Pumpspeicherbecken: Räte wollen Offenheit Bürger sollen am 11. Mai auch fragen dürfen

Beim Thema Pumpspeicherkraftwerke fordern die Stadträte maximale Transparenz. Die soll es nun am 11. Mai in Salmendingen geben.

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Jetzt hält auch die Burladinger Stadtverwaltung den Zeitpunkt für gekommen, beim Thema Pumpspeicherkraftwerke - anderswo schon lange ein heißes Eisen - die nötige Transparenz walten zu lassen. Wie schon in der HZ von gestern gemeldet, wird es am Freitag, 11. Mai, um 19 Uhr in der Salmendinger Kornbühlhalle eine öffentliche Veranstaltung geben, um die Einwohnerschaft über die geplanten Standorte zu unterrichten. Der Gemeinderat gab dazu gestern Abend einstimmig sein Plazet.

Laut Bürgermeister Harry Ebert wird es sich in der Form um dieselbe Veranstaltung handeln, die drei Tage davor für Hechingen in Boll stattfindet. Auch in Salmendingen wird Joachim Zacher vom Regionalverband vorstellen, was im Regionalplanentwurf in Sachen Pumpspeicherkraftwerke geplant ist.

Wie schon ausführlich berichtet, ist Burladingen durch mehrere mögliche Oberbecken-Standorte betroffen: Auf dem Salmendinger Heufeld sind gleich zwei Becken geplant - zum einen im Gewann "Schluchten" mit Verbindung zu einem Unterbecken in Talheim, zum anderen im Gebiet "Birklesberg" am Albtrauf zwischen Köhlberg und Weilerwaldkopf; hier ginge die Pumpleitung hinab ins Beurener Heiligenbachtal. Die Starzelner Gemarkung ist von zwei möglichen Oberbecken-Varianten auf dem Himberg berührt. Ein solcher Bergsee wäre mit einem Unterbecken im Reichenbachtal bei Boll gekoppelt.

Die Melchinger Ortsvorsteherin und CDU-Stadträtin Waltraud Barth-Lafargue zeigte sich in der kurzen Diskussion froh, dass es endlich eine öffentliche Veranstaltung gebe. Ausdrücklich forderte sie Transparenz. Die sei wichtig, "bevor es eskaliert und Ideen aufkommen, die wir nicht mittragen werden." Wichtig sei, dass die Bürger an diesem Abend mitdiskutieren und ihre Bedenken vortragen können. Ihr Wunsch sei es, auch die Naturschutzbehörden möglichst frühzeitig einzubeziehen.

Ihr Salmendinger Ratskollege Thorsten Straubinger unterstrich dies: "Es wäre schon wichtig, die Tendenz der Naturschutzbehörden zu kennen." Schließlich habe der Gemeinderat eine wegweisende Entscheidung zu treffen: Sollen die Becken-Standorte in den neuen Regionalplan aufgenommen werden oder nicht? Auch Straubinger forderte, im Interesse der Bürger Transparenz walten zu lassen und Öffentlichkeit herzustellen. Für den Gemeinderat wäre es sinnvoll, vor einer Entscheidung die einzelnen Standorte zu begehen, "damit mans nicht vom Tisch weg beschließt".

"Transparenz zeigen" lautete auch die Devise von Freie-Wähler-Fraktionschef Alexander Schülzle. Er bat darum, am 11. Mai bei den Vertretern des Regionalverbandes auch das Thema Windkraft anzusprechen: "Was verträgt Burladingen? Was ist machbar?"

Bürgermeister Ebert beharrte: "Das Thema war noch nie nichtöffentlich." Schließlich stünden die Pläne schon längst auf der Homepage des Regionalverbandes. Im Salmendinger Ortschaftsrat, wo mangelnde Offenheit beklagt worden war, "hätte das Thema diskutiert werden können".

Starzelns Ortsvorsteher Wolfgang Meyer plädierte ebenfalls für einen Vor-Ort-Termin. Am Himberg gebe es steile Abbrüche, und in Starzeln gehe die Angst um, dass der Berg runterbricht und das Becken ausläuft: "Das muss man vor Ort anschauen. Sonst sind die Bedenken grenzenlos."

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Kommentare

27.04.2012 08:09 Uhr

Warum pressiert's denn? Fristverlängerung ist das Mindeste..

Liebe Bürger und Gemeinderäte, wenn ihr Euch drängen lasst vom Regionalverband und der dahinterstehenden "Grünen" Landespolitik, innerhalb von ganz wenigen Wochen, oder am Schluß von wenigen Tagen, wenn man den Beginn der Bürgerversammlungen betrachtet, über solch weitreichende Entscheidungen ein Urteil abzugeben, dann seid Ihr der Verwaltung mächtig auf den Leim gegangen. Wehrt Euch, eine deutliche Fristverlängerung ist das Mindeste! Die Verwaltung behauptet, es ging ja nur um eine Vorabstimmung oder Vorabuntersuchung! Das ist Quatsch! Durch Aufnahme in den Regionalplan werden Tatsachen geschaffen, Raumordnungsverfahren mit ihrer Bürgerbeteiligung werden damit ausgeschlossen. Genau darum geht es bei diesem künstlich geschaffenen Zeitdruck, ums Durchziehen von äußerst fragwürdigen Landschaftsasphaltierungen, übrigens auch wirtschaftlich hochriskant, möglichst ohne Widerworte der störenden Bürger!

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