Wald und Windkraft im Einklang

Wie Wald und Windkraft in Einklang zu bringen sind, erfuhren die Burladinger Stadträte während ihres Waldbegangs. "Auf Berg" bei Salmendingen sind nach Lage der Dinge nicht mehr als zwei Windräder möglich.

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  • "Auf Berg" bei Salmendingen, einem wahrscheinlichen Windrad-Standort, sind bereits Messgeräte aufgebaut. Der Gemeinderat schauten sich die Fläche an. 1/2
    "Auf Berg" bei Salmendingen, einem wahrscheinlichen Windrad-Standort, sind bereits Messgeräte aufgebaut. Der Gemeinderat schauten sich die Fläche an.
  • Forstdirektor Hermann Schmidt (links vorne) und Bürgermeister Harry Ebert (Mitte) führten die Stadträte durch den Salmendinger Wald. Fotos: Arnold Straubinger 2/2
    Forstdirektor Hermann Schmidt (links vorne) und Bürgermeister Harry Ebert (Mitte) führten die Stadträte durch den Salmendinger Wald. Fotos: Arnold Straubinger
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Auf dem Geißhaldenparkplatz bei Salmendigen trafen sich am späten Freitagnachmittag die Burladinger Stadträte zu ihrem Waldbegang. Mit dabei: Vertreter des Forstamts und interessierte Bürger.

Bürgermeister Harry Ebert gab zu Beginn bekannt, dass die Stadt Burladingen einen Flächennutzungsplan aufstellt, der auch mögliche Standorte für Windkraftanlagen berücksichtigt. Dies sei notwendig, um einem Wildwuchs von Windrädern, verursacht durch mögliche Investoren, vorzubeugen und selbst Herr des Verfahrens zu bleiben.

Geführt von Forstdirektor Hermann Schmidt ging es dann zum Gewann "Auf Berg", dem vom Regionalverband favorisierten Standort für einen regionalen Windpark. Das Gewann "Auf Berg" ist eine ehemalige Allmendfläche und steht deshalb im Eigentum der Gemeinde.

Vor Ort erklärte Schmidt, dass es zunächst darum gehe, Wald und Windkraft in Einklang zu bringen. Dafür müsse zuerst die Infrastruktur geschaffen werden. Und das ist weder einfach zu bewerkstelligen noch billig. Die Spezialfahrzeuge zum Aufbau einer modernen Windkraftanlage von etwa 120 Metern Nabenhöhe sind bis zu 144 Tonnen schwer und haben eine Länge von bis zu 46 Metern. Die Fahrzeuge haben eine Bodenfreiheit von nicht mehr als zehn Zentimetern. Die Fahrzeughöhe einschließlich der Ladung betrage 4,66 Meter. Es seien, so hat Schmidt recherchiert, etwa 72 Fahrten pro Anlage erforderlich. Der Kurvenradius liege bei 32 Meter. Die maximale Steigung dürfe höchstens sieben Prozent tragen.

Die Tragfähigkeit eines Waldweges reiche dafür selbstverständlich nicht aus. Die Kosten für die Herstellung eines geeigneten Weges mit dem erforderlichen Kurvenradius liege bei 100000 Euro pro Kilometer.

Am möglichen Standort eines Windrads im Gebiet "Auf Berg" sind bereits Messgeräte aufgestellt, wie die Räte unterwegs sahen. Dort müsse eine Fläche von 70 auf 90 Meter (etwa so groß wie ein Fußballfeld) frei gehalten werden. Für die Aufstellung und späteren Reparaturarbeiten müsse ein Fahrweg geschaffen werden. Die Installationsfläche betrage 130 auf 15 Meter.

Schmidt erklärte, dass dies die reinen Fakten zur Aufstellung eines Windrads seien. Über Fragen des Artenschutzes (sind etwa Brutgebiete des Roten Milans tangiert?) müsse im Zuge des Verfahrens gesprochen werden.

Ein zweiter möglicher Standort mitten im Wald liegt bereits auf Gemarkung Melchingen. Dort könnte auf einem bestehenden Weg die Installationsfläche geschaffen werden. Dazu müsste neben dem Weg eine Gasse mit acht Metern Breite geschaffen werden. Zu diesem Zweck wäre es notwendig, eine Fläche von 0,7 Hektar Wald platt zu machen. Nach den jetzigen Planungen könnten im Gebiet "Auf Berg" höchstens zwei Windräder gebaut werden, die den notwendigen Abstand zueinander haben müssen.

Die meisten Zuhörer waren von den Installationskosten allein für die Infrastruktur überrascht.

In nächster Zeit werden weitere mögliche Standorte im Raum Burladingen unter die Lupe genommen.

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