Kletter- und Abenteuerpartie hoch über Stetten

In schwindelnde Bergeshöhen und abgründige Höhlentiefen führte die 5. Cool-Tour mit ihrem Abstecher zur Stettener Ruine Holstein. Sicheren Boden hatte man dagegen in der Walzmühle unter den Füßen.

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Über 50 Teilnehmer hatten sich für die 5. Burladinger Cool-Tour am Samstag angemeldet. Dem Busfahrer, der die Gruppe vom Burladinger Fehlaquelltopf zur ersten Station, der Walzmühle, brachte, hätte man keine Wegbeschreibung geben müssen, handelte es sich bei dem Chauffeur doch um den DRK-Aktivisten Joachim Heinzelmann aus Stetten. Dass sich dennoch einer der Mitreisenden die Mühe machte, dem Fahrer die Strecke erklären zu wollen, bewies die Notwendigkeit der heimatkundlich inspirierten Cool-Tour, heißt: Nicht jeder in der Stadt kennt offensichtlich alles und zumal jeden! Man kann bei der Tour immer noch etwas dazu lernen. Dass nun der Irrtum, Heinzelmann für einen Fremden zu halten, ausgerechnet einem der beiden Organisatoren der Tour unterlaufen war, sorgte natürlich für allgemeine Heiterkeit. Ein hervorragender Auftakt!

Dass wiederum Heinzelmann nicht nur ortskundig ist, sondern auch zu fahren versteht, bewies er, indem er den Linienbus mit den 50 Passagieren wenig später bis nahezu direkt vor das Haustor der Walzmühle lenkte - die letzten 50, 100 Meter auf dem engen Feldweg sogar im Rückwärtsgang. So etwas gab es in der Geschichte des Anwesens garantiert noch nie.

Die Besucher wurden dann von den Mühlenführern Wolfgang Heinzelmann, Willi Heinzmann und Irene Hellmann in drei Gruppen durch die Mühle, die Hauskapelle und das Sägewerk geführt. Die Mehrheit, die noch nie hier war, zeigte sich fasziniert. Andere, die das Anwesen von früher her kennen, waren ein wenig enttäuscht. Grund: Notwendigerweise hat die neue Besitzerfamilie Heinzmann das bis vor kurzem verwilderte Gebäude gründlich entrümpelt. Dadurch hat das Anwesen jedoch auch einen Teil seines archaischen und chaotischen Flairs verloren. Ob das gefällt oder eben nicht - darüber ließ sich anschließend bei Kaffee und Kuchen vor der Mühle trefflich debattieren.

Und schon war es Zeit, zur hochgelegenen Ruine Holstein, auch Hölnstein genannt, aufzubrechen, wo Stettens Ortsvorsteher Hans Locher wartete, um die Besucher in die Geschichte und Geheimnisse der vormaligen Burg einzuweihen. Der Bus-Ausflug wurde zur Kletterpartie, als Locher die Gruppe zu den beiden Höhlen unter der Burg um die Anlage herumführte: Erst ging's im Gänsemarsch steil abwärts, dann entsprechend wieder steil hinauf. Die Erstbesteigung des Matterhorns war's zwar nicht, aber teilweise hielt man sich doch lieber aneinander fest. Einige ältere Teilnehmer verzichteten gar ganz auf die Besichtigung der beiden Kavernen. Zurück in Burladingen, begab sich die Mehrheit der Mitreisenden traditionell zum Abendessen in den "Zoller" und wechselte später von dort in den "Saalbau", der - ebenfalls traditionell - für die Cool-Tour seine Türen öffnete. Heinz Hess hatte wieder eine Bilderschau mit alten Stadtansichten aus dem Nachlass des einstigen Burladinger Fotostudios Mühlhansel vorbereitet. Die Atmosphäre beim Gucken? Wie bei einem Weltmeisterschafts-Endspiel! Stimmengewirr, Zwischenrufe, auch Frotzeleien, auf die wiederum Gelächter folgte; hier äußerte einer seine Mutmaßung, aus welcher Perspektive ein längst nicht mehr existierendes Haus aufgenommen worden sein könnte, dort hielt ein anderer dagegen, das sei ja wohl falsch, er wisse es besser, schließlich sei er in dem Haus zur Welt gekommen. Mäuschenstille indessen, wenn die Älteren und Ältesten sich erhoben, um eine passende Anekdote zu einem der Fotos zu erzählen. Kurz: Die 5. Cool-Tour der beiden Veranstalter Hubert Kienzle und Hubert Pfister war neuerlich ein Riesenerfolg!

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