Innovation als Wirtschaftsschubkraft
Owingen. Wirtschaftsvertreter diskutierten gestern beim ersten "Round Table Goldener Süden" mit Wirtschaftsminister Ernst Pfister über die Förderung von Netzwerken zur Stärkung mittelständischer Unternehmen.
Dem gemeinsamen "Runden Tisch - Goldener Süden" ging eine Betriebsbesichtigung der Owinger Kurz Firmengruppe und des Owinger Software-Unternehmens Borgware voraus. Die Kurz-Firmengruppe, so legte dem Minister und rund 40 Vertretern mittelständischer Unternehmen der Region Geschäftsleiter Wolfgang Klein dar, besteht aus IKO-Formen, Werkzeugbau, Kurz Kunststoffe, Kunststoffverarbeitung, beide in Owingen und Kurz-Plast, Kunststoffverarbeitung in Kisköros, Ungarn.
Kurz-Kunststoffe finden sich heute beispielsweise als Ölkühlerdeckel, zur Klimaregelung oder als optische Spritzgussteile im Bereich der Automobilindustrie in den verschiedensten Autofabrikaten oder in weiteren wertvollen Kunststoffteilen in der Elektronik/Telekommunikation oder der im Gesundheitswesen/Pharmazeutik. Kosten sparen, Zeit sparen, Prozesse verkürzen: Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, ist das Credo vieler Unternehmen. Dafür steht das Softeware-Systemhaus Borgware mit der "Virtual Reality - der virtuellen Realität" für den Mittelstand seit 25 Jahren mit Bodenständigkeit, Innovation, Fairness und Vertrauen", stellte Wolfgang Klein von der Borgware Geschäftsleitung IT Solution CAD/CAM PLM weiter fest.
Wirtschaftsminister Ernst Pfister griff zur Eröffnung des "Round Table" den Ball auf und bestätige, dass gerade der Mittelstand in Baden-Württemberg für Qualität, Innovation und Beschäftigung stehe. "Obwohl eine Anzahl konjunkturpolitischer Schwalben am Horizont sichtbar sind, hat es vor allem der Werkzeug- und Maschinenbau, die Auto- und Elektroindustrie nach wie vor schwer selbständig den Aufschwung zu schaffen".
Pfister gab Fingerzeige, wie die Unternehmen aus eigener Kraft die Krise überstehen können. Ihm geht es vor allem um die stetige Innovationskraft baden-württembergischer Mittelständler, und das Bestreben, neue Produkte auf den Markt zu bringen. "Die Innovationskraft ist ein Wachstumspfand", forderte Pfister dazu auf, vom "Innovationsgutschein", den Baden-Württemberg auf den Weg gebracht hat, Gebrauch zu machen. Bereits jetzt seien solche an 1 000 Betriebe ausgegeben, von denen 75 Prozent noch nie mit Forschungseinrichtungen in Verbindung gestanden haben. Aber auch in der Umstrukturierung der Bildungspolitik sah der Wirtschaftsminister eine wichtige Säule zur weiteren Stärkung der Wirtschaftskraft, da bis 2015 allein in Baden-Württemberg 250 000 und zehn Jahre später weitere 500 000 Fachkräfte fehlten.
Über die Förderung der Innovation am Beispiel "ZIM - Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand" referierte Dr. Stefan Engelhart von der IHK Reutlingen. Wie man gemeinsam in einem Netzwerk zum Erfolg kommen kann, wurde deutlich bei der Darstellung des "Medical Valley Hechingen" mit seiner inzwischen auf Vereinsbasis gegründeten Akademie, das Hans Marquard, Wirtschaftsbeauftragter der Stadt Hechingen, vorstellte. Heute gehören 34 Unternehmen von Holzgerlingen bis Reutlingen und Tuttlingen zum erfolgreichen Netzwerk.
Dass weitere Gespräche und Veranstaltungen dieser Art zwischen einzelnen Unternehmen ebenso nötig sind, wie der erste "Round Table Goldener Süden" und der Aufbau der verschiedensten Netzwerke in der Region wünschenswert, wurde in weiteren Fachvorträgen und Meinungsbeiträgen sichtbar. Aus diesem Grund sollen solche Veranstaltungen weiter fortgesetzt werden.
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Autor: WILFRIED SELINKA | 26.01.2010
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Betriebsbesichtigung bei der der Owinger Kurz Firmengruppe und dem Softwarehaus Borgware (v.l.): Meik Panic, Wirtschaftsminister Ernst Pfister, Gesellschafter Rudolf Kurz und Wolfgang Klein Geschäftleitung Firma Borgware mit 3D-Brillen bei einer bei der Vorführung einer "Virtual-Reality-Lösung". Foto: Wilfried Selinka
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