Neustart als Familienversprechen

Zwei Jahre lang wurde auf dem Hausener Sportplatz mit Pfeil und Bogen geschossen. Jetzt regiert auf Schnait wieder König Fußball. Der Neustart des TSV Hausen i. K. hat ganz viel mit der Familie Hamm zu tun.

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  • Christoph Hamm (46) und sein Sohn 19-jähriger Sohn Marvin schnüren gemeinsam für den TSV Hausen i. K. die Kickstiefel und machen es möglich, dass der große Wunsch des verstorbenen Opas Walter Hamm wahr wird. 1/2
    Christoph Hamm (46) und sein Sohn 19-jähriger Sohn Marvin schnüren gemeinsam für den TSV Hausen i. K. die Kickstiefel und machen es möglich, dass der große Wunsch des verstorbenen Opas Walter Hamm wahr wird. Foto: 
  • Walter Hamm () würde sich wie kein Zweiter über den Hausener Fußball-Neustart freuen. 2/2
    Walter Hamm () würde sich wie kein Zweiter über den Hausener Fußball-Neustart freuen. Foto: 
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Im oberen Killertal beginnt diese Woche eine neue Fußball-Ära. Am kommenden Donnerstag, 20. August, um 18.30 Uhr steigt der traditionsreiche TSV Hausen i.K. mit dem Bezirkspokal-Erstrundenspiel bei der SG Ratshausen/Dotternhausen 2 nach einer längeren Zwangspause wieder in den Spielbetrieb ein. Und am kommenden Sonntag, 23. August, steht das erste Punktspiel an. Der TSV Hausen startet um 15 Uhr mit einem Heimspiel und Lokalderby gegen den 1. FC Burladingen 2 in die Kreisliga-B-3-Saison. Die HZ sprach vor dem Hausener Fußball-Neustart mit Trainer Christoph Hamm und ließ sich erläutern, was die Wiederbelebung des Fußballsports im oberen Killertal mit einem Familienversprechen zu tun hat.

Wie Hamm berichtet, gibt es eine ganze Reihe Hausener Fußballer, die in den vergangenen Jahren notgedrungen bei auswärtigen Vereinen gespielt haben, weil der TSV seinen Spielbetrieb eingestellt hatte. Diese hätten bei TSV-Chef Thomas Freudenmann und Kassierer Wolfgang Schmid schon mehrfach darauf gedrängt, in Hausen einen Neubeginn zu wagen. Dass dieses Projekt von der Vereinsführung des TSV Hausen i. K. dann konkret in Angriff genommen wurde, hatte dann einen besonderen, einen traurigen Anlass: Im Februar 2014 starb Walter Hamm, Hausener Fußball-Urgestein und -Förderer. Er hatte bis zu seinem Tode immer wieder den großen Wunsch geäußert, dass in Hausen wieder Fußball gespielt werde. Nach Walter Hamms Beerdigung trafen sich die ebenfalls fußballverrückten Verwandten - hierzu zählen vorwiegend die Familien Hamm, Egle und Di Giovanni - regelmäßig in der Hausener Sporthalle zum Hobbykicken.

Als Thomas Freudenmann und Wolfgang Schmid davon erfuhren, sprachen sie Walter Hamms Sohn Christoph an, ob er eine neue Hausener Mannschaft trainieren würde. Nach vier Monaten Bedenkzeit sagte der 46-Jährige zu. Christoph Hamm wollte eben den letzten Wunsch seines Vaters erfüllen.

Zusammengestellt wurde dann mit vereinten Kräften ein 21 Spieler starker Kader, der nun seit einiger Zeit für den Neustart trainiert. Der Kader setzt sich aus neun Hausenern, sechs Starzelnern, zwei Killermern, einem Beurener, einem Ringinger, einem Onstmettinger und einem Burladinger zusammen.

Der Knüller im Kader: Der 46 Jahre alte Trainer Christoph Hamm und sein 19-jähriger Sohn Marvin Hamm spielen in einer Mannschaft. Unter den Fußballfans im Raum Burladingen sorgte diese Nachricht für Kopfschütteln. Der exzellente Nachwuchskicker Marvin Hamm sei für die Kreisliga B doch zu schade, hieß es. Gerüchte machten gar die Runde, wonach Christoph Hamm seinen Sohn gezwungen habe, vom Bezirksligisten 1. FC Burladingen nach Hausen zu wechseln.

Dem widerspricht Christoph Hamm gegenüber der HZ energisch: Er, so Hamm, habe seinen Sohn niemals gezwungen, nach Hausen zu wechseln. Im Gegenteil: Er selbst sieht in Marvins Start in der untersten Spielklasse sogar eine gewisse Gefahr. Marvin sei ein solch guter Fußballspieler, dass er in der Kreisliga B eigentlich nur durch Fouls zu bremsen sei. Christoph Hamm hat sich fest vorgenommen, seinen Sohn auszuwechseln, wenn ihm eine Verletungsgefahr drohe. Andererseits sei er natürlich auch stolz, zusammen mit seinem Sohn in der Hausener Mannschaft auf Punktejagd gehen zu können.

Marvin Hamm betont, er selbst habe sich in freier Entscheidung für den Wechsel nach Hausen entschieden - schon im Gedenken an seinen Opa Walter Hamm. Sollte er in Hausen irgendwann wieder aufhören, sei der 1. FC Burladingen, an den er beste Erinnerungen hat, die erste Wahl.

Erst einmal haben sich Vater und Sohn Hamm vorgenommen, so lange zusammenzuarbeiten, bis sich der Fußballsport in Hausen wieder fest etabliert hat.

Und wie lautet das sportliche Ziel für die Saison 2015/16? Die Hamms sind sich einig: "Nur nicht Letzter werden. Alles andere nehmen wir, wie es kommt!"

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