Kein Gegenwind aus Stetten Windpark als "gute Lösung" bewertet

Stetten.  Einen Tag nach der Info-Veranstaltung in Rangendingen beschäftigte sich der Ortschaftsrat Stetten mit dem geplanten Windpark im "Dreiländereck".

Ortsvorsteher Konrad Wiget und Bürgermeister Heinrich Götz legten den Räten die gleichen Fakten auf den Tisch, wie sie von der ENBW für die Info-Veranstaltung in Rangendingen (wir berichteten) erarbeitet wurden. Danach sollen sieben Windräder in einem Windpark im sogenannten "Dreiländereck" erstellt werden, davon drei auf Haigerlocher Markung, zwei auf Stetten und eines auf Hart. Ebenfalls drei kämen auf Markung Grosselfingen und ein weiteres Windrad auf Markung Rangendingen.

"Der Regionalplan wird auf Basis des Windatlas die Gebiete Schwarze Wäld, Owinger Berg und Grosselfinger Wald als Vorranggebiete für Windenergieanlagen ausweisen. Deshalb gilt es, auf kommunaler Ebene gemeinsam zu handeln, bevor per Gesetz ab September 2012 Privatinvestoren die Planung in die Hand nehmen", so Bürgermeister Heinrich Götz zur gemeinsamen Initiative der Gemeinden Haigerloch, Grosselfingen und Rangendingen. Rund 90 Prozent der vorgesehenen Flächen befänden sich in kommunalem Eigentum. Auf Grosselfinger Markung würden weitgehend frühere Sturmflächen genutzt. Mit der ENBW sei man deshalb im Gespräch, weil alle drei Gemeinden den gleichen Partner nehmen wollen, der bereits im Landkreis fest verwurzelt ist.

Forstfachmann und Ortschaftsrat Franz-Josef Wiest sah die Erschließung des Standorts Hart als kritisch an, da dieser weitgehend über das Stettener "Gäbele" erfolgen müsste. Alle anderen Standorte seien unproblematisch über Grosselfinger Wege zu erreichen. Ein Standort sei allerdings auf "Knollenmergel" ausgewiesen, was von der Standfestigkeit größte Probleme bedeute. Wiest stellte weiter die Frage, ob die ENBW Referenzen für den Bau von Windenergieanlagen in Waldgebieten aufweisen könne. Er bat die Stadt, diesbezüglich mit der Landesforstverwaltung Verbindung aufzunehmen.

Stadtrat Walter Stocker sah den gemeinsamen Weg der drei Kommunen als richtig an. "Wir müssen jetzt mit einer weitsichtigen Planung handeln, bevor es andere tun." Für Stetten sah Stocker in der jetzigen Konstellation, da zwei Kilometer Luftlinie vom Ort entfernt, keine Beeinträchtigungen und Probleme. Allerdings wünschte sich Stocker, frühzeitig Rechtsbeistand einzuholen, um mit der ENBW "auf Augenhöhe verhandeln zu können".

Die Räte Rolf Henle und Armin Bauer sahen die Kommunen "im Zugzwang, um Wildwuchs zu verhindern". Es sei eine gute Sache, sich jetzt schon intensiv mit dem Thema Windenergie auseinanderzusetzen. Beide plädierten dafür, sich weitere Informationen bei Gemeinden einzuholen, die bereits über Windkraftanlagen, möglichst im Wald, verfügen.

Etwas verhaltener gab sich stellvertretender Ortsvorsteher Karl-Heinz Schneider, der die Frage aufwarf, ob die drei Gemeinden Haigerloch, Grosselfingen und Rangendingen die ersten im Zollernalbkreis sein müssten, die so offensiv und "mit wehenden Fahnen" der Windenergie entgegenlaufen.

Ein Beschluss wurde nicht gefasst. Der Ortschaftsrat will zu den vielen noch offenen Fragen weitere Informationen. Im Frühjahr sollen die Standorte besichtigt und weitere Infos eingeholt werden.


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Autor: WILFRIED SELINKA | 09.02.2012

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