Nautle-Theatergruppe lebt wieder auf

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„Oben wohnen Engel“ heißt die bevorstehende Komödie der Nautle-Theatergruppe. Spielleiterin ist Edeltraud Dietrich. Drei neue und vier bekannte Akteure werden im November auf der Bühne des Gauselfinger Pfarrsaals stehen. Unser Bild zeigt Martin Objadin, Petra Kanz, Edeltraud Dietrich, Ralf Steppacher, Harald Deibel (von links stehend) sowie Hanna Heinzelmann, Maria Klein, Andrea Winter (von links sitzend). Derzeit laufen die Proben.  Foto: 

Ojeoje! Textschwächen, Hänger, Aussetzer, begleitet von Gelächter und Neckereien. Dann Versprecher und schließlich heillose Verwirrung: „Bin ich dran oder du?“, „Ist das mein Text oder deiner?“ Wieder Riesengelächter bei den Schauspielern auf der noch völlig kahlen Bühne im Gauselfinger Pfarrhaus. Ein Schluck Sekt für alle klärt die Frage, wo man sich gerade im Drehbuch befindet, zwar nicht, sorgt aber für noch viel mehr Heiterkeit und Gegacker. Ja, so sieht sie aus, die Probenarbeit des neuen Stücks des Burladinger Narrenvereins Nautle! Ob das jemals was wird, fragt sich der Laie.

Keine Sorge, wenn eines gewiss ist, dann, dass die gutgelaunte achtköpfige Truppe ihren Schwank „Oben wohnen Engel“  zur Premiere am 4. November aus dem  Effeff beherrscht und die Zuschauer einen Riesenspaß erleben werden.

Garant für das Gelingen ist, dass – trotz aller Ausgelassenheit und kleinerer Pannen - die Umrisse der amüsanten Geschichte eben doch bereits zu erkennen sind; der zweite Garant ist die Erfahrung der Spielleiterin Edeltraud Dietrich und der drei „Profis“, die schon mehrfach auf der Nautle-Bühne standen. Nicht zuletzt bürgen für den Erfolg vier neue, „frische“ Gesichter, die dieses Mal agieren und die sich äußert talentiert ausnehmen. Nein, man kann durchatmen: Das wird!

Die Alten Hasen, die auftreten, sind, neben der Spielleiterin und Souffleuse Edeltraud Dietrich:  Maria Klein, Harald Deibel und Martin Obajdin. Bei den Debütanten handelt es sich um: Andrea Winter, Petra Kanz, Hanna Heinzelmann und Ralf Steppacher.

Bekanntlich kam das Nautle­-Theater im vergangenen November nicht zustande. Die Ursachen lagen in Krankheit und im Abgang eines Akteurs zum Studium begründet. So etwas kann passieren. Dennoch keimte damals die Sorge auf: Wenn das Theater dieses eine Mal nicht mehr auf die Beine kommt – schläft es dann still und heimlich für immer ein – wie nahezu alle dörflichen Laientheater, die es einst auf der Alb gab? Solche  Bedenken waren nicht abwegig. Doch zum Glück unbegründet. Es haben sich also wieder Ehemalige und vielversprechende Neulinge zusammengefunden, um dem Publikum ein Theatervergnügen in Gauselfingen zu bieten.

Was wohl die acht Akteure antreibt, sich die monatelange Probenarbeit aufzuerlegen? Es sei, wie sie sagen, die „Freude“ am Theaterspielen. Es gibt nichts Schöneres, als die Menschen mit einer Komödie froh gemacht zu haben – und dafür am Schluss der Vorstellung gefeiert zu werden.

Zum anderen fühlen sich die sieben um Edeltraud Dietrich  der Tradition verpflichtet. Über drei Jahrzehnte gibt es nun schon das Nautle­-Theater als Kulturveranstaltung in Burladingen beziehungsweise Gauselfingen. Da konnte man das doch nicht einfach sterben lassen.

In dem Stück „Oben wohnen Engel“ geht es um zwei ältliche Schwestern, die Engels, böse Spinatwachteln, die ihre Untermieter vertreiben wollen. Dafür inszenieren sie einen Spuk, bei dem sie das Haus mit unheimlichen Klopfgeräuschen erzittern lassen. Als Verbündeten versuchen die beiden Intrigantinnen einen jungen Neffen zu gewinnen. Doch der fesche Bursch’ hat sich unversehens in das Töchterlein der zu vergraulenden Mieter verguckt und will bei dem Komplott nicht mitmachen. Die Geschichte nimmt ihren Lauf, nimmt gar noch kriminalistische Züge an … turbulent, turbulent.

Man darf gespannt sein, wie alles endet. Während umgekehrt die Schauspieler bei ihren zweimaligen Proben jede Woche gespannt sind, wie das Ganze beim Publikum ankommt, welche geglaubt 100-prozentigen Gags zünden – oder eben doch nicht. Und welche scheinbaren Nebensächlichkeiten unvorhergesehen dröhnendes Gelächter ernten.

So oder so sind die Nautle-Theater zugleich immer ein dankbarer gesellschaftlicher Anlass für das Publikum, das aus allen Ortsteilen herbei strömt. Da trifft man sich in den Pausen, da sieht man sich, da schwätzt man – in der sonst an festlich-gemeinschaftlichen Anlässen etwas arm gewordenen Stadt.

Info Die Aufführungen von „Oben wohnen Engel“ finden am 4. und 5. November sowie am 25. Und 26. November statt. Der Vorverkauf eröffnet in allernächster Zeit, die Vorverkaufsstellen und die Eintrittspreise werden dieser Tage rechtzeitig im Amtsblatt und auch in der HZ bekannt gegeben.

Jahre ist es her, dass sich eine erste Nautle-Theatergruppe gründete. Seither wurde regelmäßig im Gauselfinger Pfarrsaal ein Stück gespielt. Nur 2016 fiel eine Aufführung aus.

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