Heftiger Verdruss in Killer

Der Radwegbau an der B 32 kommt gut voran - und bewegt doch die Gemüter in Killer. Der überwiegend illegale Umleitungsverkehr durchs Dorf, offenbar von niemand geahndet, sorgt für Verdruss.

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"Was sie machen, das machen sie gut", lobte Ortschaftsrat Josef Kästle die Arbeiter an der Bundesstraße in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates. Doch es folgte ein "Aber". Der Killerner kann nicht verstehen, weswegen es bei einem solchen Aufwand nicht möglich sein soll, am Ende der Arbeiten an der Bundesstraße einen Flüsterasphalt aufzubringen: "In Dusslingen haben sie einen Tunnel, eine Schallschutzmauer und einen Flüsterasphalt bekommen. Dass der Flüsterasphalt bei uns nicht möglich sein soll, halte ich für ein Armutszeugnis", urteilte Kästle.

Ortsvorsteher Josef Pfister pflichtete ihm bei, dass ein solcher Asphalt eigentlich bei allen Ortsdurchfahrten Standard werden müsste. Aber weil ein solcher Belag angeblich einen ganz anderen und teureren Unterbau benötige, sei eine solche Lärmminderung schon bei der Ausschreibung nicht beinhaltet gewesen, musste der Ortsvorsteher die Räte und die Anwohner enttäuschen.

Enttäuschend finden die Ortschaftsräte auch die baubedingte Umleitungssituation. "Es ist Krieg auf der Straße", fasste Pfister unter der Zustimmung der Räte die Situation zusammen. Anfang Oktober gab es eine Verkehrserfassung, bei der in dreieinhalb Stunden 1050 Fahrzeuge gezählt wurden, welche die eigentlich nur für Anwohner zugelassene Ortsdurchfahrt nutzten.

Vergangenen Freitag waren es in einer Stunde knapp 800 Fahrzeuge, die trotz Sperrung beim "Lamm" abbogen und die Kirchweilerstraße hinauf ins Dorf fuhren. Darunter waren viele Lastwagen, die sich nicht um Durchfahrtsverbotsschilder und selten um Geschwindigkeitsbegrenzungen, Gegenverkehr oder Straßenlaternen scheren. Wird's eng, ist die Lampe halt hin. Ein halbes Dutzend davon seien heute schon beschädigt, sagte Pfister. Bis die Bundesstraße wieder zweispurig offen sei, weil witterungsbedingt die Bauarbeiten unterbrochen werden, werde man sie auch nicht wieder reparieren. Das habe sich als sinnlos erwiesen. "Das wird uns Tausende kosten, bis am Ende alles wieder gerichtet ist", vermutet der Ortsvorsteher.

Er bat in diesem Zusammenhang die Bevölkerung, Fahrzeugnummer und Uhrzeit bei der Polizei zu melden, wenn sich ein Fahrer nicht um den angerichteten Schaden kümmere und wie üblich einfach weiterfahre.

Gemächlicher als der Verkehr bleibt in Killer das Internet. Auf Nachfrage von Josef Kästle, wann denn endlich die angekündigte Förderung des ländlichen Raums komme, wusste Josef Pfister lediglich zu berichten, es liege aus dem Burladinger Rathaus die Information vor, dass man erneut einen Vertrag prüfe.

Auch in Sachen Tourismus geht Josef Kästle zu wenig zu langsam voran. Es gebe noch immer kein Konzept zum Ausbau des Tourismus in Burladingen, und auch über die Finanzierung einer touristischen Infrastruktur habe er noch nichts gehört. Die Räte fanden es befremdlich, dass weder sie noch die Junginger in die Planung des von Burladingen angestrebten Ausbaus eines Premiumwanderwegs von Killer zum Köhlberg einbezogen worden seien. Ja, mehr noch, es überhaupt keine Informationen für die beiden beteiligten Ortschaften gegeben habe. "Ich erfahre aus der Zeitung mehr als in Sitzungen."

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