Marlies Freudemann ist seit 1993 stellvertretende Vorsitzende der Burladinger Landfrauen

Marlies Freudemann hat bei den Landfrauen die Tradition des Sockenstrickens wieder aufleben lassen. Regelmäßig steht sie anderen mit Rat und Tat zur Seite.

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  • Der Landfrauen-Kalender: Marlies Freudemann ziert den August. 1/4
    Der Landfrauen-Kalender: Marlies Freudemann ziert den August. Foto: 
  • Im Körbchen von Marlies Freudemann liegen immer mehrere Strickprojekte, an denen sie gleichzeitig arbeitet. 2/4
    Im Körbchen von Marlies Freudemann liegen immer mehrere Strickprojekte, an denen sie gleichzeitig arbeitet. Foto: 
  • Kochbuch „Süßer Südwesten“. 3/4
    Kochbuch „Süßer Südwesten“. Foto: 
  • Wenn das mal nicht zum Anbeißen lecker aussieht: Schmand-Streuselkuchen mit Aprikosen – selbstverständlich selbst gebacken. 4/4
    Wenn das mal nicht zum Anbeißen lecker aussieht: Schmand-Streuselkuchen mit Aprikosen – selbstverständlich selbst gebacken. Foto: 
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Die Schwiegermutter hat Marlies Freudemann 1991 das erste Mal zu den Landfrauen mitgenommen. Ihr hat es so gut gefallen, dass sie immer wieder zu den Veranstaltungen kam. Die 58-Jährige aus Stetten schätzt den Austausch unter den Frauen, die neuen Ideen und die interessanten Veranstaltungen. Seit 1993 ist sie stellvertretende Vorsitzende der Burladinger Landfrauen. Unter ihrer und der Regie der Vorsitzenden Annette Riehle sind die Landfrauen von einst vier auf heute über 50 Frauen im Raum Burladingen angewachsen.

„Vieles ergibt sich im Gespräch“, erzählt Marlies Freudemann. So kam auch die Idee für die Stricknachmittage im Burladinger Bahnhof zustande. „Viele wollten die Tradition des Sockenstrickens wieder aufleben lassen“, erzählt die Stettenerin. Heute werden nicht mehr nur Socken gestrickt, sondern auch Pullover, Schals, Mützen, Handschuhe – was den kreativen Landfrauen eben einfällt. Ihnen zur Seite steht mit Rat und Tat Strickprofi Marlies Freudemann. Seit sie fünf Jahre alt war, strickt sie. Die Oma hat es ihr beigebracht, die Patentante dann das Sockenstricken. Nie hat sie das Stricken aus dem Blickfeld verloren, weil eben alle in der Familie – Tante, Mutter, Großmutter – gestrickt haben. Heute hat sie eine ihrer Strickarbeiten – sie arbeitet generell an mehreren Sachen gleichzeitig – immer in der Tasche dabei. „Wenn die Marlies kommt, kommt Strickete raus“, eilt ihr Ruf ihr voraus. Längst ist der Strickprofi nicht nur in Burladingen gefragt, auch in Rangedingen hat sie schon Kurse gegeben. Kreativ gearbeitet hat Marlies Freudemann schon immer gern: Egal ob Häkeln, Nähen oder andere Handarbeiten, wenn sie eine gute Idee entdeckt, muss sie die ausprobieren.

Für gute Ideen lässt sich die Landfrau gern begeistern. Vor zwei Jahren ist sie einem Aufruf in der Landfrauen-Zeitschrift gefolgt: Gesucht wurden die besten Beeren-Rezepte für ein Kochbuch des SWR. Ihre Frucht- suppe war ein Volltreffer und landete in „Süßer Südwesten“ (Rezept siehe unten). Auch bei der SWR-Sendung „Kaffee und Tee“ ist Marlies Freudemann keine Unbekannte. Als der beste Käsekuchen Baden-Württembergs gesucht wurde, machte sie den vierten Platz. „Knapp dran vorbei“, sagt sie und lacht. Sie backt und kocht gern. „Zu 99 Prozent gibt es zu Hause jeden Tag ein Mittagessen“, erzählt sie. Dabei legt sie Wert auf regionale und saisonale Küche. In ihrem Garten wachsen Zucchini und Bohnen. Die werden eingeweckt und eingefroren. „Das ist eine Erleichterung im Winter“, sagt sie. Wichtig ist ihr auch zu wissen, was in den Lebensmitteln verarbeitet ist. Deshalb backt sie seit vier Jahren einmal in der Woche ihr eigenes Brot – von fünf Kilogramm Mehl. Die Laibe in Wagenradform bringt sie zum Backhaus ins benachbarte Erpfingen. „Es ist schön, wenn solche Traditionen erhalten bleiben“, findet Marlies Freudemann.

Wer meint mit all diesen Interessen seien die 24 Stunden eines Tages ausgefüllt, ist auf dem Holzweg. Die gelernte Bürokauffrau ist in den landwirtschaftlichen Betrieb ihres Mannes mit Lohnunternehmen und Ackerbau „hineingewachsen“. Die Büroarbeit im Lohnunternehmen ist unter ihrer Regie und „da gibt es genug Bürokratie“, sagt sie. Jetzt im August ist Hochbetrieb beim Mähdreschen. Da hilft der ältere ihrer Söhne mit. Der jüngere ist vor kurzem in den Betrieb mit eingestiegen.

Aber damit nicht genug: Neben ihrer großen Leidenschaft, dem Skifahren, hat Marlies Freudemann vor zwei Jahren eine weitere Sportart für sich entdeckt, nämlich die als Sportschützin. „Das ist eine richtig gute Kameradschaft“, erzählt sie von ihrer „Clique“, in der sich auch wieder einige Frauen gefunden haben.

Der Tipp

Beeren Mit ihrem Rezept für eine Fruchtsuppe hat es Marlies Freudemann in das Kochbuch „Süßer Südwesten“ geschafft. Die beerige Suppe ist eine prima Erfrischung an heißen Tagen.

 

Zutaten 1 l Wasser, 70 g Zucker, 1 Zitrone, 1 Stange Zimt, 5 ganze Nelken, 2 EL Speisestärke, 1 Becher Schlagsahne oder Schmand, 300-500 g Himbeeren oder Erdbeeren

 

Zubereitung Wasser, Zucker, Zitronensaft, Zimtstange und Nelken zum Kochen bringen. 10 Minuten köcheln lassen. Vom Herd nehmen, Speisestärke einrühren und kurz aufkochen lassen. Sahne oder Schmand einrühren, Beeren zufügen und abkühlen lassen. Im Kühlschrank 2 Stunden kalt stellen.

 

Kochbuch Die Fruchtsuppe von Marlies Freudemann aus Stetten und viele andere Beerenrezepte findet man im Kochbuch „Süßer Südwesten – Fruchtige Köstlichkeiten aus dem Beerenland Baden-Württemberg“, Silberburg-Verlag Tübingen, ISBN 978-3-8425-1226-9.

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