen könnten mit ihrem einstelligen Ergebnis recht gut leben, verrät Erwin Feucht auf der Fahrt von der Sigmaringer Wahlparty zur Grünen-Party im Albstädter Kunstwerkhaus. Parteiintern habe man nämlich sogar einen Wert unter acht befürchtet. Dass er sogar die Zehner-Marke übersprungen hat, freue ihn besonders. Am meisten freut den Konditormeister aus Balingen, „dass Bareiß auf dem Boden der Tatsachen gelandet ist“. Aus dem Wahlergebnis sollten die Grünen jetzt „das Beste rausholen“, sprich: Regierungsbeteiligung. Erwin Feucht: „Klima und Energie schreien nach uns Grünen“.

Hörner: Peilung auf 15 Prozent

Als  Newcomer auf dem bundespolitischen Parkett ist der AfD-Kandidat Hans-Peter Hörner aus Hechingen „sehr zufrieden“ mit seinem Ergebnis, mit dem der 65-jährige Oberstudienrat ganz auf Parteilinie liegt. Dennoch hätte er „mehr erwartet“. Er habe mit 15 Prozent für die AfD gerechnet, gesteht er.

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