Zwei Stimmen öffnen die Herzen

Die Ausnahmetalente "Marshall und Alexander" sorgten in der restlos ausverkauften Burladinger Fideliskirche für reichlich Emotionen. Was auch immer sie anstimmten - die Augen des Publikums glänzten.

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Groß war das Interesse der Besucher am Kirchenkonzert "Top Ten des Himmels". Kurz vor Beginn war kein Platz mehr in der nicht eben kleinen Fideliskirche zu ergattern. Und trotz dieser Menschenmassen herrschte gespannte Stille, als Marc Marshall und Jay Alexander von den Kirchentüren aus in der dunklen Kirche zum Altar schritten und dabei das "Halleluja" von Georg Friedrich Händel sangen.

Ein wunderbarer Anfang für ein sensationelles Konzert, in dem die beiden professionell ausgebildeten Sänger Höhepunkte aus ihren beiden CDs "Götterfunken" und "Paradisum" präsentierten. "Dank sei dir Herr", wiederum von Händel, brachten Tenor Alexander und Bariton Marshall dann vor dem Altar dar. Die Herzen des Publikums hatte das Erfolgsduo damit sofort gewonnen. Die Auswahl der klassischen und sakralen Lieder, die wundervoll klingenden Stimmen mit enormer Ausdrucksstärke und das Zusammenspiel mit verschiedenen Instrumenten ergaben ein einmaliges Erlebnis. Gefühlvoll und authentisch.

Zum Orchester, wie Marc Marshall und Jay Alexander erläuterten, gehören "drei wunderbare Herren": der Gitarrist Klaus Jäckle, der musikalische Leiter Frank Lauber, ein Profi an verschiedenen Instrumenten wie Querflöte oder Klarinette, sowie der Pianist Richard Whilds am Harmonium. Die drei Musiker sorgten für eine dezente Untermalung des phantastischen Gesangs, doch immer mal wieder ließen die beiden Sänger ihre Stimmen auch ohne musikalische Begleitung erklingen. Mal schmetterte Jay Alexander ein Solo, mal unterhielt Marc Marshall die Zuhörer allein.

Hatte Klaus Jäckle im ersten Teil des Konzerts mit "Tristesse" von Frederic Chopin schon einen Einblick in die hohe Kunst des Gitarrespielens gegeben, so sorgte er im zweiten Teil für Verblüffung und Verzückung - so hatte man sicher noch nie "Recuerdos de la Alhambra" gehört. Man wagte kaum zu atmen.

"Ave Maria" - das darf eigentlich in keinem Kirchenkonzert fehlen. Marshall und Alexander präsentierten gleich vier Versionen hintereinander: von Franz Schubert, von César Franck, von Pietro Mascani und von Bach/Gounod. "Großer Gott, wir loben dich" - in dieses bekannte Kirchenlied durften alle Besucher mit einstimmen. Es schuf eine ganz besondere Atmosphäre, die kaum in Worte zu fassen war.

Einzigartig dürfte auch die Stimmung im Mainzer Dom im Jahr 2008 gewesen sein, als das Duo "Panis Angelicus" von César Franck nur für einen einzigen Zuhörer sang: für Kardinal Karl Lehmann. In Burladingen kamen viele Hundert in diesen Genuss.

Hier auf der Schwäbischen Alb war erst die zweite Station der Marschall-und-Alexander-Tour durch Deutschland. "Es ist ein Privileg, fast Abend für Abend diese Emotionen erleben zu dürfen", meinte Marc Marshall. Dass die fünf Männer nicht einfach ein Programm abspulen, das wurde mehr als deutlich. Ein Privileg war es aber auch für die Besucher. Denn Akteure und Konzert waren eine Klasse für sich. Ob "Gott ist mein Hirte" von Antonin Dvorak, "Agnus Dei" von Georges Bizet oder der "Abendsegen" von Engelbert Humperdinck - egal, was angestimmt wurde, es klang phänomenal.

"Wir haben Himmlisches wahrgenommen. Sie haben unsere Sinne berührt und die Herzen geöffnet" - besser als Pfarrer Konrad Bueb in seinem Schlusswort kann man es nicht ausdrücken.

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