Flüchtlingshilfe in Burladingen will immer wieder aufklären

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Die beiden Burladinger Kirchengemeinden, die Diakonische Bezirksstelle Balingen und der Caritasverband Zollern hatten zu einem Infoabend über Flüchtlingsarbeit geladen. Rund 15 Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung in den Pfarrsaal gefolgt, darunter Michael Linzner, Geschäftsführender Rektor der Burladinger Schulen, der evangelische Pfarrer Christoph Dinkel­acker, Gerhard Lehmann, langjähriger Freie-Wähler-Stadtrat, oder auch Sven Rempe, Gammertinger Gymnasiallehrer und Gauselfinger Narrenvater.

Wie Caritasmitarbeiterin Ulrike Stoll-Dyma – für ehrenamtliche Arbeit mit Asylbewerbern zuständig – betonte, seien sie und ihr Begleiter Philipp Neurath nicht wegen einer besonderen Dringlichkeit nach Burladingen gekommen. Sie würden in nächster Zukunft weitere Gemeinden im Kreis besuchen, um auszuloten, wie hoch die Bereitschaft ist, sich in der Flüchtlings- und Integrationsarbeit zu engagieren.

In einem Referat listete Philipp Neurath, Sozialarbeiter und Referent für Flüchtlingsarbeit bei der Diakonie Balingen, Zahlen zur aktuellen Flüchtlingssituation auf, nannte außerdem Hintergründe, warum Menschen aus ihren Heimatländern fliehen. Unglaublich vieles, was landläufig über den Zustrom von Asylbewerbern – oder „Kosten“ oder „Kriminalität“ – verbreitet werde, halte einer Überprüfung nicht stand, so Neurath. Viele Flüchtlinge wollen gar nicht bleiben, sondern weiter, andere, das hat die Vergangenheit gezeigt, kehren umgehend in ihre Heimat zurück, wenn sich die Konflikte dort beruhigt haben. Gleichzeitig, auch darauf wurde hingewiesen, ist Deutschland dringend auf Arbeitskräfte und Lehrlinge angewiesen.

Man brauche mehr Aufklärung, darüber waren sich auch die Anwesenden einig. Aber auch darüber, dass sich Fakten und Wahrheiten weniger schnell verbreiten als Gerüchte, die von Angst getragen, wenn nicht gar von Hass geschürt sind. Dahinter stehe oft der populistische Versuch, Neid zu schüren, und benachteiligte Gruppen gegeneinander auszuspielen.

Was die konkrete Situation in Burladingen betrifft, wohnen  derzeit 15 bislang nicht anerkannte Asylbewerber in der Stadt, hieß es. Vier Flüchtlingsfamilien und ein alleinstehender Mann seien anerkannt. Mitglieder aller vier Familien und wohl auch der Alleinstehende gehen einer geregelten Arbeit nach.

Wiederholung Am 10. Januar soll in Burladingen ein weiterer Infoabend zur Flüchtlingsarbeit stattfinden. Dass daraus ein Helferkreis entsteht, ist nicht ausgeschlossen.

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