„Ohne Kamera geht es nicht“

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Am liebsten steht Paul Bossenmaier selbst hinter der Kamera. Der 58-Jährige, der ursprünglich aus Owingen kommt, knipst seit knapp 40 Jahren bei Rockkonzerten. „Zu irgendetwas Schmalzigem würde ich aber nicht mal für Geld gehen, ich fotografiere nur, was mir Spaß macht“, sagt Bossenmaier.  Foto: 

Seine Kamera ist am Wochenende sein ständiger Begleiter. Paul Bossenmaier ist ein leidenschaftlicher Musikfotograf. „Ohne Kamera auf ein Konzert zu fahren ist für mich eine Plage, man hat all die tollen Motive und kann nichts machen“, lacht der Wahl-Balinger.

Fotografieren tut Bossenmaier, der ursprünglich aus Owingen kommt, seit eh und je, wie er sagt. Sein musikalisches Hobby verband er schließlich mit dem grafischen – das kam quasi von selbst. 1979 besuchte er zum ersten Mal ein Konzert von Manfred Mann‘s Earth Band und war von der Musik des Südafrikaners angetan – und genauso vom Fotografieren bei Konzerten. Über 100-mal war Bossenmaier bei Manfred Mann. „Irgendwann kennt man den Ablauf der Konzerte in- und auswendig“, sagt der Wahl-Balinger.

Anfang der 90er-Jahre habe er zeitweise als freier Mitarbeiter bei einer Tageszeitung gearbeitet. Besonders gern fotografierte er für das 1994 erschienene Owinger Heimatbuch die älteren Menschen aus seinem Heimatdorf. „Mich interessieren die alten Kamellen, wenn die Leute so richtig urige Sachen auspacken“, sagt Bossenmaier mit einem Schmunzeln. Professionell zu fotografieren sei für ihn jedoch nie wirklich in Frage gekommen. „Man braucht dafür die richtigen Kontakte, außerdem fotografiere ich lieber nur das, was mir Spaß macht.“

Sein größtes Konzerterlebnis war dabei ein völliger Zufall. Im Südamerika-Urlaub entdeckte er bei der Ankunft in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito, dass am nächsten Tag Metallica spielen würde. Nach einer Taxiodyssee durch die ganze Stadt ergatterten Bossenmaier und seine Freundin tatsächlich noch Tickets und schafften es samt Spiegelreflexkamera sogar nach drinnen. „Die Leute dort sind bettelarm, aber sehr für Metal zu begeistern“, berichtet der Balinger. „Als es dann los ging, war da eine Stimmung wie im Zirkus.“

Wenn es sich ergibt, macht Bossenmaier selbstverständlich auch Naturbilder auf Reisen. „Dazu würde ich mir gerne noch eine Drohne anschaffen, die werden immer billiger, während die Bildqualität steigt.“ Auch beim Handball-Bundesligisten HBW Balingen-Weilstetten fotografierte der Polizeibeamte ehrenamtlich. „Mein Kollege Heinrich Müller, der dort die Pressearbeit macht, hatte mich mal angefragt. Beim ersten Spiel habe ich kaum einen Ball aufs Bild gekriegt. Dann habe ich mir jedoch ein paar Tipps von den anderen Fotografen geholt und aus einem Spiel wurden elf Jahre.“ Aufgehört habe er nicht, weil er keinen Spaß mehr daran hatte, sondern weil ihm die Konzertbesuche wichtiger waren.

Während Bossenmaier am liebsten die Großen der Rockgeschichte wie die Rolling Stones („Solche Legenden sieht man nicht alle Tage“) besucht, pflegt er auch einen intensiven Kontakt zu den Bands aus der Gegend. „Ich finde es großartig, wenn ich Bilder von vor zehn Jahren ausgrabe und sehe, dass die Bands immer noch aktiv sind.“

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