Amtsniederlegungen aus Protest

Starzach. 

In Starzach gibt es heftige Reaktionen auf die Widerwahl von Bürgermeister Thomas Noé. Mehrere Gemeinderäte und auch Feuerwehrkommandant Martin Zürn haben mittlerweile ihre Ämter niedergelegt. Zuerst hatten die Gemeinderäte Hans-Peter Ruckgaber und Karl Josef Milles, zugleich stellvertretender Bürgermeister, ihre Mandate niedergelegt. Milles hat diesen Schritt in einem offenen Brief an Bürgermeister Thomas Noé begründet. Hintergrund seiner Entscheidung, schreibt Milles darin, "sind die in letzter Zeit gemachten Erfahrungen. Wenn unter dem Deckmantel von Anstand, Moral und christlicher Ethik offene und versteckte Beleidigungen des Gemeinderats als Institution geduldet und von der Mehrheit unserer Bevölkerung gut geheißen werden, wenn Äußerungen von Gemeinderäten in öffentlichen Versammlungen mit Hasstiraden begleitet werden, ist dies nicht mehr meine kommunalpolitische Welt. In Starzach und offensichtlich auch von Amtsträgern und Bürgermeistern umliegender Gemeinden, die es besser wissen sollten, wurde das Hauptorgan der Gemeinde, die Institution Gemeinderat, das höchste Ehrenamt in einer Gemeinde auf Gröblichste missachtet." Nach Noés eindeutigem Wahlsieg (68,7 Prozent) am vergangenen Sonntag hatte Landrat Joachim Walter mit Blick auf die Beschwerden und Verdächtigung gegen den Bürgermeister von einer "modernen Form der Brunnenvergifterei" gesprochen. Den Gemeinderat hatte Walter dieser Kampagne allerdings nicht bezichtigt. Auch Manfred Schmiderer, Vorsitzender des Bürgermeister-Sprengels, hatte keine konkreten Adressaten genannt, als er am Sonntag das eindeutige Wahlergebnis hervorhob und "alle, die sich in den vergangenen Wochen weit nach unten bewegt haben" aufforderte, nun wieder zum Wohle Starzachs zu arbeiten, und, sollten sie es nicht können, "die Konsequenzen zu ziehen."


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Autor: SWP | 04.02.2012

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