Volkshochschule Burladingen zeigt große Holzmustersammlung

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Achim Haupt kommt mit der größten Holzartensammlung im Kofferformat nach Burladingen. Der Forstwirt und Sozialpädagoge zeigt Hölzer zum Sehen, Fühlen, Bearbeiten und Riechen.  Foto: 

Sie sind beige, grün, violett, rot oder schwarz. Manche sind so weich, dass sie mit dem Fingernagel zerstört werden können, andere sind beinahe so hart wie Diamant. Manche riechen süßlich, andere schmeicheln der Nase überhaupt nicht. Manche sind vor der Haustüre gewachsen, andere um die ganze Welt gereist, um einen Platz in Achim Haupts Kistchen zu finden. 350 Holzarten hat der Tübinger gesammelt und nummeriert, von Amaranth aus Mittelamerika bis Zebrano aus Westafrika, von Ahorn aus Kanada bis Zypresse aus Italien.

So hart, dass kein Nagel reingeht

Es ist die vielleicht weltweit größte Holzmustersammlung im Kofferformat. Am Freitag, 24. November, stellt Achim Haupt bei einer Veranstaltung der Volkshochschule Burladingen vor. Der Referent zeigt Hölzer aus aller Welt zum Sehen, Fühlen, Bearbeiten und Riechen. Man erfährt, wie die Farbe ins Holz kommt, wie man Hölzer zum Klingen bringen kann und warum manches Holz so hart ist, dass kein Nagel reingeht. Die Teilnehmer sollen einen bekannten Werkstoff von ganz vielen verschiedenen Seiten neu kennen lernen.

Achim Haupt hat in den 64 Jahren seines Lebens zwei Berufe gelernt und ausgeübt – und beide bringt er mit seiner Holzmustersammlung auf einen Nenner: Zum einen ist der gebürtige Steinlachtäler Forstwirt, zum anderen Sozialpädagoge mit einem besonderen Faible für Erlebnis- und Waldpädagogik. Als er seinen jugendlichen Schützlingen vor ein paar Jahren zeigen wollte, wie unterschiedlich Holzarten sein können, schnitt er sich als Anschauungsmaterial kleine Scheiben aus Ästen zurecht. „Und da“, so erzählt er, „habe ich entdeckt, dass alte, gereifte Astabschnitte in ihrer Erscheinung und Struktur dem Stammholz entsprechen“. Seine Erkenntnis: „Man muss keine ganzen Stämme lagern, um die Charakteristik einer Baumart zu zeigen. Es reicht auch ganz wenig Raum, um viele Holzsorten zu sammeln.“ Und so war sie geboren, die Idee von der Holzartensammlung im Koffer- oder Kistchenformat.

Seit fünf Jahren ist Achim Haupt jetzt unterwegs, um seine Holzscheibchensammlung immer vielfältiger zu machen. „Inzwischen gehe ich auf die 400 zu“, sagt er. Schon längst sammelt er nicht mehr nur in heimischen Gärten und Wäldern. Ganz viele Arten hat er von Reisen mit heim gekommen. „Alleine von Kreta habe ich 15 Baumarten mitgebracht“, erinnert er sich. Im österreichischen Hochgebirge „erbeutete“ er von abgebrochenen Ästen die Zirbelkiefer, die Frankreich den ganz seltenen Burgenahorn. Häufig ist er in Botanischen Gärten und anderen zu pädagogischen Zwecken angelegten Exotenwäldern unterwegs, um zu schauen, um dort im Wortsinne etwas für ihn abfällt. Etliche exotische Hölzer hat er aber auch übers Internet gekauft.

Ausbaupotenzial gibt es noch genug. „Es gibt weltweit über 14.000 Holzarten“, weiß der Forstwirt. „Wenn ich in Rente bin, plane ich eine Europareise.“ Ein Ziel dürfte Portugal sein, „denn ich habe noch immer keine Korkeiche in meiner Sammlung – und nur zwei von über zehn Eukalyptusarten“. Und in die Elbauen bei Leipzig zieht es den Sammler auch, denn dort wächst die Pennsylvanische Esche, die er unbedingt noch eintüten will.

Alles im Apothekerschränkchen

Von sämtlichen 350 Holzarten hat Achim Haupt einen Querschnitt und einen Längsschnitt in seiner Sammlung. Die Scheiben – sorgfältigst beschriftet und durchnummeriert – bewahrt er in zwei Dutzend Schubladen eines Apothekerschrankes auf. Mehr Platz braucht er nicht für seine einzigartige Kollektion.

Und so wird es ihm auch keine Probleme bereiten, sein Schatzkästchen am Freitag, 24. November, von Tübingen nach Burladingen zu transportieren, wo er seine Sammlung auf Einladung der Volkshochschule erstmals öffentlich vorstellt. Und das wird keinesfalls trocken wie Sägespäne, sondern ein Fest für alle Sinne!

Das VHS-Seminar mit den Hölzern aus aller Welt und für alle Sinne findet am Freitag, 24. November, von 18.30 bis 20 Uhr in den Lebensräumen für Jung und Alt, Schlossgasse 3 in Burladingen, statt. Anmeldungen nimmt die VHS unter Telefon 07475/892-160 oder online unter www.vhsburladingen.de entgegen.

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