Bürgerinitiative Gegenwind Hohenzollern hat noch keine Post von Kretschmann

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Mitglieder der Bürgerinitiative Gegenwind Hohenzollern nutzten den Wahlkampf, um einflussreiche Politiker, wie hier Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei seinem Besuch in Hechingen, auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.  Foto: 

Der Bundestagswahlkampf kommt der Bürgerinitiative Gegenwind Hohenzollern gerade recht. Politiker jedweder Couleur sollen sich an den vollmundigen Wahl­slogans ihrer Parteien messen lassen. Der prominenteste Fang der Aktivisten aus Haigerloch, Rangendingen und Grosselfingen war vor wenigen Tagen der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Er steht für „grüne“ Politik und es ist seine Partei, die mit dem Slogan wirbt: „Die Natur ist ein einzigartiger Schatz – unsere Verantwortung ist es, sie zu schützen“.

„Das wollen wir auch, wir nehmen die Grünen  beim Wort“, sagte sich die BI und führte Kretschmann bei einer Wahlkampfveranstaltung in der Hechinger Stadthalle ihre Anliegen deutlich vor Augen (wir berichteten): Auf mehreren Plakaten konnte der Ministerpräsident lesen, was die Gegner der geplanten Windkraftanlage Hohwacht zwischen Rangendingen, Grosselfingen und Hai­gerloch bewegt: „Ihr zerstört unsere Heimat“, „Unsere Heimat darf nicht unter die Windräder kommen“, „Windkraft schädigt Mensch und Natur“ und „Wir fordern die Einführung der bayerischen 10H-Regelung“.

Froschteiche sind außen vor

Im anschließenden Interview auf der Stadthallenbühne verteidigte Ministerpräsident Kretschmann die Windkraft-Pläne im Ländle vehement: Der Ausbau in Baden-Württemberg erfolge „in bescheidenem Umfang“, die Rede sei von lediglich 1000 Windrädern. Damit könne man nicht die Umwelt zerstören. Die Vorranggebiete für Windparks seien gut ausgewählt „Wir bauen ja nicht in Froschteiche“, unterstrich Kretschmann.

Aber es ist gerade die Ausweisung des intakten und artenreichen Waldgebietes Hohwacht als Windkraft-Vorranggebiet, die von der BI Gegenwind scharf kritisiert wird. Wie berichtet, hat die Bürgerinitiative dafür gesorgt, dass fast 11 000 Einwendungen gegen den geplanten Windpark beim Regionalverband Neckar-Alb fristgerecht eingegangen sind. Und wie ebenfalls berichtet, hat BI-Mitglied Dr. Wolfgang Müller die  Studie des Landes Baden-Württemberg, die das Fundament für bestehende und künftige Windkraftanlagen bildet, analysiert und in einem Schreiben an den Ministerpräsidenten zahlreiche Kritikpunkte herausgearbeitet. Bis heute gab es noch keine Antwort aus Stuttgart. „Ich denke auch nicht, dass da vor der Bundestagswahl noch was kommt“, gibt sich Müller realistisch.

Waldfest mit Windrädern

Aber Abwarten ist nicht die Sache der hohenzollerischen Windkraft-Gegner. Weitere Aktionen sind geplant. So wird sich die BI Gegenwind Hohenzollern an der landesweiten Kundgebung in Sigmaringen am Samstag, 16. September, beteiligen.

Einen Tag später, am Sonntag, 17. September, lädt die BI ein zu einem „Waldfest“ im Schützenhaus in Stetten bei Haigerloch. Beginn ist um 11 Uhr mit einer Begehung des geplanten Windparks. Die Dimension der Windräder soll visualisiert werden. Parallel dazu gibt es verschiedene Aktionen für Kinder (Feuer machen ohne Streichhölzer, Naturspiele und Spurensuche), Informationen und eine Filmvorführung  zum Thema Windindustriemaschinen, Würstchen vom Grill, Getränke, Kaffee und Kuchen

Zu ihrem „Waldfest“ hat die BI auch die Bundestagswahlkandidaten beider Wahlkreise, Landrat Günther-Martin Pauli sowie die Bürgermeister, die Gemeinderäte und Ortsvorsteher der angrenzenden Gemeinden eingeladen.

Einladung an Untersteller

Außerdem spielt der BI Gegenwind abermals der Wahlkampf in die Hände: Am Sonntag wird der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller das Bioenergiedorf Bittelbronn besuchen. „Auch ihn haben wir zu unserem Waldfest eingeladen“, lässt BI-Sprecher Alexander Siedler wissen.

Angestrebtes Ziel des Umweltministers ist am Sonntag aus Anlass der 11. Energiewendetage Baden-Württemberg allerdings das Bioenergiedorf Bittelbronn, das sich zum fünften Mal an den Energiewendetagen beteiligt und zwischen 14 und 17 Uhr zur Besichtigung der Biogasanlage einlädt. Weil die Maisernte im vollen Gange ist, besteht unter anderem die Gelegenheit, den Einsatz eines Pistenbullys bei der Substrateinlagerung zu erleben.

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