Mangel kann eine Chance sein

Wie soll die Kirche der Zukunft aussehen, wie will sie organisiert sein? Darüber hat in einer Klausurtagung der Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit Burladingen-Jungingen beraten.

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18 Mitglieder des Pfarrgemeinderats der Seelsorgeeinheit Burladingen-Jungingen begaben sich zu einer Klausurtagung ins Kloster Untermarchtal. Ebenfalls mit dabei: das Seelsorgeteam, bestehend aus Pfarrer Konrad Bueb, Vikar Cornelius Chukwu, Pastoralreferentin Adelheid Bumiller und Pastoralreferent Röderer. Begleitet und mit verschiedenen Methoden lebendig und abwechslungsreich moderiert wurde die Tagung von Dekanatsreferent Andreas Steiner.

Andreas Steiner zeigte anhand von verschiedenen Kirchenbildern, dass sich Kirche heute nicht mehr um den Pfarrer vor Ort bildet, sondern dass die Kirche als "Volk Gottes aus Kirchenbürgern" immer wichtiger wird und der Priestermangel eine Chance ist, die verschiedenen Charismen und Talente der sogenannten Laien in den Gemeinden wiederzuentdecken. "Alle", hieß es, "haben in ihrem Leben Erfahrungen von Gottes Gegenwart gemacht und etwas vom Evangelium Jesu Christi verstanden." Es war für die Teilnehmer berührend zu erleben, wie dann tatsächlich persönlich in kleinen Gruppen von diesen Erfahrungen berichtet wurde.

Christsein, wurde innerhalb der Tagung während der Gespräche klar, verwirklicht sich in den Grunddiensten Liturgie, heißt Gottesdienst, Glaubensverkündigung in Wort und Tat, Diakonie, heißt Dienst für die Menschen und die Welt sowie in der Gemeinschaft.

Wie dies konkret in den Gemeinden der Seelsorgeeinheit Burladingen-Jungingen verwirklicht werden soll, dazu wurden in Arbeitsgruppen Ziele formuliert. Von der versorgten zur engagierten, selbst sorgenden Kirchengemeinde, das ist die Vision für die Kirche der Zukunft. Konkret soll die herkömmliche Sitzungskultur des Pfarrgemeinderats durch die Vorarbeit in Ausschüssen verbessert werden. Zuerst sollen ein Liturgie-Ausschuss und ein Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit gebildet werden. Die Situation der "Kirche in Veränderung" wird demzufolge nicht allen von Zwängen regiert, sie gibt, dieser Interpretation zufolge, allen Engagierten durchaus die Möglichkeit, Neues auszuprobieren und aus der Krise eine Chance zu machen. Das Klausurwochenende wurde von allen als Bereicherung und Ermutigung erlebt. Neben dem gemeinsamen Arbeiten kamen auch das Kennenlernen und das gemütliche Beisammensein nicht zu kurz.

Zum Schluss wurde gemeinsam mit den beiden Pfarrern Gottesdienst gefeiert. Wenn Kirche, wie an diesem Wochenende, von allen getragen und lebendig erlebt wird, kann sie auch im Vertrauen auf Gott und mit der Kraft des Heiligen Geistes den Weg in die Zukunft gehen und Hoffnung und Freude vermitteln - waren die Teilnehmer abschließend überzeugt.

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