Trigema-Chef Wolfgang Grupp feiert 70. Geburtstag

Es war ein Fest mit Stil, welches Textilunternehmer Wolfgang Grupp mit seiner Familie, Gästen aus der ganzen Welt und der Belegschaft am Samstag feierte. Anlass war nicht nur sein 70. Geburtstag.

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Vor 45 Jahren war zudem die Marke Trigema eingeführt worden.

Wolfgang Grupp erhielt am Samstag allerdings nicht nur Präsente, er verteilte auch welche. Die Stadt Burladingen bedachte er mit einer großzügigen Spende von 500.000 Euro "für ein nächstes größeres Projekt". Mit dieser finanziellen Zuwendung wollte sich Grupp dafür bedanken, dass Burladingen ihm seit 70 Jahren eine Heimat ist.

Nachdem der Burladinger Mäzen schon beim letzten Fest vor fünf Jahren der Stadt eine Millionenspende zum Bau der Trigema-Arena hatte zukommen lassen, will man sich nun ebenfalls erkenntlich zeigen. Wie Bürgermeister Harry Ebert verkündete, soll laut Beschluss des Gemeinderates bei einem Festakt am 13. Oktober Wolfgang Grupp die Ehrenbürgerwürde verliehen werden - die höchste Auszeichnung, die eine Kommune vergeben kann, so Ebert.

Unter der Belegschaft brach Jubel aus, als der Firmenchef verkündete, er habe veranlasst, dass jeder Mitarbeiter für jedes Arbeitsjahr mit dem Juligehalt 50 Euro brutto ausbezahlt bekomme. Die späteren Jubilarehrungen nahm Wolfgang Grupp gemeinsam mit Bürgermeister Harry Ebert und Landesminister  Nils Schmid vor. Auch bei dieser Geste war deutlich die Wertschätzung des Unternehmers gegenüber seinen Mitarbeitern erkennbar.

Das schönste Geschenk überbrachte Wolfgang Grupp seiner Ehefrau Elisabeth. Er machte ihr vor den 1280 Gästen im Partyzelt eine Liebeserklärung, die so emotional war, dass ihm kurzfristig die Stimme versagte. Seine Gattin Elisabeth habe ihm nicht nur ihre Jugend und zwei Kinder geschenkt, sie musste um seinetwillen auch auf Vieles verzichten und schenkte ihm 24 Jahre ihre Liebe, bedankte sich Grupp, der viele Jahre lang einer der begehrtesten Junggesellen war, wie so mancher Festredner feststellte. So wie vor 24 Jahren in der familieneigenen Kapelle der Villa Grupp zur Trauung, sang abermals Sopranistin Ursula Wiedmann "Ave Maria" von Charles Gounod und "Caro mi ben" von Guiseppe Giordani.

Die Überraschungen sollten an diesem Abend kein Ende nehmen. Denn Unternehmergattin Elisabeth Grupp, die für sich und die beiden gemeinsamen Kinder erklärte "Wir sind stolz darauf, ein Teil deines Lebens sein zu dürfen", hatte Trompeter Walter Scholz engagiert, der für ihren Ehemann eine Melodie mit besonderer Bedeutung vortrug: "I did it my way." Schließlich geht auch Wolfgang Grupp seinen ganz eigenen Weg und steht zu seinen Prinzipien.

Als Geburtstagsgeschenk überreichte der Startrompeter außerdem eine Komposition, welche er für den Jubilar angefertigt hatte, und spielte auch gleich die "Geburtstagsserenade". Musikerlegende Scholz erzählte, er habe Wolfgang Grupp vor einem Jahr in Baden-Baden kennengelernt und sei schon seit vielen Jahren ein großer Verehrer Grupps. Walter Scholz sei zu Ohren gekommen, dass Grupp selbst einmal Trompete gespielt habe. Zur Erheiterung der Gäste hatte der Stargast ein Signalhorn dabei, dem der Gastgeber immerhin einige Töne entlockte.

Selbst die Kinder Bonita und Wolfgang Grupp Junior schafften es, ihren Vater zu verblüffen. Sie hatten ebenfalls einen Stargast eingeladen. Sie kam auf dem Dreirad durch das gesamte Zelt geradelt: der Affe "Sina". Das ausgewachsene Schimpansenweibchen setzte sich auf der Bühne neben Wolfgang Grupp, und der französische Künstler Michael Raivard fertigte vor den Augen der Gäste ein Portrait von den beiden Werbeträgern an, die oft im Vorabendprogramm vor den Nachrichten den Markennamen Trigema in den deutschen Haushalten bekannt machen.

"Wie wir ihn schätzen und lieben, lässt sich unmöglich in Worte fassen", meinten Tochter und Sohn. Vor fünf Jahren noch hätten beide auf die Frage nach der Nachfolgeregelung bei Trigema geantwortet: "Erst in vielen Jahren, wenn wir unsere Ausbildung abgeschlossen haben, werden wir sein Lebenswerk fortführen." Bonita und Wolfgang Junior, die ihre Ausbildung bald abschließen, änderten am Samstag ihre Aussage etwas ab und erklärten ihrem Vater: "Wir wollen immer noch dein Lebenswerk fortführen, aber nur mit dir zusammen." Und da ihr Vater sie noch nie im Stich gelassen habe, werde er sie sicher auch dabei nicht enttäuschen.

Immerhin erhielt Wolfgang Grupp von seiner Belegschaft als Geschenk einen neuen Arbeitssessel für das Großraumbüro. "Es ist aber kein Ruhesessel", betonte Prokurist Hermann Mengis. EU-Kommissar Günther Oettinger hatte ja zuvor schon bewundernd festgestellt, dass Grupp sich seit seinem 50. Geburtstag nicht verändert habe, er sehe immer noch aus wie 50.

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