Land unterstützt Synagogenverein

Der Haigerlocher Synagogenverein ist bestrebt, sich stärker mit der Stadt zu vernetzen. Die ehemalige Synagoge als Gedenkort soll als Alleinstellungsmerkmal Haigerlochs in der Öffentlichkeit verankert werden.

WILFRIED SELINKA |

Klaus Schubert, Vorsitzender des Gesprächskreises Ehemalige Synagoge, wertete die Anwesenheit zahlreicher Mitglieder in der Hauptversammlung als Zeichen der Verbundenheit mit dem Verein. Für die Zukunft wolle der Gesprächskreis den begonnenen Kontakt mit dem neuen Gemeinderat und der Stadtverwaltung weiter vertiefen, damit die ehemalige Synagoge und das ehemalige jüdische Viertel "Haag" stärker im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankert werden.

Eine erfreuliche Bilanz zog Schatzmeister Wilfried Selinka: Nach defizitären Jahre entwickeln sich die Finanzen positiv, nachdem die Stadt die Stromkosten für die Synagoge übernommen und das Land Baden-Württemberg den Verein mit einem Zuschuss von 3000 Euro zur Förderung von Gedenkstätten unterstützt. Der Synagogenverein hat noch Kredite abzubezahlen.

Die Kassenprüfung durch Konrad Wiget und Robert Breinig ergab keinerlei Beanstandungen. Bei der Entlastung stellte Altbürgermeister Roland Trojan fest, es sei richtig, dass das Land die Gedenkstätte und die Arbeit der Ehrenamtlichen mit einem Zuschuss würdige.

Das Totengedenken galt Irwin Ullmann, der seine Kindheit in Haigerloch verbrachte, 1941 deportiert wurde und mehrere Konzentrationslager überlebte. Nach dem Krieg wanderte er in die USA aus, lebte zuletzt in Florida, hat Haigerloch mehrfach besucht und seine Erinnerungen in Vorträgen und Filmmaterial festgehalten.

Die Begleitung und Betreuung der Dauerausstellung "Spurensicherung: Jüdisches Leben in Hohenzollern" in der ehemaligen Synagoge beschäftigt den Verein das ganze Jahr über. Ein Dank des Vorsitzenden ging vor allem an die Aufsichtspersonen. Die Ausstellung wurde von rund 2300 Personen besucht, darunter 42 Gruppen. Im Schnitt leisten die ehrenamtlichen Aufsichtspersonen - die Schülerinnen Vanessa Kämmerling und Lea Schubert sowie die Ruheständler Eberhard Nastold, Margarete Kollmar, Hilde Schneider und Ulrich Schury - 15 Stunden pro Woche. Pfarrer i. R. Ulrich Schury leistet bereits seit zehn Jahren Aufsichtsdienste, zieht sich nun aber altershalber zurück. Vorsitzender Klaus Schubert dankte ihm mit einem Geschenk. Zur kleinen Riege der Mitglieder, die Gruppenführungen anbieten, ist Gisela Schumayer neu hinzu gekommen. Wie Schriftführerin Margarete Kollmar berichtete, wurde in den sechs Vorstands- und Ausschusssitzungen viel über den laufenden Betrieb der Dauerausstellung, aber auch über die Zukunft des Vereins, die Ausgestaltung der ehrenamtlichen Tätigkeit und deren Grenzen gesprochen. Zu den Veranstaltungen 2014 zählten der musikalische Erzählabend mit Revital Herzog, das zehnjährige Bestehen der Dauerausstellung, bei der das Haus der Geschichte Baden-Württemberg, die Realschule und das Gymnasium eine Partnerschaft schlossen, der Besuch von zwei jüdischen Familien aus den USA, der Vortrag über "Jüdische Soldaten im Ersten Weltkrieg" von Robert Frank, die Feier des Israel-Sonntags zusammen mit der evangelischen Kirchengemeinde, der Tag der jüdischen Kultur mit einer Führung von Margarete Kollmar über "Frauen im Judentum" und der Besuch des neu gewählten Gemeinderates in der Synagoge. Das Gedenken zum 9. November gestalteten Gymnasiasten unter dem Titel der "Mantel der Geschichte". Bei den Treffen im Gedenkstättenverbund Neckar-Alb ist der Haigerlocher Verein durch Roland Hönisch vertreten.

In der Diskussion ging es vor allem um die Pflege des jüdischen Friedhofs, wo viele Grabsteine wackeln oder umgefallen sind. Auch sind viele Inschriften nicht mehr lesbar, weil die Steine von Unkraut und Efeu überwuchert sind.

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