"Hirschen" wird größer

Gruol.  Der Ortschaftsrat Gruol hat sich für die größere Lösung im neuen Baugebiet "Hirschen" entschieden. Für zunächst 23 Plätzen sind 1,5 Millionen Euro nötig.

Gruol hat bereits vor zehn Jahren vorgesorgt und Grundstücke im Wert von rund 600000 Euro im Neubaugebiet "Hirschen" aufgekauft. Der Flächennutzungsplan weist 2,5 Hektar für das neue Baugebiet aus. Alle Flächen sind im Besitz der Stadt.

Im Dezember gab es im Ortschaftsrat die ersten Planüberlegungen durch das Empfinger Büro Gfrörer. Diese hat Gebhard Gförer nun verfeinert und jetzt dem Ortschaftsrat vorgelegt. Danach erfolgt die Haupterschließung von zunächst 23 Bauplätzen über die Angelstraße und den Stettener Weg mit einem Anschluss an die bisherige Erschließungsstraße"Auf Hirschen". Weggelassen werden in diesem ersten Abschnitt die Erschließung der abgehenden vier Stichstraßen. Das Oberflächenwasser wird über ein Retensionsbecken gesammelt und in einem gepufferten Überlauf in die Kanalisation abgegeben.

Dieses Erschließungskonzept überzeugte den Ortschaftsrat. Allerdings ließen die Gesamtkosten mit 1,13 Millionen Euro aufhorchen. Damit der gesamte Verkehr in dieses neue Baugebiet nicht über den Ortskern abgewickelt werden muss, wünscht der Ortschaftsrat eine zweite Zufahrt über die Kreisstraße. Aufwand bei einer Straßenbreite von 5,50 Metern und einem dann möglichen Begegnungsverkehr: zusätzlich 275 000 Euro; als schmalere Straße mit vier Metern und Ausweichbuchten: 146000 Euro. Damit nicht genug: Da bereits im Baugebiet "Mühlhalden" die Wsserdruckverhältnisse nicht optimal sind, sind für "Hirschen" eine Druckerhöhungsanlage beim Hochbehälter und eine seperate Wasserzuleitung notwendig. Weitere Kosten: zwischen 470 000 Euro und 636 000 Euro. Somit addieren sich die Gesamtkosten auf rund 1,9 Millionen Euro. Bauamtsleiter Hans-Martin Schluck machte darauf aufmerksam, daas der Finanzplan für 2013 nur insgesamt 315 000 Euro für einen ersten Erschließungsabschnitt vorsieht. Bei der jetzt voliegenden Planung handle es sich um die "konzeptionell nachhaltigste Lösung", die aber im Finanzplanungszeitraum bis 2015 nicht erfasst ist.

Bei einer intensiven Vermarktung der Bauplätze mit gesamtstädtischem Blick auf Gruol sah der stellvertretende Ortsvorsteher Alexander Siedler die Realisierung des Baugebiets als vordringlich an. Dabei müsse die neue Wasserzufuhr mit der Erschließung des ersten Bauabschnitts Hand in Hand gehen. Die zusätzliche Straße müsse kommen, aber nicht unbedingt im ersten Anlauf.

Auf Vorschlag von Ortsvorsteher Otto Schneider fasste das Gremium folgende Beschlüsse: Das Bebauungsplanverfahren mit der großen Lösung soll in diesem Jahr abgeschlossen werden. Die Verbindungsstraße zur Kreisstraße wird zunächst herausgenommen und in einem späteren Bauabschnitt verwirklicht werden. In die mittelfristige Finanzplanung sollen 1,5 Millionen Euro aufgenommen werden. Dabei ist dem Ortschaftsrat wichtig, dass die neue Wasserleitung mit Druckerhöhung beim Hochbehälter sofort mitgebaut wird.


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Autor: WILFRIED SELINKA | 11.02.2012

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