Wasser und Abwasser werden spürbar teurer

Die Stadträte fühlten sich ein bisschen machtlos: Man habe ja keine andere Wahl, als höheren Wasserpreisen und Abwassergebühren zuzustimmen.

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Der städtische Wasserbetrieb ist chronisch in den Miesen, und auch die Abwasserbeseitigung arbeitet nicht kostendeckend. Zur Kasse gebeten werden deshalb abermals die Verbraucher. Obwohl die Burladinger schon bislang anderthalb bis doppelt Mal so viel bezahlen müssen wie die Bewohner der Nachbarstädte, gibt es zum 1. Januar 2016 einen erneuten Dreh an der Gebührenschraube.

Der Gemeinderat stimmte den überarbeiteten Gebührenkatalogen am Donnerstagabend einhellig zu. Die Kommentare lauteten unisono: "Wir haben gar keine andere Wahl" (Karl-Moritz Kraus) - "Wir kommen nicht umhin, um die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten" (Josef Pfister) - "Der Handlungsbedarf ist unumstritten" (Dörte Conradi).

Neu sind die sowohl auf dem Wasser- als auch auf dem Abwassersektor eingeführten Grundgebühren. Sie sollen die Einnahmen der Stadt ein wenig vom Verbrauch unabhängiger machen. Schließlich stellt die Stadt ihr Wasser- und Kanalnetz allen zur Verfügung - ganz egal, ob sie viel verbrauchen oder (im Falle von leer stehenden Häusern) gar nichts. Das sei gerechter, waren sich die Räte einig. Auf der anderen Seite gilt: Der Anreiz für die Verbraucher, Wasser zu sparen, wird geringer.

Fürs Wasser gilt ab 1. Januar: Ein Grundpreis von sieben Euro pro Monat wird eingeführt (und ersetzt die bisherige Zählergebühr von 3,07 pro Monat). Im Gegenzug wird der Wasserpreis von 2,96 auf 2,90 Euro pro Kubikmeter leicht abgesenkt. In der Summe winken dem städtischen Wasserbetrieb Mehreinnahmen von gut 192 000 Euro pro Jahr.

Fürs Abwasser gibt es eine neue Grundgebühr von fünf Euro pro Monat und Grundstück. Die Schmutzwassergebühr wird von 2,91 auf 2,85 Euro pro Kubikmeter gesenkt, die Niederschlagswassergebühr steigt von 0,39 auf 0,52 Euro pro Quadratmeter Fläche. Insgesamt erwartet die Stadt auf diese Weise jährliche Mehreinnahmen von knapp 425000 Euro.

Ein wenig trägt dazu auch die Industrie bei, deren Schmutzwassergebühr von 2,06 auf 2,24 Euro pro Kubikmeter steigt. Im Unterschied zu den Privatverbrauchern wird die Industrie aber nicht für den Ausgleich des Defizits der Vorjahre herangezogen. Sonst hätten die Betriebe noch 30 Cent mehr bezahlen müssen.

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