Abgehakt und deportiert

Ein erschütterndes Zeugnis der NS-Unrechtspolitik gegen die Juden in Haigerloch legte Volker Trugenberger, Leiter des Staatsarchivs Sigmaringen, vor.

SWP |

In der ehemaligen Synagoge in Haigerloch fand am vergangenen Donnerstag eine Lehrerfortbildung statt, bei der Dr. Volker Trugenberger Originaldokumente aus dem Staatsarchiv Sigmaringen vorlegte. Sie bezogen sich auf den 24. April 1942. An jenem Tag waren auf dem Haigerlocher Bahnhof 26 Juden aus Haigerloch zur Deportation angetreten. Auf einer provisorisch angefertigten Transportliste hakte ein begleitender Beamter die Betroffenen "feinsäuberlich" mit Bleistift ab. Auf der Liste, die die Lehrer in Augenschein nehmen konnten, befinden sich auch die Namen von drei Kindern im Alter von sechs, 14 und 36 Monaten. Keiner der aufgeführten Juden überlebte.

Vom tragischen Schicksal vieler Haigerlocher Juden erzählen zahlreiche weitere beeindruckende Dokumente des Staatsarchivs Sigmaringen, die Lehrern aller Schularten bei der Fortbildung des Arbeitskreis Landesgeschichte von Markus Fiederer, dem Archivpädagogen des Staatsarchivs, in Form eines Unterrichtsmodells vorgestellt wurden.

Im Mittelpunkt der Fortbildung, die von Markus Fiederer und Dieter Grupp, beide Landeskundebeauftragte am Regierungspräsidium Tübingen, geleitet und vom Staatsarchiv Sigmaringen archivarisch bestückt wurde, stand die wechselvolle Geschichte der jüdischen Siedlung "Haag" in Haigerloch.

Als Referenten führten Robert Frank von der Grund- und Realschule Bisingen sowie Dr. Cornelia Hecht vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Baubestand und Geschichte des "Haag" sowie in die Konzeption der Ausstellung in der ehemaligen Synagoge ein.

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