Nicht allzu wertvoll, aber wunderschön

Die Burladinger St. Georgskirche hat ihre alte Krippe wieder, die jahrzehntelang verschollen war. Malermeister Michael Mauz hat sie restauriert. Am Sonntag wird sie zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt.

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  • Sie haben den Wiederaufbau der Krippe in der St. Georgskirche möglich gemacht und freuen sich nun über das gelungene Werk (von links): Meinrad Mauz, Michael Mauz, Frido Scheu, Pfarrer Konrad Bueb, Fördervereinsvorsitzender Franz Rieber und Werner Maier. Fotos: Hardy Kromer 1/4
    Sie haben den Wiederaufbau der Krippe in der St. Georgskirche möglich gemacht und freuen sich nun über das gelungene Werk (von links): Meinrad Mauz, Michael Mauz, Frido Scheu, Pfarrer Konrad Bueb, Fördervereinsvorsitzender Franz Rieber und Werner Maier. Fotos: Hardy Kromer
  • Dieses Duo hat unverkennbar den Weg von Afrika bis zur Krippe gefunden. 2/4
    Dieses Duo hat unverkennbar den Weg von Afrika bis zur Krippe gefunden.
  • Im Zentrum einer jeden Krippe steht die heilige Familie. Auch Maria, Josef und das Jesuskind mussten restauriert werden. 3/4
    Im Zentrum einer jeden Krippe steht die heilige Familie. Auch Maria, Josef und das Jesuskind mussten restauriert werden.
  • Den Königen hat Michael Mauz die gekrönten Häupter zurückgegeben. 4/4
    Den Königen hat Michael Mauz die gekrönten Häupter zurückgegeben.
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Nein, von hohem künstlerischem oder kulturgeschichtlichem Wert sind die Figuren nicht. Ihr Alter ist unbekannt, und so hundertprozentig zusammenpassen will das ganze Ensemble auch nicht. Und trotzdem hat der Burladinger Förderverein St. Georgskirche einen kleinen Schatz gehoben, indem er die alte Krippe des barocken Gotteshauses buchstäblich ausgegraben hat. Jetzt, wo das Szenario von Bethlehem komplett ist und frisch restauriert vor dem rechten Seitenaltar der Kirche aufgebaut ist, wirkt es ganz einfach wunderschön.

Den Anstoß, nach der alten Krippe von St. Georg zu fahnden, gaben die Killertäler Krippenbauer. Wie Fördervereinschef Franz Rieber erzählt, war es Albert Mauz, der vor zwei Jahren danach fragte, ob die Krippe nicht bei der großen Ausstellung im Hausener Nikolausheim gezeigt werden könnte. Allein: Sie musste erst einmal gesucht werden. Aufgebaut war sie wohl zuletzt in den 1950er-Jahren, dann wurden die Figuren auf der Kirchenbühne aufbewart und beim 1978er-Erdbeben durch herabfallendes Gemäuer schwer beschädigt. Während der Sanierung der Kirche hatte man das meiste, was zur Krippe gehört, in die Turmkammer der Fideliskirche ausgelagert. Dort haben die Fördervereinler gesucht - und wurden fündig. Aber ach: Die Figuren waren in beklagenswertem Zustand. "Alles lag unsortiert in Wannen und Schachteln", berichtet Franz Rieber. Bei zwei der drei Könige fehlten die Köpfe, Maria und Josef hatten Schrammen an den Ellbogen, Ochs' und Esel lagen in Scherben.

Doch der Wunsch war geweckt, die Krippe wieder herzurichten. Weil man in Erfahrung brachte, dass die bis zu 60 Zentimeter hohen Gipsfiguren teils aus dem 19., teils sogar aus dem 18. Jahrhundert stammen, der kunsthistorische Wert aber überschaubar ist, verzichtete der Förderverein auf einen professionellen Restaurator und nahm die Sanierung selbst in die Hand.

Malermeister Michael Mauz wandte 250 Arbeitsstunden auf, um den Königen ihre gekrönten Häupter zurückzugeben, neue Gesichter für die Schäfchen der Hirten zu modellieren und die heilige Familie in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Und all das ist ihm vortrefflich gelungen! Parallel dazu wurde unter der Regie von Frido Scheu der Original-Stall gereinigt und mit einer Patina-Schicht überzogen und eine schöne, vier mal zwei Meter große Landschaft aus Moos, Wurzeln und Ästen gebaut. Werner Maier, Franz Rieber, Siegfried Habliz und Meinrad Mauz halfen tatkräftig mit.

Und jetzt ist die alte Krippe von St. Georg so groß und so schön geworden, wie sie selbst die Altvorderen noch nie gesehen haben - mit Kamelen, einem prächtigen Elefanten und den dazugehörigen Abgesandten aus dem Morgenland. Prädikat: sehenswert.

Premiere am Sonntag

Konzert als Rahmen Anlässlich des Weihnachtskonzertes der Burladinger

Sängerfreunde am Sonntag, 21. Dezember, um 17 Uhr wird die Krippe in der Georgskirche erstmals zu sehen sein.

An Sonn- und Feiertagen Danach ist die Krippe in der Weihnachtszeit bis Mitte Januar immer sonn- und feiertags von 14 bis 17 Uhr zu besichtigen. Wer als Gruppe eine Führung will, kann sich bei Frido Scheu (Telefon 07475/7571) oder Werner Maier (Telefon 07475/8479) melden.

SWP

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