Hubi will Hilfe bieten

Hubi kommt! Hubi - das hört sich sympathisch an. Und das ist gut so, denn es geht um ein leidbelastetes Thema: Hubi informiert, berät, gibt Hilfestellung. In Burladingen, ab März, immer in der Sozialstation.

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Der Förderverein Seniorenzentrum, die Sozialstation St. Franziskus und die beiden Pflegeheime Haus Fehlatal und Haus St. Georg haben das Projekt Hubi ins Leben gerufen. Auf unserem Bild deren Vertreter (v.l.): Friedemann Mutschler, Susanne Zimmermann, Sabrina Mayer und Margot Buck.  Foto: 

Zwei Informationsabende zum Thema Demenz fanden in jüngerer Vergangenheit in Burladingen statt. Initiatoren waren jeweils der Förderverein Seniorenzentrum, die Sozialstation St. Franziskus und die beiden Pflegeheime Haus Fehlatal und Haus St. Georg.

Einen nachhaltigen Eindruck hinterließ insbesondere der Vortrag des Mediziners Dietmar Grimshandel. "Lieber tot als dement", hieß sein Thema im vollbesetzten Burladinger Pfarrsaal im November. Die Zuhörer, die den Saal anschließend verließen, waren merklich stumm. Ja, sie waren deprimiert, wenn nicht gar geschockt.

Demenz, so die Erkenntnis, ist eine tückische Krankheit, die auf jeden von uns lauert. Ob als direkt Betroffener oder als Angehöriger, es gibt kaum ein Entkommen. Es sei denn - man stirbt jung. Keine Heilung, keine Hoffnung.

Eine fatalistische Erkenntnis, aber womöglich hilfreich. Zum einen hatte Grimshandel das Ausmaß der Krankheit in ihren jeweiligen Formen klar und ungeschönt vor Augen geführt; zum anderen stellte sich die Frage: Wenn man nichts tun kann - was kann man denn dann tun? Wie geht man, zumal als Angehöriger, mit der Situation um, wo erhält man Hilfe, wo bekommt man Rat, an wen kann man sich wenden?

Viele Menschen suchen diese Hilfe - fast immer aus Unkenntnis - wenn es zu spät ist, wenn die Krankheit diagnostiziert wurde. Bis sie durch den Dschungel von Fördermöglichkeiten hindurch sind, bis sie entsprechende Pflegekurse absolviert haben - ist der zu Pflegende möglicherweise schon verstorben. Oder in seiner Krankheit so weit fortgeschritten, dass die Einweisung ins Pflegeheim unausweichlich ist. Aber grundsätzlich ist auch das eine heikle Frage: Wann gebe ich Vater oder Mutter ins Heim? Muss ich ein schlechtes Gewissen haben? Und wenn ich mich entschieden habe: Was ist zu erledigen?

Aus der - durchaus positiven - Frustration, die nach dem Vortrag blieb, ging der Entschluss hervor, ein Angebot zu schaffen, bei dem sich Burladinger Bürger über das Thema Demenz informieren können.

Initiatoren sind die beiden Pflegeheime der Stadt, in persona deren Leiterinnen Margot Buck und Dina Kljuco sowie die Sozialstation St. Franziskus mit Pflegedienstleiterin Susanne Zimmermann an der Spitze. Begleitet wird das Angebot vom Förderverein Seniorenzentrum und dessen Vorsitzendem Friedemann Mutschler. Wie Mutschler gegenüber der HZ sagte, könne er sich vorstellen, dass der Förderverein das Projekt auch finanziell unterstützt. Das letzte Wort habe allerdings der Vorstand.

"Hubi" soll das Kind heißen. Abgekürzt steht Hubi - den Anfangsbuchstaben zufolge - für Hilfe, Unterstützung, Beratung und Information.

Geplant ist Hubi als Veranstaltungsreihe in den Räumen der Burladinger Sozialstation in der Josengasse. Auftakt ist am 1. März um 17 Uhr: "Pflegeversicherungsgesetz - welche Hilfe gibt es für Demenzkranke?" An den Abenden wird jeweils ein Schwerpunkt vorgestellt, dann folgt eine Gesprächsrunde folgen, später besteht Gelegenheit, persönliche Fragen zu stellen. Die Experten, die jeweils sprechen, sind zum einen die drei Pflegedienstleiterinnen sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihrer Einrichtungen. Über mehr praxisnahe Erfahrung dürfte bezüglich des Themas Demenz kaum jemand verfügen. Daneben ist daran gedacht, auch außenstehende Referenten einzuladen.

Ein solches Angebot, ein so geballtes Wissen, meint Friedemann Mutschler, gebe es in der Form nirgendwo in der Gegend. Weiter sei er zuversichtlich, dass die Vortrags- und Gesprächsreihe ihre eigene Dynamik gewinnt, dass hier Vernetzungen entstehen, möglicherweise eine Hilfe zur Selbsthilfe erwächst.

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